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28. Juli 2010

Irak: Britische Helikopter 'knarzen fürchterlich'

Als ob die Veröffentlichung tausender geheimer US-Militärdokumente aus dem Afghanistan-Krieg unseren Politikern nicht schon genug Kopfschmerzen bereitet: Jetzt berichtet der Independent über Dokumente, in denen sich hochrangige britische Militärs über die mieserable Ausstattung ihrer Truppen im Irak beschweren. Die im Irak stationierten Hubschrauber “knarzen fürchterlich” und mit den Flugzeugen für den Truppentransport in und aus dem Nahen Osten sei es noch schlimmer bestellt. Vor allem der für die Soldaten wichtige Heimaturlaub, im Militärjargon “R&R-Break” genannt, würde so immer schwieriger durchführbar, was sich letztendlich auf die Effektivität der Einsatzkräfte auswirke.

So zitiert der Independent General Sir Mike Jackson, Oberbefehlshaber der britischen Armee von 2003 bis 2006 aus einem nun veröffentlichten Dokument aus 2005:

Our support helicopter fleet is creaking badly. [...] JHF-I (Joint Helicopter Force Iraq) is struggling to meet its tasks even with rigorous prioritisation. [...] Quite apart from the morale effect of inordinate delays, the difficulties with R&R are now beginning to impact significantly on the operational effectiveness of the Division.

Unsere Hubschrauber-Unterstützungsflotte knarzt fürchterlich. [...] Die JHF-I (Vereinte Helikopter Kraft Irak) hat Schwierigkeiten, ihre Aufgaben selbst bei rigoroser Priorisierung zu erfüllen. [...] Abgesehen von den moralischen Folgen dieser unregelmässigen Verzögerungen, beginnen die Schwierigkeiten mit dem R&R sich jetzt deutlich auf die operative Effektivität der Divisionen auszuwirken.

Merke, das war bereits vor fünf Jahren! Irak oder Afghanistan: Wo immer man dieser Tage auch hinschaut, es wird immer deutlicher. Da tickt eine Zeitbombe: Kaputte Ausrüstung, frustrierte Soldaten, tödliche Fehlschläge. Das ist bestimmt nicht nur im Irak ein Problem und sicherlich nicht nur bei den Briten. Kein Wunder, dass man auch in Afghanistan immer lauter über Rückzugsstrategien nachdenkt. Fragt sich nur, was man im Endeffekt wirklich erreicht hat, außer einer wahnsinnigen Materialschlacht mit unzähligen Toten. Den Terror besiegt? Wohl kaum.

Vor allem die nun zu erwartenden täglich neuen Details aus dem veröffentlichten WikiLeaks Dokumenten dürfte den Afghanistan-Krieg in der Öffentlichkeit in ein völlig neues Licht rücken. Wie schmutzig der Irak-Krieg gewesen ist, hat WikiLeaks ja bereits vor einigen Monaten mit “Collateral Murder” eindrucksvoll präsentiert. Dort versickern die Milliarden für den Wiederaufbau im Übrigen gerade in irgend welchen dunklen Kanälen…

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