Sie stellen Fallen und verführen Kinder und Jugendliche zu Straftaten: Nur um diese anschließend zur Anzeige zu bringen. Den Familien drohen ruinöse Strafen und bescheren ihnen nicht selten rufschädigende Polizeibesuche bei denen ohne Rücksicht auch ganz private Daten beschlagnahmt und vernichtet werden. Ganz Legal. Die Musikindustrie fährt schwere Geschütze auf, wenn es darum geht ihr “geistiges Eigentum” zu beschützen. Dass sie mit diesen Methoden in Deutschland auch noch auf staatliche Rückendeckung trifft, ist beängstigend.
Ginge es nach vielen Staatsanwälten, wären das alles unwichtige Bagatelldelikte. Da es aber so schön einfach ist, zockt die Musikindustrie weiter mit Abmahnungen bei den “kleinen Fischen” kräftig ab: Die Methoden der Musikindustrie und ihren Handlangern beschreibt heute FAZ.NET in dem Artikel “10.000 Euro für das Lied, 3.000 für den Anwalt“.
Erst quälte man die Konsumenten mit kopiergeschützten Datenträgern die sich dann aber auf vielen Playern als nicht abspielbar erwiesen. Nun müssen andere Methoden her: 50.000 Abmahnungen in einem Jahr. Jede bringt oft mehrere tausend Euro. Wenn man schon keine Musik mehr verkauft, muss man eben auf anderem Wege für Einnahmen sorgen. Und alles unter dem Deckmäntelchen des Urheberschutzes.
Die Musikindustrie hat es einfach verpennt, frühzeitig sich auf das Medium Internet und Nutzerverhalten einzustellen. Auch betreffend der Qualität ließe sich über das, was heute in den Plattenläden und Charts landet vortrefflich streiten: Hochgehypte “Stars”, bei denen kurzer aber kräftiger Abverkauf im Vordergrund steht und die anschließend in der Versenkungen enden. “Nachwuchsmaterial” für die nächste Verkaufswelle wird in den unzähligen Castingshows in Endlosschleifen herangezogen. Kaum noch werden gute Künstler aufgebaut und unterstützt. Es geht um den schnellen Gewinn, danach folgt die Mülltonne der Musikgeschichte.
Auch Kinospots gegen Raubkopierer empfinde ich mittlerweile, nachdem ich mir für teures Geld einen Sitzplatz erkauft habe, als persönliche Beleidigung am zahlenden Kunden. Ebenso auf DVDs. Ich habe es nicht nötig, mich für mein Geld auch noch bedrohen zu lassen. Und ein echter Filmfan kann mit den meist schlecht kopierten Werken aus dem Internet eh wenig anfangen.
Man stelle sich vor, man ginge in ein Geschäft und der Verkäufer mahnt handschellenschwingend, dass einen der Kauf von Plagiaten ganz schnell in den Knast bringen würde. Wer hätte da noch Lust auf Shopping?
Für mich gibt es da nur eine Konsequenz: Keinen Cent mehr für eine neue DVD oder CD!


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