Ach Du dickes Ei

Google für Dummies aus dem Wiley-VCH VerlagDass sich klassische Printjournalisten und Blogger nicht immer grün sind, ist keine wirkliche Neugikeit. Manchmal nehmen diese Dissonanzen jedoch skurrile Züge an. Ein ganz dickes Ei hat sich jetzt FAZ Redakteur Marco Dettweiler geleistet, als er den Blogger, Journalisten und Ingeborg-Bachmann-Preisträger Peter Glaser in einer E-Mail anherrschte, er solle ruhig weiterbloggen, aber seriöse Journalisten nicht mit E-Mails belästigen. Wie kam es dazu? Dettweiler vewendete in einem Artikel ein angeblich von Glaser erfundenes Wortspiel. Als Glaser ihn ironisch aber freundlich darauf Hinwies, verlor Dettweiler derart die Contenance über die seiner Meinung nach „lächerliche Aussage“, dass er so dann seine Unkenntnis nicht nur im Umgang mit Google offenlegte, sondern auch mit dem Who-is-Who deutscher Journalisten.

Das Ganze gibt es hier und hier nachzulesen.

Update: Inzwischen gerät auch Glaser in die Kritik. Denn der von ihm beanspruchte Satz „Die Welt ist eine Google“, den er am 13. April 2005 für eine Netzkolumne der Stuttgarter Zeitung kreirt habe, soll schon vor ihm verwendet worden sein, wie der Titel eines bei Flickr geposteten Bildes von 2004 zeigt.

So zeigt sich wieder einmal, vor welchen Eitelkeiten auch Journalisten nicht gefeit sind. Wer nimmt wen für voll und wer hat was wann erfunden. Nur ist es nicht wie so oft? Da hat jemand eine tolle Idee, und dann war doch schon ein Anderer schneller.

Eitelkeit hin oder her, Dettweilers Reaktion auf Glasers Bemerkung war überzogen und bedient genau das Klischee „altgedienter“ Printredakteure im Umgang mit dem Medium Internet. Eine Steilvorlage.

Um es mit den Worten von Benjamin Franklin zu sagen: Wer Eitelkeit zum Mittagsbrot hat, bekommt Verachtung zum Abendbrot.

2 Comments

  1. Den Beitrag ich aber nochmal überarbeiten, denn inzwischen ist ja klar dass de „Blogger, Journalisten und Ingeborg-Bachmann-Preisträger Peter Glaser“ sich einfach mal richtig in die Nesseln gesetzt hat: http://www.flickr.com/photos/lumma/622506/ und eine Quelle im Usenet. Herrlich!
    Von daher denke ich dass sich Glaser ein wesentlich dickeres Ei geleistet hat.

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