Stellen Sie sich einmal vor, Sie werden zum Chef gerufen und der erklärt Ihnen Folgendes: “Hören Sie mal Kollege, sie arbeiten ab sofort nur noch an zwei statt bisher drei Projekten! Das Gehalt bleibt natürlich wie es ist”. Klasse oder? Was würden wohl Ihre Freunde sagen, wenn Sie das hören? “Mensch klasse, weniger Verantwortung bei gleicher Bezahlung. Du Glückspilz.” Auf die Idee, dass dies aber eine Bestrafung sein soll, weil Sie in der Öffentlichkeit rumgepöbelt haben, würde wohl niemand kommen. Im Fall von Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin sollen wir das aber glauben.
“Sarrazin entmachtet” titelten die Tageszeitungen. “Bundesbank-Vorstand wird der Verantwortungsbereich “Bargeld” entzogen”. Und nun? Das wars? Einem, der wegen seiner Verbalattacken öfter mal in den Schlagzeilen steht, dürfte es ziemlich egal sein, was der Rest der Bevölkerung über ihn denkt.
Der ehemalige Finanzsenator von Berlin bewegte sich nach seinen wiederholt platten Stammtischreden – diesmal gegen Migranten, früher auch mal Hartz IV Empfänger oder Studenten – auf dünnem Eis. Zu einem Vorstandsmitglied der Bundesbank, einem Institut mit einem gewissen Anspruch an Würde und Ehre, passen solche Maulhelden nämlich nicht.
Um Schaden von der Bundesbank abzuwenden, musste man sich daher was einfallen lassen. Der Ruf nach Rücktritt wurde immer lauter. Freiwillig wollte Sarrazin aber nicht gehen und nur der Bundespräsident hätte ihn entlassen können.
Weniger Verantwortung für gleiches Gehalt
Aber am Ende ist für ihn doch alles bestens gelaufen: Weniger Verantwortung bei gleichem Gehalt. Wer wünscht sich das nicht? Denn die Vorstandsbezüge der Bundesbank richten sich nicht nach der Anzahl der Verantwortungsbereiche. So erhielten mit Ausnahme des Präsidenten und Vizepräsidenten der Bundesbank die fünf weiteren Vorstandsmitglieder im Jahr 2008 jeweils 227.197,16 Euro Gehalt*. Thilo Sarrazin, erst seit Mai 2009 mit an Bord, muss trotz seines Ressortsverlusts keine finanziellen Einbußen befürchten.
So bestätigte dann auch die Pressestelle der Bundesbank auf Nachfrage, dass “…die Vergütung von Vorstandsmitgliedern nicht abhängig von der Ressortverteilung bzw der Zahl der Zuständigkeiten eines Vorstandsmitglieds [ist].”
Genau genommen handelt es sich bei der “Entmachtung” Sarrazins um eine indirekte Gehaltserhöhung. Weniger Verantwortung = weniger Arbeit für gleiches Gehalt. Türken und Araber produzierten ständig kleine Kopftuchmädchen, Hartz IV Empfänger sollten sich einfach mal nen Pulli anziehen, wenn ihnen die Heizkosten zu teuer sind. Die Liste der verbalen Verfehlungen ist lang. Aber auch jetzt ist er damit wieder durchgekommen. Ganz nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, pöbelt es sich ganz ungeniert.
Es stellt sich dabei nicht die Frage, dass Deutschland dringenden Nachholbedarf bei der Integrationspolitik hat. Dies aber auf unterstem Stammtischniveau auf dem Rücken von Minderheiten auszutragen, schadet dem Ansinnen einer gelungenden Integrationspolitik. Irgendwie gruselig, das so einer auch noch Mitglied einer Partei ist, die sich “sozial” und “demokratisch” nennt.
Vielleicht hätte man sich vorher überlegen sollen, ob Sarrazin in den Vorstand der Bundesbank gehört.
* Jahresbericht 2008, Bundesbank, Seite 161
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Sarrazin ist ein eingebildeter, arroganter Proll – mehr nicht. In seinem Leben ist er nicht einer einzigen ehrbaren, tatsächlich produktiven Tätigkeit nachgegangen (siehe Lebenslauf: http://www.bundesbank.de/aufgaben/aufgaben_vorstand_sarrazin.php ).
Seine einzigen Verdienste bestehen darin, sich die eigenen Taschen auf dem Rücken der Steuerzahler und der Großkapital-Lobby vollgemacht zu haben.
Wer dem Deppen irgendeine Bedeutung beimisst, dem ist nicht zu helfen. Allerdings ist er immerhin ein leuchtendes Beispiel für den Werteverfall in unserer Gesellschaft. “Ich, ich, ich – scheiß auf das Pack zu meinen Füssen; nach mir die Sintflut!”
[Der letzte Teil des Beitrages musste leider aus rechtlichen Gründen entfernt werden. Anm.d.Admin]