|
|
Unsinnige Web-Sperren, Wahlkampf-Populismus und “Null Nutzen” im Kampf gegen Kindesmissbrauch
Woran erkennen wir ein “Super-Wahlkampf”-Jahr? Richtig! Die Politik überbietet sich mit blindem Aktionismus, der bei genauerem Hinsehen null Nutzen aber unter Umständen viele Wählerstimmen bringt. Aktuell: Web-Sperren gegen Internetseiten mit kinderpornografischen Inhalten. Welcher normal denkende Mensch würde schon “Nein” sagen, stellte man ihm die Frage, ob Kinderpornographie aus dem Netz verbannt gehört. Natürlich gehört sie das. Aber das Mittel dazu sind keine – ohnehin recht nutzlosen – Web-Sperren. Wer Kinderpornographie bekämpfen will, muss die Urheber ermitteln und verfolgen. Es ist Augenwischerei zu glauben, mit einem virtuellen Stop-Schild lasse sich Kindesmissbrauch unterbinden. Doch mit populistischem Getöse lässt sich halt einfacher Unterstüzung vom größtenteils Internet-unkundigen Wahlvolk holen um Zensurmöglichkeiten implementieren, die sich später nach gut dünken ausweiten lassen. Gestern wars der Terrorismus, heute ist es die Kinderpornographie und schon jetzt melden andere Interessensgruppen Begehrlichkeiten an, was noch alles gesperrt gehört. Vorbereitung zum Zensurstaat á la China?
weiter »
Nein, dieser Artikel soll die tschechische Hauptstadt nicht in “finsteres Licht” rücken. Obwohl, vielleicht doch, aber nur bildlich. Bei einem Wochenendausflug im Februar nach Prag hat mir graues Regenwetter das Fotografieren der alten Gemäuer nicht gerade leicht gemacht. Doch in der Nacht dann, als der Himmel aufklarte und der Vollmond zum Vorschein kam, erstrahlte die historische Altstadt in einem ganz anderen Licht. Manches entfaltet eben erst in der Dunkelheit seine Wirkung. Hier eine Auswahl, was sich auch ohne Stativ so alles einfangen lässt…
weiter »
Bitte nein, ich will nicht mehr, hört auf. Das darf doch alles nicht wahr sein. Vor 20 Jahren hat Tim Berners Lee die “HyperText Markup Language”, kurz HTML, entwickelt und damit den Grundstein für das heutige World Wide Web im Internet gelegt. Das ist das schöne Bunte, das wir täglich mit unseren “Webbrowsern” mittels “Hyper Text Transport Protocol” (die lustige Buchstabenfolge vor jeder URL) durch”surfen”. Für die FAZ ist das mit dem WWW und dem Internet aber offensichtlich alles eine Suppe und schwupps, gratuliert sie dem Internet und nicht dem WWW jetzt auch zum 20sten. Ich brech zusammen. Das Internet entwickelte sich aus dem 1969 entstandenem Arpanet, einem Militärnetz, das einen Atomschlag aushalten sollte (jetzt mal die ganz kurze Version). Seit 1971 konnte man so beispielsweise zum ersten Mal E-Mails verschicken. Über das “Internet” konnte man also schon lange vor dem World Wide Web über andere Applikationen Daten austauschen. Dann gabs u.a. noch Telnet, Usenet oder Dateiübertragung mittels FTP. Alles “Internet”. Aber ich weiß, Wikipedia ist ja auch Internet und irgendwie böse weil da jeder reinschreiben darf. Dabei hätte ein Blick hinein diesmal echt nicht geschadet.
 Und jetzt schnell das Wort "Internet" mit "World Wide Web" ersetzen. Vielleicht merkts ja keiner.
Das Manager-Magazin glaubt übrigens auch an 20 Jahre Internet. Richtig hingegen berichten u.a. die NZZ, die Netzeitung, die Nachrichtenagentur AFP, die Deutsche Welle und selbstverständlich heise-online.
Gerüchte, Voyeurismus, Falschmeldungen und voreilige Schlüsse
Die Toten des Amoklaufs von Winnenden sind weder beerdigt noch annähernd genug betrauert, die Tat noch nicht in ihren Einzelheiten untersucht und der Schock dieser Katastrophe kaum 24 Stunden alt. Doch in den Medien machen bereits wieder die typischen Verdächtigungen die Runde. Man konnte die Uhr danach stellen, wie lange es nach dem Amoklauf dauern würde, bis die so allgemein wie undifferenziert benannten “Killerspiele” Erwähnung finden würden. Keiner kennt bislang die familiären und schulischen Hintergründe, keiner die persönlichen Lebensumstände des Täters, niemand kann bislang erahnen, was einen 17-jährigen zu solch einem Massaker treibt. Aber schon finden sich einfache Antworten auf einen komplexen Zusammenhang. “Amokläufer spielte Killerspiele am PC” liest es sich wieder allerorts. Das Killerspiel als Auslöser für eine solche Bluttat? Wie einfach kann man es sich doch machen. Und dann war da noch die Sache mit der Vorwarnung im Internet…
weiter »
Zum ersten Todestag von Joseph Weizenbaum
Kennen Sie “Eliza”? Eliza hört zu, stellt Fragen, gibt Ratschläge. Eliza ist aber keine Frau. Sie ist nichtmal ein Mensch. Sie ist ein Computerprogramm. Sie ist DAS Computerprogram. Ein Programm, das dem Anwender über einen gewissen Zeitraum künstliche Intelligenz vorgaukelt, aber in Wahrheit überhaupt nicht intelligent ist. Eliza ist das Produkt von Prof. Dr. Joseph Weizenbaum, Professor am M.I.T. ,Informatiker, Gesellschaftskritiker. Für mich der “Albert Einstein” des Computerzeitalters. Er war Genie, Tüftler und Entwickler aber zugleich ein großer Kritiker der Informationstechnologie. Berühmt wurde er 1972 in Deutschland mit einem Artikel in der Zeit: “Albtraum Computer“. Am 5. März 2008 ist Joseph Weizenbaum im Alter vom 85 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Vor 13 Jahren hatte ich die Gelegenheit, ihn bei einer Talkrunde auf der CeBIT Home persönlich kennen zu lernen…
weiter »
|
|
kommentare