So macht man das, Eva…

6. November 2009


Liebe Eva, gut eine Woche ist vergangen, seitdem Deine Story über den Kampf „Das Imperium vs. Philipp“ durch die Blogs des Internet geistert. Zahllose Beiträge sind erschienen, zahllose Kommentare hast Du in Deinem Blog bei der taz erhalten und beantwortet. Heute möchte ich Dir anhand eines Beispiels aus dem realen Leben aufzeigen, dass es auch anders geht. Gestern stolperte ich ganz zufällig und ohne teuren Plagiat-Aufspür-und-Abmahn-Dienstleister auf einen Artikel aus dem Onlinemagazin „der Freitag„.

Bild: Screenshot aus "der Freitag" vom 5.11.2009

Bild: Screenshot aus Artikel von "der Freitag" vom 5.11.2009

Hoppla, dachte ich. Das Foto darin kennst Du doch? Und tatsächlich, da stand sogar mein Name drunter. Aber wie bei Dir hat man mich vorher weder gefragt noch ein Bildhonorar gezahlt. Der Unterschied: Hier hat sich kein „Schlafanzug tragender Blogger“ meines Bildes bedient sondern ein echter Zeitungsverlag. Da dachte ich mir, schreibst doch mal ne freundliche Mail…

Gesagt getan, ich verfasste ein kleines Anschreiben, wies auf den Umstand hin, dass das verwendete Bild in meiner Fotosammlung bei Flickr unter der Creative Common Lizenz „Attribution/NonCommercial 2.0“ nur nichtkommerziellen Anbietern kostenlos zur Verfügung stand (also den „schlafanzutragenden“ Privatbloggern zum Beispiel).

Ich bat um die Erstattung eines kleinen Bildhonorars von 30 Euro gemäß Empfehlung der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM), die auch vom Deutschen Journalisten Verband (DJV) als Orientierungshilfe zur Verfügung gestellt wird, oder aber Alternativ (ganz Dich als Vorbild nehmend) um eine Spende von mindestens 50,00 Euro für einen gemeinnützigen Verein, der Kindern in Haiti hilft, da mir dies persönlich am Herzen liegt.

Es dauerte nur eine Nacht und schon am nächsten Morgen bekam ich eine freundliche E-Mail von der Verlagsleitung, in der man beteuerte, dass es sich in der Tat nur um ein Versehen handeln konnte, da man die CC-Lizenzen sonst sehr genau beachte.

Ein Versehen, wie es vielleicht auch Philipp beging, als er sich als journalistischer Laie vielleicht nicht ganz im Klaren darüber war, wie ein ordentliches Zitat auszusehen hat und daher etwas großzügig aus Deinem Artikel zitierte?

Der Kontakt mit „der Freitag“ verlief sehr angenehm, ich übermittelte die Rechnung und man versprach mir auch noch ein Exemplar der Printausgabe. Freue mich, kannte ich die Zeitung bis dahin doch nur vom Namen her.

Nun verhält es sich bei mir so, dass ich in der glücklichen Lage bin, finanziell nicht vom Verkauf meiner Bilder leben zu müssen. Auch habe ich keine Zweitwohnung in New York zu unterhalten, ich Glücklicher. Aus diesem Grund habe ich mich in diesem Fall entschlossen, sobald ich die 30 Euro erhalten habe, den Betrag auf 50 Euro aufzustocken und diese dem von mir ausgesuchten Verein zu spenden. Frei nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber.

Man kann ja nicht nur immer negatives bloggen, oder?


Update:
Vielleicht ist Eva Schweitzer ja auch Opfer der „Abmahnindustrie“ geworden und hat sich da was aufschwatzen lassen, was sich bestens eignet, den eigenen Ruf zu ruinieren. So schreibt Johannes Boie in der „Schaltzentrale“ unter blogs.sueddeutsche.de:

Außerdem sagte Schweitzer, dass nicht sie sich an TextGuard gewandt habe, sondern dass sich TextGuard bei ihr gemeldet habe und ihr das Geschäft vorgeschlagen habe.

Und auch Jörg-Olaf Schäfers bei netzpolitik.org sieht Eva Schweitzer und die von ihr beauftragten Anwälte nun in der Rechtfertigungsfalle:

…durch die offenherzige Art von Frau Schweitzer haben Gerigk und seine Anwälte nun wohl ein ernsthaftes Problem. Prima Eigentor, liebe Abmahner. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

3 Gedanken zu „So macht man das, Eva…

  1. daMax

    und alle so: yeeaah! Nee im Ernst: prima Aktion. Unaufgeregt, freundlich aber bestimmt. Das funktioniert sicher besser als Fr. Schweitzers Spatzenkanonade. Meine Meinung dazu gibt’s hier.

  2. Pingback: đª]V[ªX » Links 2009-11-06

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