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Die etwas andere Wochenrückblick
FAZ Herausgeber Frank Schirrmacher findet, die Informationsflut aus dem Netz “vermanscht” unser Gehirn, zumindest kommt er nicht mehr mit. Also gut, dann hier wohlsortiert die Netzschau mit den Aufregern der Woche: Da ist zum Beispiel der Schmu mit den Maut-Verträgen: Die “Whistleblower” von Wikileaks haben da wieder einen ganz dicken Fisch an der Angel und bis auf den Stern hat sich nur heise.de ans Eingemachte gewagt sowie das zum Verlag gehörende Fachmagazin c’t. Schon lustig, dass die Verträge zum “Geldverschiebe-System” nur einen Tag nach der Toll-Collect Pressemitteilung ans Licht kommen, in der man stolz von “sinkenden Betriebskosten” spricht. Suche ich in der Onlineausgabe der FAZ nach “Maut” oder “Toll-Collect” finde ich bislang kein Sterbenswörtchen zu dem Thema. Ach richtig, Wikileaks, das sind ja die Schmuddelkinder, die auch die Sperrlisten der Kinderpornoanbieter veröffentlicht haben – pfuibah.
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Der Zeitpunkt hätte kaum besser sein können: Kurz vor dem Kopenhagener Klimagipfel, die Medien berichten nun fast täglich vom drohenden Weltuntergang, brechen Hacker in die Computer der “Climate Research Unit” der britischen East Anglia Universität ein und stehlen über 120 Megabyte mit teilweise brisantem Datenmaterial. Darunter auch über 1000 E-Mails mit der privaten Korrespondenz der Klimaforscher. Das Pikante: In den teilweise über zehn Jahre alten Mails ist von Tricksereien und Datenmanipulation die Rede, werden Taktiken erörtert, kritische Stimmen zum menschgemachten Klimawandel unglaubwürdig zu machen oder unliebsame Magazine nicht mehr mit Artikeln zu versorgen und in Misskredit zu bringen. Der Datenklau wurde von offizieller Seite bereits bestätigt. Die bloßgestellten Wissenschaftler sehen ihre E-Mails aus dem Kontext gezogen und fühlen sich mißverstanden.
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 Endlich wieder Herbst: Auch heute Morgen ging Herr M. aus D. wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nach...
Die Niederlande machen es vor, wann folgt Deutschland? Um etwas gegen den CO2-Ausstoß zu tun, sollen in den Niederlanden künftig alle Autos mit einem GPS-Sender ausgestattet werden. Dieser sendet dann an eine “zentrale Staatskasse” die gefahrenen Kilometerdaten. Der Autofahrer zahlt dann für jeden Gefahrenen Kilometer eine Sondersteuer im Namen des Klimaschutzes, die Kfz-Steuer soll dafür abgeschafft werden. Warum aber so kompliziert? Warum GPS-Geräte in jedes Auto? Warum die umständliche Datenerfassung eines jeden einzelnen PKW? Warum der Aufwand, verschiedene PKW-Typen unterschiedlich zu besteuern?
Warum wird nicht einfach der Sprit höher besteuert und im Gegenzug die Kfz-Steuer abgeschafft? Das wäre die einfachste und sehr transparente Methode, Verbrauchsabhängig zu besteuern. Wer viel fährt, zahlt mehr, wer einen Spritfresser fährt, zahlt auch mehr. Oder geht es am Ende gar nicht wirklich um den Klimaschutz? Ist doch schön, wenn bald jeder Bürger einen GPS-Sender im Auto hat. Dann weiss man auch, wo er ist.
Mich wundert nur, dass man dies in den hiesigen Medien kaum kritisch hinterfragt. Achso, ist ja für den Klimaschutz. Da wird nicht kritisch hinterfragt.
In mehreren deutschen Universitäten halten Studenten seit einigen Tagen Hörsääle besetzt. Die Protestaktionen richteten sich gegen die Missstände im Bildungssystem. So beklagen viele Studenten übervolle Studiengänge, unterfinanzierte Universitäten und gravierende Mängel bei der Umstellung auf die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge.
In Tübingen ließ die Universität die Demonstration von der Polizei heute morgen auflösen. Augenzeugen berichten nun, bei der friedlichen Räumung seitens der Studenten sei die Polizei mit massivem Personal- und Kameraaufgebot, 100 Polizisten mit bis zu 40 Kameras für rund 300 Studenten aufgetreten, Medienberichte sprechen sogar von nur rund 200 protestierenden Studenten in der Tübinger Uni.
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Mit einer kurzen Meldung verabschiedete sich heute nach knapp zehn Jahren die Netzeitung aus dem Internet. Ab dem 31. Dezember gehen in der Onlineredaktion in Berlin die Lichter aus. Der Verlag DuMont Schauberg wird allen Mitarbeitern in Kürze die betriebsbedingten Kündigungen aussprechen. Mit dem bisherigen Konzept sei die Netzeitung nicht wirtschaftlich zu betreiben gewesen. Statt dessen werde man die Netzeitung zu einem automatisierten Nachrichtenportal umbauen.
Na klasse, dann haben wir bald ein überflüssiges Nachrichtenportal mit unpersönlich zusammengeklatschten Agenturmeldungen mehr. Das kann ich auch überall sonst lesen. Spart euch die letzten paar Euro für die hundertfach bereits gescheiterte “Idee” und erhöht den gefeuerten Mitarbeitern die Abfindung. Da haben dann alle mehr von, garantiert!
Liebe Eva, gut eine Woche ist vergangen, seitdem Deine Story über den Kampf “Das Imperium vs. Philipp” durch die Blogs des Internet geistert. Zahllose Beiträge sind erschienen, zahllose Kommentare hast Du in Deinem Blog bei der taz erhalten und beantwortet. Heute möchte ich Dir anhand eines Beispiels aus dem realen Leben aufzeigen, dass es auch anders geht. Gestern stolperte ich ganz zufällig und ohne teuren Plagiat-Aufspür-und-Abmahn-Dienstleister auf einen Artikel aus dem Onlinemagazin “der Freitag“.
 Bild: Screenshot aus Artikel von "der Freitag" vom 5.11.2009
Hoppla, dachte ich. Das Foto darin kennst Du doch? Und tatsächlich, da stand sogar mein Name drunter. Aber wie bei Dir hat man mich vorher weder gefragt noch ein Bildhonorar gezahlt. Der Unterschied: Hier hat sich kein “Schlafanzug tragender Blogger” meines Bildes bedient sondern ein echter Zeitungsverlag. Da dachte ich mir, schreibst doch mal ne freundliche Mail…
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