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Eva Herman: Auf den Kopp gefallen?

Auf der Duisburger Loveparade sterben im Gedränge des einzigen Ein- und Ausgangs 19 Menschen, hunderte werden verletzt. Wer letztendlich Schuld an dem Unglück ist, wer bei der Planung oder Freigabe der Veranstaltung gepennt hat, all das wird in den nächsten Tagen und Wochen zu klären sein. Den Toten und Hinterbliebenen hilft das letztendlich herzlich wenig. Doch im Windschatten des Unglücks meldet sich plötzlich wieder eine zu Wort, die schön des Öfteren mit zweifelhaften Äußerungen wie etwa zur Rolle der Frau im dritten Reich, aufgefallen ist. In kruden Worten – einem fanatischem Christenprediger nicht unähnlich – spricht sie von Sodom und Gomorrha, zügellosem Sex, Drogen und Alkohol und macht neben der “heutigen Jugend” und ihren “verfallenen Sitten” die 68er-Generation für die Katastrophe verantwotlich. Ihre Andeutung, eine höhere Macht (Gott?) habe dem ungezügelten Treiben ein Ende gesetzt, lässt mich aufschreien und fragen: Oh Eva, warum bist Du bloß so auf den Kopp gefallen?

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Der E-Postbrief: Mehr Nachteile als Vorteile?

Seit kurzem wirbt die Deutsche Post AG mit dem E-Postbrief. Einer angeblich sicheren Variante, elektronische Briefe – füher hieß das mal E-Mail -  zu verschicken. Ganz ohne Spam und mit Übergang in die physische Welt, denn eine elektronisch aufgebene Nachricht kann auch auf Papier zugestellt werden. Und weil sich jeder Nutzer einer E-Post Adresse zuvor bei der Post registrieren und identifizieren lassen muss, sei das ganze auch viel sicherer als die E-Mail und bringt dem Kunden viele Vorteile, auch bei Behördengängen. Aber stimmt das überhaupt?

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Klimawandel ist schon praktisch...

.. denn alle miseren der Welt kann man heutzutage dem Klimawandel in die Schuhe schieben. Wenn es regnet und die Flüsse über die Ufer treten, dann sind nicht etwa Begradigungen und der ungezügelte Zubau der Flussauen schuld, nein, dann war es der Klimawandel.

Und auch die Deutsche Bahn AG hat jetzt den Klimawandel als Schuldigen für ihr Hitzeproblem in den einstigen Prestige-Schnellzügen ausgemacht. Weil die Klimaanlagen ab 32 Grad ihren Dienst quittieren ist wohl der Klimawandel schuld. So heisst es, die ICE der 1. und 2. Generation seien in den 80er und 90er Jahren entwickelt worden. Man habe damals noch nicht mit so hohen sommerlichen Temperaturen rechnen können (siehe auch FTD: Bahn gibt Klimawandel Schuld am ICE-Hitzechaos).

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Elende Spießer

Zugegeben, ich bin kein richtiger Fußballfan. Mit Fußball untrennbar verbunden sind für mich auch die an Wochenenden an Bahnhöfen und in Straßen herumgröhlenden Fans, spätestens nach dem Spiel nicht selten mit deutlicher Alkoholfahne versehen. Aber gut, wenn man sie in Ruhe lässt, sind sie ja auch meist friedlich. Sollen sie halt ihren Spaß haben und sich an den Wochenenden in den Stadien Flagge schwenkend, trommelnd oder drucklufttrötend ihrem Hobby ergeben. Soviel Toleranz habe ich auch noch.

Nun ist wieder Fußball WM und in Südafrika ist nunmal die Vuvuzela das Instrument der Wahl, wenn es darum geht, in den Stadien und drumherum unüberhörbar Stimmung zu verbreiten. Aber was ist das? Plötzlich sind die sonst beim Fußball ach so toleranten Teutonen angenervt über die “Wahnsinnströte” und fordern landauf landab deren Verbot. Is’ ja mal wieder typisch.

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Bakschisch, Kontodaten, Kloppe für Studenten und ein vermanschtes Gehirn in Augsburg

Zuviel Internet führ zur Gehirnschmelze...Die etwas andere Wochenrückblick

FAZ Herausgeber Frank Schirrmacher findet, die Informationsflut aus dem Netz “vermanscht” unser Gehirn, zumindest kommt er nicht mehr mit. Also gut, dann hier wohlsortiert die Netzschau mit den Aufregern der Woche: Da ist zum Beispiel der Schmu mit den Maut-Verträgen: Die “Whistleblower” von Wikileaks haben da wieder einen ganz dicken Fisch an der Angel und bis auf den Stern hat sich nur heise.de ans Eingemachte gewagt sowie das zum Verlag gehörende Fachmagazin c’t.  Schon lustig, dass die Verträge zum “Geldverschiebe-System” nur einen Tag nach der Toll-Collect Pressemitteilung ans Licht kommen, in der man stolz von “sinkenden Betriebskosten” spricht. Suche ich in der Onlineausgabe der FAZ nach “Maut” oder “Toll-Collect” finde ich bislang kein Sterbenswörtchen zu dem Thema. Ach richtig, Wikileaks, das sind ja die Schmuddelkinder, die auch die Sperrlisten der Kinderpornoanbieter veröffentlicht haben – pfuibah.

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Verbotsschwemme: Das Ende der Eigenverantwortung

Subjektiver Eindruck oder Tatsache? Die Politik überschlägt sich mit immer neuen Verbotsforderungen

“Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.” – so steht es im Artikel 2 des Grundgesetzes. Und dieses Recht auf freie Entfaltung bedeutet, dass ich mein Leben so gestalte, wie es  mir gefällt – auch wenn andere meinen Stil für unvernünftig halten. Im Falle von Minderjährigen sind es die Eltern, die immer noch die Hauptverantwortung für ihre Sprößlinge haben. Doch mit immer neuen Verbotsforderungen unter dem Etikett des Jugendschutzes untergräbt die Politik das notwendige Gespür der Eltern für eben diese Eigenverantwortung!

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Adieu Marktwirtschaft: Zwangsabgabe weil Geschäftsmodell versagt

Die Verlage beschweren sich über Content-Klau im Internet und bedienen sich doch selbst gerne für lau im Netz

Weil man es bis heute nicht zu einem lohnenswerten Geschäftsmodell im Internet gebracht hat, sollen nun die User blechen. Die Axel Springer AG, in Person ihr “Chief Marketing Officer” – klingt ein bisschen wie ein Indianerhäuptling – Peter Würtenberger, möchte mit einer Zwangsabgabe auf Computer die gebeutelten Verlage subventionieren. Wenn die Marktwirtschaft versagt, muß halt der Staat eingreifen. Die Begründung ist einfach: Suchmaschinen wie Google würden journalistisch wertvolle Inhalte verwenden und damit Milliardenumsätze generieren von denen die Verlage nichts hätten. Warum sollen dann aber ausgerechnet Käufer eines Computers eine GEMA-ähnliche Zwangsabgabe leisten? Während sich Medienkonzerne über den angeblichen massenhaften “geistigen Diebstahl” im Internet beschweren, sind sie es doch, die sich gerne ungefragt an Text- und Bildmaterial aus dem Netz bedienen: Ob aus Twitter, Youtube, Facebook oder StudiVZ. Gerade die “Bild”-Zeitung – ich würde ja lieber das Wort “Zeitung” in Anführungsstrichen sehen – vergreift sich gerne mal am Internet und fragt nicht nach dem Urheberrecht.

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Liebe FAZ, das “World Wide Web” wird 20, nicht das “Internet”

Bitte nein, ich will nicht mehr, hört auf. Das darf doch alles nicht wahr sein. Vor 20 Jahren hat Tim Berners Lee die “HyperText Markup Language”, kurz HTML, entwickelt und damit den Grundstein für das heutige World Wide Web im Internet gelegt. Das ist das schöne Bunte, das wir täglich mit unseren “Webbrowsern” mittels “Hyper Text Transport Protocol” (die lustige Buchstabenfolge vor jeder URL) durch”surfen”. Für die FAZ ist das mit dem WWW und dem Internet aber offensichtlich alles eine Suppe und schwupps, gratuliert sie dem Internet und nicht dem WWW jetzt auch zum 20sten. Ich brech zusammen. Das Internet entwickelte sich aus dem 1969 entstandenem Arpanet, einem Militärnetz, das einen Atomschlag aushalten sollte (jetzt mal die ganz kurze Version). Seit 1971 konnte man so beispielsweise zum ersten Mal E-Mails verschicken. Über das “Internet” konnte man also schon lange vor dem World Wide Web über andere Applikationen Daten austauschen. Dann gabs u.a. noch Telnet, Usenet oder Dateiübertragung mittels FTP. Alles “Internet”. Aber ich weiß, Wikipedia ist ja auch Internet und irgendwie böse weil da jeder reinschreiben darf. Dabei hätte ein Blick hinein diesmal echt nicht geschadet.

Und ihr regt euch über zeternde Blogger auf?

Und jetzt schnell das Wort "Internet" mit "World Wide Web" ersetzen. Vielleicht merkts ja keiner.

Das Manager-Magazin glaubt übrigens auch an 20 Jahre Internet. Richtig hingegen berichten u.a. die NZZ, die Netzeitung, die Nachrichtenagentur AFP, die Deutsche Welle und selbstverständlich heise-online.