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	<title>Dennis Knake &#124; Just my (2 Cent) &#187; Meinung</title>
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	<description>Ungefiltert, ohne Zucker</description>
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		<title>Der Tod Bin Ladens &#8211; kein Sieg der Humanität</title>
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		<pubDate>Fri, 06 May 2011 14:25:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Richard Herzinger]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Damit eines gleich klar ist: Nachdem ich den Beitrag von WELT-Korrespondent Richard Herzinger &#8220;<a title="Freie Welt Blog" href="http://freie.welt.de/2011/05/05/der-tod-bin-ladens-ein-sieg-der-humanitat/" target="_blank">Der Tod Bin Ladens &#8211; ein Sieg der Humanität</a>&#8221; gelesen habe, wurde mir deutlich, warum sich gerade in den Leserkommentaren des Onlineangebotes der WELT immer so viel rechtskonservatives (und leider noch viel schlimmeres) Gedankengut wiederfindet. Da scheint die schreibende Zunft der Leserschaft in nichts nachzustehen. Der Beitrag trieft von amerikanischem Phatos, lässt den obligatorischen Rundumschlag gegen Grüne und Linke nicht aus und ist auch sonst in bestem Neocon-Talk gehalten. Ich kannte das Blog von Herzinger zuvor nicht. Aber schon beim ersten optischen Eindruck schwante mir übles. Der Artikel ist ein Schlag ins Gesicht für alle denen Begriffe wie Völkerrecht, Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit noch etwas bedeuten. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, einzelne Passagen zu kommentieren. Kurz zusammengefasst: Herzinger regt sich darüber auf, dass die Deutschen es gewagt haben, Angela Merkels freudige Worte über den Tod Bin Ladens zu hinterfragen und sich auch sonst nicht zu Hurra-Rufen hinreißen ließen.</p>
<p><span id="more-2208"></span></p>
<blockquote><p>Der Tod Bin Ladens – ein Sieg der Humanität</p></blockquote>
<p>Schon bei der Überschrift geht es los. Die Humanität habe gesiegt, schreibt Herzinger. Zu den humanitären Grundsätzen nach klassischer Definition gehören für mich neben der Achtung der Menschenrechte und vor allem des Völkerrechts prinzipiell noch so Dinge wie Pazifismus, also eine ethische Grundhaltung, Kriege grundsätzlich abzulehnen. Ich zwinge ja keinen, dieser Grundhaltung zu entsprechen, aber sich im Falle des Todes von Bin Laden auf die Humanität zu berufen, grenzt schon an einer Vergewaltigung des Begriffs an sich.</p>
<blockquote><p>Damit eines gleich klar ist: Ich freue mich unbändig über den Tod Osama Bin Ladens.</p></blockquote>
<p>Wen&#8217;s interessiert. Das steht Herrn Heinziger natürlich frei. Ein Christ wie Angela Merkel ist er offenbar nicht. Wenn doch, dann sollte er sich nochmal genauer mit dem Christentum beschäftigen. Es ist eben ein Unterschied, ob man sich nur so nennt oder es auch wirklich praktiziert. Ich selbst bin keiner, dennoch habe ich das Gefühl manchmal näher an den angeblich christlichen Grundwerten zu sein, als so mancher bekennender Christ. So auch Angela Merkel. Daher war ihre Äußerung auf jeden Fall unangemessen.</p>
<blockquote><p>Nicht nur habe ich größtes Verständnis für den Jubel der Amerikaner über die hoch professionell und effektiv ausgeführte Aktion des US-Spezialkommandos, […] ich hätte auch gerne zusammen mit den Menschen am Times Square oder an Ground Zero über diesen Triumph der Humanität über das Prinzip totalitärer Massevernichtung gejubelt.</p></blockquote>
<p>Herr Herzinger war beim Zugriff wohl direkt vor Ort. Wie sonst weiß er, dass alles Professionell und effektiv ablief? Von dem gecrashten Hubschrauber sehen wir mal rücksichtsvoll ab.</p>
<p>Und wenn er das mit dem Jubeln und Fahneschwenken so toll findet, bitte sehr. So manch Hinterbliebenen des Terroranschlags vom 11. September 2001 war nicht nach jubelschreien am Time Square zumute. <a title="stern.de: Bin Ladens Tod ändert nichts&quot;" href="http://www.stern.de/panorama/hinterbliebene-der-911-opfer-bin-ladens-tod-aendert-nichts-1681449.html" target="_blank">Im Gegenteil. Es hat alte Wunden aufgerissen</a>.</p>
<p>Das war wohl eher eine Spaßveranstaltung für weniger direkt betroffene. Denn ganz ehrlich: Was bringt es mir, mich darüber zu so euphorisch zu freuen? Ist die Welt jetzt sicherer? Wer das glaubt, glaubt wohl auch an den Weihnachtsmann. Aber vielleicht bin ich auch nicht so anfällig für so Massenjubelfeiern.</p>
<blockquote><p>Und ich empfinde es als eine Schmach und als tief beunruhigend, dass hier in Deutschland nicht einmal ein Anflug solchen Jubels zu entdecken war.</p></blockquote>
<p>Entschuldigung, den Meisten von uns war wohl nicht zum Flaggenschwenken zumute. Wir finden es schließlich auch befremdlich, wenn in irgend einem islamischen Land die Massen mal wieder gröhlend durch die Straßen ziehen. Irgendwie ist das nicht unser Ding. Höchstens beim Fußball machen wir da eine Ausnahme.</p>
<blockquote><p>Statt dessen leistet sich dieses seltsames Land eine ebenso bizarre wie peinliche und bigott-selbstgerechte Debatte darüber, ob es denn ethisch vertretbar sei, sich “über den Tod eines Menschen zu freuen, auch wenn es ein Verbrecher, gar ein Mörder ist.”</p></blockquote>
<p>Ah, die Merkel-Sache wieder: Bigott ist es, sich als Christ zu bezeichnen und sich dann über den Tod von Menschen zu freuen. Punkt.</p>
<blockquote><p>Auch wenn! Als sei dies irgendein nebensächlicher, ergänzender Aspekt […] als habe es sich bei Osama Bin Laden um irgendeinen gewöhnlichen Kriminellen, um irgendeinen beliebigen Serienkiller oder Amokläufer gehandelt – die man übrigens auch hierzulande notfalls zu erschießen pflegt, ist eine gefahrlose Festnahme nicht möglich.</p></blockquote>
<p>Ich kenne leider keinen Passus in unserem Grundgesetz noch in irgendeinem anderen Gesetz unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung, die da sagt „wenn es sich um einen Massenmörder und nicht nur um einen Serienkiller oder Amokläufer handelt, sind die Menschenrechte außer Kraft gesetzt.“ Wir sind doch schließlich diejenigen die der restlichen Welt immer wieder sagen, dass unsere freie Welt auf dem Grundprinzip der Rechtstaatlichkeit funktioniert. Und ganz nebenbei: Wieder einmal bestätigt Herzinger, dass er bei der Aktion wohl zugegen gewesen sein muss. Woher sonst die Gewissheit, dass die Navy-Seals gar keine andere Chance hatten, als Osama zu erschießen.</p>
<blockquote><p>Eine absurdere Verehrung von moralisch-rechtlichen Maßstäben und Relationen lässt sich kaum mehr denken. Es war Osama Bin Laden, der Leben in wertes und unwertes schied.</p></blockquote>
<p>Und deswegen dürfen wir unsere Vorstellungen von Recht und Moral auch mal kurz über Bord werfen? Dieses ungeheuerliche Vernichtungsprinzip hob Osama Bin Laden in eine andere Kategorie als die “gewöhnlicher” Kriegsverbrecher oder Menschenschlächter? Für mich sind Menschenschlächter Menschenschlächter und Kriegsverbrecher Kriegsverbrecher. Ihnen allen haftet Ungeheuerlichkeit und Unmenschlichkeit an. Ob nun Osama Bin Laden, Adolf Hitler, die Schlächter in Jugoslawien oder Ruanda, um nur ein paar Wenige aufzuzählen. Eine Kategorie noch oberhalb dieser Massenmörder, in der unvergleichlich nur ein Osama hineinpasst, existiert nicht.</p>
<blockquote><p>Denn es etablierte eine diabolische Anti-Moral, die auf der absoluten Negation jeglicher Grundübereinkünfte basiert, die menschliches Zusammenleben überhaupt möglich macht und die in ihrer extremistischen Konsequenz allenfalls mit der nationalsozialistischen oder auch stalinistischen Vernichtungsideologie vergleichbar ist.</p></blockquote>
<p>Junge junge, nun fährt er aber schwere Geschütze auf. Wer sich also bedingungslos auf die Einhaltung rechtsstaatlicher Grundprinzipien beruft, wer sich einfach nicht „freuen“ will und Flagge schwenkend auf die Straße rennen mag, wenn ein Mensch getötet wird. Und wer es zudem lieber gesehen hätte, dass man Osama einen Prozess nach rechtstaatlichen Prinzipien gemacht hätte, der &#8220;verehrt&#8221; moralisch-rechtliche Maßstäbe bis ins &#8220;absurde&#8221; und macht sich mitschuldig?</p>
<p>An dieser Stelle wird wohl so mancher bemerken wollen, warum ich Osama Bin Laden immer noch als Menschen bezeichne. So ein Massenmörder sei doch kein Mensch mehr und habe alle Grundrechte verspielt wird man mir entgegen halten.</p>
<p>Ich kann diese Meinung nach emotionalen Gesichtspunkten sogar verstehen. Aber zur Aufrechterhaltung eines funktionierenden Rechtsstaates ist es unabdingbar notwendig, einen Menschen immer als Menschen zu sehen. Sobald man ihm das Menschsein abspricht, begibt man sich auf den Pfad jenseits der Humanität und genau dann bereitet man den Weg für Vernichtungsideologien wie sie die Nationalsozialisten oder Stalinisten verfolgt haben. Hier verdeutlicht sich auch nochmal die Absurdität  der Überschrift.</p>
<blockquote><p>…mit der Tötung des Mordherren [ist] ein Stück Gerechtigkeit wiederhergestellt worden.</p></blockquote>
<p>Herr Heinziger spricht hier wohl nur von gefühlter Gerechtigkeit auf einer sehr emotionalen Ebene. Aber wohl kaum von rechtsstaatlich herbeigeführte Gerechtigkeit. Den Hinterbliebenen der Terroranschläge aus der Feder des Osama Bin Laden wird durch die schnelle Beseitigung desselbigen kaum lange Befriedigung widerfahren. Die Toten werden dadurch auch nicht wieder lebendig und der Westen hat die große Chance verpasst zu zeigen, wie ernst wir unsere gebetsmühlenartig wiederholten Prinzipien von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit nehmen.</p>
<blockquote><p>Aus demselben Grunde wäre es für den Großteil der Menschheit auch selbstverständlich gewesen, über ein gelungenes Attentat auf Adolf Hitler mit unbändiger Erleichterung zu jubeln.</p></blockquote>
<p>Immer diese Vergleiche zum dritten Reich. Aber gut: Ich war zwar nicht selbst dabei, aber ich glaube die Menschen in Europa fühlten sich durch Adolf Hitler und seine Massenvernichtungsmaschinerie etwas akuter bedroht, als vor einem Osama Bin Laden, der seit 10 Jahren als Phantom durch die Medien geisterte. Meine Großmutter, das kann ich versichern, hatte während des zweiten Weltkriegs auf jeden Fall mehr Angst, als sie es in den vergangenen zehn Jahren hatte.</p>
<blockquote><p>Oder hätte sich ein Herr Schönenborn vom Westdeutschen Rundfunk, wäre es Stauffenberg gelungen, Hitler zur Hölle zuschicken, auch […] vor eine Kamera gesetzt, um […] darüber zu dozieren, dass es rechtstaatlich unzulässig und eines zivilisierten Landes unwürdig sei, einen Mörder “einfach abzuknallen”?</p></blockquote>
<p>Der Vergleich hinkt aber gewaltig. Die Attentäter um Stauffenberg waren Freiheitskämpfer und nicht offiziell beauftragte Spezialisten eines sich selbst Rechtsstaat schimpfenden Landes. Bitteböse Ironie der Geschichte: Früher nannte man sie selbstverständlich Terroristen und machte kurzen Prozess mit ihnen. Die haben sich im übrigen auch nicht zuvor jahrelang hingestellt und der ganzen Welt was von Freiheit, Demokratie und Menschenrechte gepredigt. „Land of the Free“, „God’s own Country“ und all diese hohlen Phrasen. Sorry, ich bin Europäer, ich kann mit diesem patethischen Scheiss nichts anfangen.</p>
<blockquote><p>Hätten die Verschwörer des 20. Juli ihr Vorhaben in die Tat umsetzen können […] hätten sie damit stellvertretend für die gesamte Humanität gehandelt, so wie das US-Spezialkommando jetzt im Auftrag der gesamten Humanität gehandelt hat.</p></blockquote>
<p>Auweia. Die Humanität höchst persönlich hat die Navy-Seals beauftragt, Osama Bin Laden zu erschießen. Herzinger hält es da wohl ähnlich wie <a title="Wikipedia: Erich Mielke" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Mielke" target="_blank">Erich Mielke</a>, damals als DDR-Armeegeneral. Der hat mal gesagt:  <em>„Kurzer Prozess. Weil ich ein Humanist bin. Lieber Millionen Menschen vorm Tode retten, als wie einen Banditen leben lassen. […] Das ganze Geschwafel von wegen nicht Hinrichtung und nicht Todesurteil &#8211; alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil.“ <a title="Erich  Mielke - Ein deutscher Jäger" href="http://www.eva-maria-hagen.de/Allerhand/Mielke.shtml" target="_blank">(aus: Erich Mielke &#8211; ein deutscher Jäger)</a><br />
</em></p>
<p>Nun würde ich Herzinger nicht gerade in die ideologische Ecke eines Erich Mielke stecken wollen, aber so weit unterscheiden sich da wohl die Auffassungen nicht. Aber wollen wir so ein Wertesystem zurück? Ich hoffe doch nicht.</p>
<p>Und irgendwie passt Herzinger wohl nicht, dass wir deutschen nach den zwei Weltkriegen offenbar etwas nachdenklicher geworden sind.</p>
<blockquote><p>Früher, könnte man in Abwandlung eines Bonmots des Essayisten Wolfgang Pohrt sagen, hat Deutschland der Welt den Krieg erklärt. Heute erklärt es ihr die Moral.</p></blockquote>
<p>Soll ich ganz ehrlich sein? Genauso bin ich erzogen worden. Nicht nur durch meine Eltern. Auch die staatliche Schulbildung hat mir immer wieder eingetrichtert: Krieg ist Böse. Nie wieder Krieg. Niemals vergessen was geschehen ist. Dazu brachte man uns in verschiedensten Schuljahren nach Dachau oder Theresienstadt. Ich war auch in Auschwitz-Birkenau und stand dort in den Gaskammern. Erschreckende Orte. Unvorstellbar. Für mich war klar: Nie wieder darf einer solchen Verachtung für menschliches Leben der Boden bereitet werden.</p>
<p>Wenn ich durch diese Erfahrungen eine etwas differenziertere Moralanschauung habe, dann kann ich darin nichts Schlechtes erkennen und bin verdammt nochmal stolz darauf. Oder anders gesagt: ENTSCHULDIGUNG, wenn ich dadurch etwas kritischer und nachdenklicher  geworden bin und keinen Bock habe, Fahnenschwenkend irgend welchen  Massen hinterher zu rennen, um den Tod von jemadem zu bejubeln, den ich nur aus dem Fernsehen kenne.</p>
<p>Offenbar haben wir Deutschen (sicherlich nicht alle) aus unseren Fehlern gelernt. Und wenn uns das nachdenklicher und zögerlicher macht und wir nicht bei jeder Gelegenheit jubelnd auf die Straße ziehen, dann ist das gut so! Diese selbstkritische Aufarbeitung ihrer Geschichte kann man ja nicht von allen Völkern behaupten, die Massenmorde in ihrer Vergangenheit zu verantworten haben.</p>
<blockquote><p>Davon ist unberührt, dass die Tötung Bin Ladens womöglich nur die zweitbeste Lösung nach seiner Gefangennahme und Aburteilung vor Gericht war.</p></blockquote>
<p>Nanu? Einsicht? Die dunkle Seite der Macht ist stark in ihm, aber es scheint, als sei die Hoffnung noch nicht ganz verloren.</p>
<blockquote><p>Steht allerdings zur Alternative, dass er inmitten eines hitzigen Gefechts […] hätte entweichen und seine Verbrechen weiterführen können.</p></blockquote>
<p>Jeder Gefangene kann entweichen und unter Umständen seine Untaten weiterführen. Das genau dies nicht passiert, zeichnet eine wahrlich professionelle und gelungene Operation aus. So ist das nunmal. Oder kommt jetzt wieder diese aus reiner Emotionalität getriebene Einstufung zum Superverbrecher, für den man die eigenen Prinzipien außer Kraft setzen darf?</p>
<blockquote><p>Mittlerweile sind in der deutschen Öffentlichkeit aber längst die USA statt Osama Bin Laden auf die Anklagebank gerückt.</p></blockquote>
<p>Jetzt kommt Herzingers Rückzug in die Opferrolle.</p>
<blockquote><p>Was für eine Art von Völkerrecht sollte denn das bitte schön sein, das es erlaubt, dass sich der Anführer einer illegalen Armee, die nicht nur den USA, sondern einem großen Teil der Welt den totalen Vernichtungskrieg erklärt hat, zehn Jahre lang ungestraft in einem anderen Land verstecken und unbehelligt seine Kriegsoperationen leiten kann?</p></blockquote>
<p>Illegale Armee. Wer definiert hier eigentlich welche Armee legal, und welche illegal ist? Das ist ja bestes Bush-Neusprech vom „unlawful combatant“. Und indem man irgend eine Armee (Ist Al-Kaida überhaupt eine Armee?) als „illegal“ erklärt, hebelt man auch gleich das Völkerrecht aus, weil man dann wunderbare Ausnahmen geschaffen hat? Frei nach dem Motto: Weil sich der eine sich nicht ums Völkerrecht schert, nehme ich ein paar neue Wortkonstrukte und dann brauche ich das auch nicht.</p>
<p>Dann lieber gleich zur Hölle mit dem ganzen Völkerrecht. Vergessen, warum wir solche Grundsätze aufgebaut haben? Sicherlich nicht, damit wir sie bei der ersten kniffeligen Situation über Bord werfen. Erinnert mich ein wenig an den Jungen in der Schule, der den Müll nicht wegräumen will. „Ich hab das da doch nicht hingeschmissen“. Ne, aber wenn alle so denken und keiner aufräumt, dann ersticken wir bald alle im Dreck.</p>
<p>Und es ist ja nicht so, als ob die USA nicht längst gewusst haben, wo die kleinen Terroristen herangezogen werden. Schon scheiße, wenn man sich, statt Bin Laden ausfindig zu machen, lieber jahrelang mit dem Irak beschäftigt. Ein Krieg, der aus einem Lügengebäude entstanden ist. Aber Herzinger kriegt es in einem anderen Beitrag sogar hin, den Irak-Krieg als &#8220;<a title="Freie Welt Blog" href="http://freie.welt.de/2011/04/25/vom-irak-bis-libyen-fuhrt-eine-erfolgsspur/" target="_blank">Urknall der demokratischen Erhebung in der Region</a>&#8221; zu bezeichnen und die USA damit nachträglich doch noch als die Heilsbringer für Demokratie in der arabischen Welt zu stilisieren. Frei nach Pippi Langstrumpf: Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt.</p>
<p>Ja, Saddam war ein mieser Kerl, aber es gibt noch hundert andere miese Kerle auf diesem Planeten. Die rühren wir ja auch nicht an. Schaut mal wie sie Ghaddafi mit der Kneifzange aus weiter Entfernung und nur weil es jetzt irgendwie anders nicht mehr geht halbherzig auf die Pelle rücken. Gebt es zu, wir haben uns verzettelt. Uns zu sehr von unseren wirtschaftlichen Interessen leiten lassen. Und jetzt glaubt uns der Rest der Welt unser Geschwafel von Demokratie und Freiheit mittlerweile nicht mehr.</p>
<blockquote><p>Und dann, gleichsam als Refrain, folgt noch das krönende, scheinbar realpolitisch ausgebuffte Argument: Man habe mit der Tötung Bin Ladens den Terrorführer doch bloß “zum Märtyrer gemacht”, und es sei jetzt eher mehr statt weniger Terror zu erwarten.</p></blockquote>
<p>Ist es nicht so? Die Racheschwüre klingen ja schon an. So ließ Al-Kaida bereits verlauten: &#8220;Congratulations to the Islamic Nation on the martyrdom of their devoted son Osama&#8221;. Die Flaggen für die inszenierten Verbrennungen nach dem Freitagsgebet wurden sicherlich längst gemalt. Weniger Terror ist mit der Tötung von Bin Laden auf jeden Fall nicht zu erwarten. Wer das glaubt, ist entweder dumm, naiv oder ideologisch verblendet.</p>
<blockquote><p>Mir scheint, bei dem notorischen “Märtyrer”-Argument ist der geheime Wunsch Vater des Gedankens.</p></blockquote>
<p>Ja ne ist klar. Wenn’s demnächst irgendwo wieder knallt – und davon ist leider auszugehen &#8211; dann kann man den Mahnern das am Ende auch noch zum Vorwurf machen? Sie am besten auch noch als „Terrorbefürworter“ oder „Vaterlandsverräter“ abstempeln? Herzinger schreibt in bester Bush-Manier: You’re either with us, or against us.</p>
<p>Schwarzweißdenken at it’s best. Ich renne nicht mit der Flagge auf die Straße und schreie USA! USA! Also kann ich ja nur ein Kommunist, Linker oder naiver Gutmensch sein. Ich frage mich sowieso, wie Herzinger es geschafft hat, im gesamten Text auf das Wort „Gutmensch“ zu verzichten. Seinesgleichen wirft damit ja sonst in notorischer Regelmäßigkeit damit um sich.</p>
<p>Allerdings hat er sich bis hier bereits schon über die sonst typischen Feindbilder wie Grüne und die Linke ausgelassen. Die sind ja eh immer an allem Schuld. Daher habe ich mir auch nicht die Mühe gemacht, diesen Teil noch zu kommentieren.</p>
<blockquote><p>Es ist die deutsche Öffentlichkeit selbst, die drauf und dran ist, Osama Bin Laden posthum zum Märtyrer, zum Opfer rechtstaatswidriger Rachegelüste der bösen, unzivilisierten USA zu machen.</p></blockquote>
<p>Schwachsinn!</p>
<blockquote><p>Es kann in diesem Zusammenhang übrigens auch nicht mehr verwundern, dass in dieser wachsenden Stimmung antiamerikanischen Ressentiments diversen Kommentatoren immer wieder die antisemitische Wendung von der “alttestamentarischen Rache” entfährt.</p></blockquote>
<p>Antisemit! Her hats gebracht. Antisemit. Ich fass es nicht. Darauf habe ich gewartet. You’re either with us or against us. Und wenn Du uns nicht bejubelst, es gar wagst, kritisch zu sein, dann hegst Du antiamerikanische Ressentiments oder bist gar ein Antisemit. Die Keule fliegt aber heftig bei Herzinger. Aber was Herzinger hier macht, ist nicht der Versuch der sachlichen Argumentation. Es ist einfach Faulheit, sich mit der Kritik inhaltlich auseinander zu setzen. Viel einfacher ist es, jemanden irgendwelche Ideologien vorzuwerfen. Damit lenkt man auch so schön vom eigentlichen Thema ab.</p>
<blockquote><p>Betrachte ich die armseligen Reaktionen auf diese Sternstunde der Verteidigung und Selbstbehauptung der freien Welt, kann ich genau dies leider nur über mein eigenes Land, über Deutschland sagen.</p></blockquote>
<p>Die Osama Aktion eine Sternstunde der Verteidigung und Selbstbehauptung der freien Welt. Sülz, Blah, Nichtsaussag. An Pathos fehlt es Herzinger nicht, das muss man ihm lassen. Ja, mit dieser Einstellung passt er auch nicht so gut zu Deutschland. In der Tat. Schluss aus. Mehr kommentiere ich hier von ihm nicht.</p>
<p><strong>Abschließend</strong></p>
<p>Ich verstehe durchaus, dass es nicht unbedingt möglich war, Osama bei der Aktion lebend zu schnappen. Nur, ich war nicht dabei.</p>
<p>Ich kann nicht beurteilen ob die Möglichkeit bestanden hätte. Ich weiss nicht, ob die Navy alles versucht hat, dem Kerl lebend habhaft zu werden. Vielleicht fühlten sich die Soldaten in der sicherlich gefährlichen Situation bedroht und haben zum eigenen Schutz lieber abgedrückt als abgewartet. Das ist durchaus legitim.</p>
<p>Vielleicht hatten Sie Osama aber auch schon dingfest gemacht und ein übereifriger Soldat wollte unbedingt derjenige sein, der dem Staatsfeind Nummer 1 endlich die Rübe wegschießt. Er konnte sich ja sicher sein, dafür nie zur Rechenschaft gezogen zu werden.</p>
<p>Nur, wir werden die Wahrheit nie erfahren. Das ist am Ende auch alles egal.</p>
<p>Und was die Fotos angeht: Auch ich hätte die Fotos von Osama niemals veröffentlicht. Wozu auch? Diejenigen, die an seinem Tod zweifeln und lieber einer Verschwörungstheorie anhängen, würden sich auch von Bildern nicht überzeugen lassen.</p>
<p>So können die Fotos den USA nur mehr schaden als nützen. Obama hat da also richtig gehandelt.</p>
<p>Aber es ist nicht richtig, sich als Bundeskanzlerin und bekennende Christin so offen über den Tod von Menschen zu freuen.</p>
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		<title>Den Rechtsstaat im Meer versenkt</title>
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		<pubDate>Wed, 04 May 2011 10:10:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Osama Bin Laden]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Jubeln, Fahnen schwenken und &#8220;USA! USA! USA!&#8221; skandieren. Die Videos aus den Straßen von New York und Washington nach dem verkündeten Tod von Osama Bin Laden lösen bei mir gemischte Gefühle aus. &#8220;Justice has been done&#8221;, hat Obama verkündet. Doch das war nicht &#8220;Justice&#8221;, die die Menschen zu Freudentänzen veranlasst hat. Das war die Befriedigung [...]]]></description>
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<p>Gerade durch die  Festnahme von Osama Bin Laden und einen ordentlichen Prozess hätte man der Welt zeigen  können, wie ernst wir unsere Ideale nehmen.</p>
<p>Da wäre Message Nummer 1:<br />
<em>Wir kriegen jeden, irgendwann!</em></p>
<p>Und Message Nummer 2:<br />
<em>Bei uns bekommt jeder einen rechtsstaatlichen Prozess!</em></p>
<p>Das Problem: Wir sind ein  Haufen Heuchler.</p>
<p>Und genau mit dieser Heuchelei liefern wir allen Terroristen und Terroranwärtern die besten Argumente, warum es richtig sei, weiter gegen die &#8220;Ungläubigen&#8221; zu kämpfen. Denn wenn wir Bomben werfen, dann immer mit Argumenten wie Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie. Doch wenn es an uns wäre, der Welt zu zeigen, wie eben diese Gerechtigkeit funktioniert, dann versagen wir kläglich.</p>
<p>Wenn Bin Laden wirklich unbewaffnet war, man sogar der Frau, die sich mit ihm in einem Raum befunden haben soll, nur ins Bein geschossen hat, dann wäre die Festnahme doch sicherlich möglich gewesen. Doch es darf bezweifelt werden, dass das Überleben von Bin Laden bei dieser geheimen Kommandoaktion überhaupt großartig zur Diskussion gestanden hat.</p>
<p>Und dann die Leiche im Meer versenken? Manchmal glaube ich, die lassen absichtlich kein Fettnäpfchen aus.</p>
<p>Im Grunde war die Aktion nicht schlecht. Statt flächendeckend ein  Land zu bombardieren, hätte man viel früher mit viel gezielteren  Aktionen allen gesuchten Topterroristen habhaft werden müssen, nach  Möglichkeit lebend! Wir hätten uns eine Menge Ärger und  Blutvergießen erspart. Wohl auf beiden Seiten.</p>
<p><strong>Pakistan: Brutstätte des Terrors</strong></p>
<p>Aber warum hat es elf Jahre gedauert, bis man Osama ausfindig  machen konnte. War es die eigene Unfähigkeit? Hat man den Pakistanern zu  sehr vertraut? Mir kann keiner erzählen, Osama konnte fünf bis sechs Jahre  vollkommen unentdeckt in dieser Privatfestung leben, einem ehemaligen  &#8220;Safehouse&#8221; des pakistanischen Geheimdienstes.</p>
<p>Die Freiheit am  Hindukusch verteidigen erzählt man uns immer. Der Einsatz in Afghanistan  sei notwendig, um Terror von uns abzuwenden. Dabei gedeiht der Terror  doch im benachbarten Pakistan mindestens genauso gut, wenn nicht noch  besser. Aber die haben dummerweise &#8220;die Bombe&#8221;. Ich erinnere mich da  auch an &#8220;Shock and Awe&#8221;, diese dämliche Aktion, den ganzen Irak zunächst  in eine Terrorhölle zu verwandeln, um dann festzustellen: Es gab keine  Massenvernichtungswaffen. Das war auch so eine verlogene Scheiße. Entschuldigung, ich entgleise in meiner Wortwahl.</p>
<p>Aber machen wir uns nichts vor: Politik wird selten von freiheitlichen Idealen gesteuert, sondern von der Hoffnung auf die Wiederwahl.</p>
<p>Aber wir sind ja auch selbst Schuld. Ein uralter Vergleich: Wieviele Tote durch Terroranschläge hat es seit 2001 in Deutschland gegeben? Und wieviele Menschen sind seitdem bei uns im Straßenverkehr ums Leben gekommen?</p>
<p>Die Antwort:</p>
<p>Terroranschläge: 0 (mir fällt jedenfalls keiner ein)<br />
Straßenverkehr: ~55.000<em> (Quelle: <a title="gbe-bund.de" href="http://www.gbe-bund.de/oowa921-install/servlet/oowa/aw92/WS0100/_XWD_FORMPROC?TARGET=&amp;PAGE=_XWD_100&amp;OPINDEX=3&amp;HANDLER=_XWD_CUBE.SETPGS&amp;DATACUBE=_XWD_126&amp;D.000=3723&amp;D.001=1000001&amp;D.002=1000002&amp;D.003=1000004&amp;D.004=1000006" target="_blank">gbe-bund.de</a>)</em></p>
<p>Und trotzdem: Wir würden doch lieber einen Politiker wählen, der uns verspricht, effektiv gegen den Terror vorzugehen, als einen, der nur den Straßenverkehr sicherer machen will. Bei Letzterem kann man sich ja nur unbeliebt machen.</p>
<p><strong>Merkels Pharisäertum</strong></p>
<p>Abschließend: Den Vogel abgeschossen hat dann aber Bundeskanzlerin Angela Merkel. Angehörig einer Partei die sich das Bekenntnis zum Christentum in den Namen geschrieben hat. Eine Kanzlerin, die sonst nie müde wird, ihr Bekenntnis zum Christentum und zur christlich geprägten Wertegemeinschaft in Deutschland zu wiederholen.</p>
<p>Diese bekennende Christin äußert dann offiziell ihre Freude über den Tod eines Menschen?</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten. <em></em></p>
<p style="text-align: right;"><em><br />
Quelle: <a title="bundesregierung.de" href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2011/05/2011-05-02-merkel-osama-bin-laden.html" target="_blank">Bundesregierung.de</a></em></p>
</blockquote>
<p>Meine Herren, soviel mangelnde Sensibilität hätte selbst ich ihr nicht zugetraut. Entweder hat sie damit das wahre Gesicht des  Christentums offenbahrt oder allen anderen Christen mit ihrer mittelalterlichen Äußerung ins Gesicht  gespuckt.</p>
<p>Mit Bin Laden haben wir auch den Rechtsstaat im Meer versenkt.</p>
 <p><a href="http://www.dennis-knake.de/?flattrss_redirect&amp;id=2169&amp;md5=1852f94775c7639be6bf050a3f36fa49" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.dennis-knake.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Festgefahren</title>
		<link>http://www.dennis-knake.de/2011/03/25/festgefahren/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Mar 2011 13:47:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkraft]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Libyen]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Wochenrückblick]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich euch das auch aufgefallen? Die News der letzten Tage haben sich irgendwie festgefahren. Was war das noch für eine actionreiche Woche - die letzte Woche. Krieg in Libyen, Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan - die Programmmacher wussten gar nicht mehr, welchem Ereignis sie zuerst eine Sondersendung widmen sollten. Und nun? In Libyen wird irgendwie ergebnislos vor sich hingebombt und das Atomkraftwerk in Fukushima kann sich auch nicht entscheiden, ob es nun endgültig mit allem Zipp und Zapp zum Super-GAU mutieren soll. Konsequenz? In der Tagesschau von gestern rückt erstmal der Euro-Rettungsschirm wieder auf den Spitzenplatz der Berichterstattung. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dennis-knake.de/wp-content/uploads/2011/03/festgefahren.jpg" rel="wp-prettyPhoto[g2106]"><img class="alignleft size-full wp-image-2108" title="Einfahrt verboten: (c) 2011 Dennis Knake" src="http://www.dennis-knake.de/wp-content/uploads/2011/03/festgefahren.jpg" alt="Einfahrt verboten: (c) 2011 Dennis Knake" width="200" height="250" /></a>Ich euch das auch aufgefallen? Die News der letzten Tage haben sich irgendwie festgefahren. Was war das noch für eine actionreiche Woche &#8211; die letzte Woche. Krieg in Libyen, Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan &#8211; die Programmmacher wussten gar nicht mehr, welchem Ereignis sie zuerst eine Sondersendung widmen sollten. Und nun? In Libyen wird irgendwie ergebnislos vor sich hingebombt und das Atomkraftwerk in Fukushima kann sich auch nicht entscheiden, ob es nun endgültig mit allem Zipp und Zapp zum<a title="NZZ: Spekulationen zu radioaktiv belastetem Wasser" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/reaktorkern_in_fukushima_moeglicherweise_beschaedigt_1.10020009.html" target="_blank"> Super-GAU</a> mutieren soll. Konsequenz? In der Tagesschau von gestern rückt erstmal der Euro-Rettungsschirm wieder auf den Spitzenplatz der Berichterstattung. Laaaangweilig.</p>
<p><span id="more-2106"></span>Während sich die Europäer nun also darüber streiten, wie man denn nun in Libyen weitermacht, massakriert die Polizei in Syrien mal eben 100 Demonstraten. Huhu, aufwachen ihr Weltenretter, das nächste Betätigungsfeld wartet. Aber stimmt, man kann ja nicht auf jeder Hochzeit tanzen. <a title="Westerwelle dringt auf politische Lösung in Libyen" href="http://www.focus.de/politik/ausland/konflikte-westerwelle-dringt-auf-politische-loesung-in-libyen_aid_612174.html" target="_blank">Meint auch der Westerwelle</a>. Mag ja sein, dass wir &#8220;das Unrecht der Welt nicht überall bekämpfen können&#8221;, aber was heisst das im Umkehrschluss? Richtig! Wir suchen uns die Konfliktherde künftig besser aus.</p>
<p>Aber wäre es dann nicht am schlauesten, sich nur noch auf die Kriege zu stürzen, die uns am Ende auch was nützten? Na, dann machen es die Franzosen und Engländer doch richtig. <a title="Niebel beklagt falsches Spiel der Alliierten" href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-03/libyen-niebel-alliierte-heuchelei" target="_blank">Was faselt der Niebel also von Heuchelei?</a> Sind wir etwa die doofen? Wie wärs denn mit dieser Heuchelei: Jemen interessiert doch auch keine Sau und dass die Machthaber in Bahrain mal eben saudische Truppen zum &#8220;Aufruhr-Niederknüppeln&#8221; ins Land lassen, hat bei den Amis nur für einen erhobenen Zeigefinger gereicht. Man wär ja auch schön blöd, wenn man es sich mit den besten Verbündeten im Orient verscherzen würde. Klar ist das Blafasel von &#8220;Demokratie und Menschenrechte verteidigen&#8221; geheuchelt. Aber das war es schon immer. Fällt das nun auch der FDP auf?</p>
<p>Ok, zurück zu Libyen. Gaddafi ist schon irgendwie die Pest. Der muss weg. Aber halbherziges rumbomben hat auch bei &#8220;Desert Storm&#8221; anno 1991 nicht viel gebracht. Wie war das noch mit den aufständischen Kurden im Norden des Landes? Die jubelten auch, als die ersten Bomben auf Saddam fielen. Aber irgendwann hat man sie dann doch im Stich gelassen. Kein Wunder also, dass die NATO gerade ziemlich blöde dasteht und nun die Suppe auslöffeln darf. Dass unsere Bundesregierung allerdings meint, unsere Freiheit am Hindukusch zu verteidigen sei wichtiger, als <a title="FAZ: Ich verstehe nur noch Kindergarten" href="http://www.faz.net/s/Rub87AD10DD0AE246EF840F23C9CBCBED2C/Doc~EE40E5D8FF0804F85AD3F3B86186496AD~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">mal eine klare Position zu Libyen zu beziehen</a> hat auch was skurriles. Irgendwie ist Libyen viel näher dran.</p>
<p>Aber dann ist da ja auch noch das Atomthema und die Wahlen am Sonntag. Schon scheiße, wenn der Brüderle kurz vorm Kreuzchen noch in kleiner Runde zugibt, das Laufzeitmoratorium sei ein reines Wahlkampfmanöver. Nicht dass mich das jetzt überrascht hätte. Aber so ein Eingeständnis verleiht der ganzen Sache nochmal zusätzliches Gewicht. Da hilft es auch nicht, die Äußerungen als &#8220;<a title="BDI-Mitglied dementiert Brüderles Dementi" href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-03/bruederle-atom-bdi-protokoll" target="_blank">Protokollfehler</a>&#8221; zu deklarieren. Wie verstrahlt müsste man sein, um das noch zu glauben?</p>
<p>Und dann taucht auch noch Altkanzler Kohl aus seinem Abklingbecken auf und<a title="FOCUS: Kohl distanziert sich von Merkels Atomkurs" href="http://www.focus.de/politik/deutschland/altkanzler-kohl-distanziert-sich-von-merkels-atomkurs_aid_612115.html" target="_blank"> fährt Angie in die Parade</a>: &#8220;Japan ist nicht Deutschland und Deutschland nicht Japan&#8221; &#8211; sehr gut erkannt. Zwar wird es hier mit der <a title="Umstrittene Mängelliste deutscher AKW " href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,14940750,00.html" target="_blank">Sicherheit der AKW</a> auch nicht so genau genommen, dafür ist die Wahrscheinlichkeit in Deutschland wohl höher, dass ein AKW von einem Meteoriten* hinweggefegt wird, als von einem 9-er Erdbeben oder gar Tsunami. Aber über diese Gefahr machen sich nichtmal die Atomkraftgegner Gedanken &#8211; ist denen wohl auch zu unwahrscheinlich. Jahaaa, unwahrscheinlich <a title="NASA: Near Earth Objects" href="http://neo.jpl.nasa.gov/" target="_blank">aber nicht unmöglich</a>, gelle?</p>
<p>Und wie man sieht, ist auch das hektische <a title="Isar-1: Kühlwasserpegel in Reaktordruckbehälter sank" href="http://www.ippnw.de/startseite/artikel/34a47c0047/kuehlwasserpegel-in-reaktordruckbeh.html" target="_blank">Abschalten von Atomkraftwerken nicht ohne Risiko</a>. Nicht dass wir wegen dieser reaktionären Wahlkampfpolitik noch einen größeren Störfall erleiden.</p>
<p>Was bin ich froh, dass ich am Sonntag nicht wählen muss. Kann mich also bequem der Stimme enthalten. Ist ja auch ne klare Position, wie ich jetzt gelernt habe.</p>
<p><em>* Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich: Am <a title="NASA: Near Earth Objects" href="http://neo.jpl.nasa.gov/news/news170.html" target="_blank">4. Februar 2011</a> raste ein 1-Meter Brocken in nur 5480 km Höhe über den Pazifik hinweg. Es war der bislang der Erde am nächsten gekommene, nicht eingeschlagene Meteorit, den das NASA Near Earth Object Programm registriert hatte.</em></p>
 <p><a href="http://www.dennis-knake.de/?flattrss_redirect&amp;id=2106&amp;md5=058486da6e1cc4291131d5d67e887749" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.dennis-knake.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>And we will all go together when we go&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 11:26:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Atom]]></category>
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		<category><![CDATA[Libyen]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Uran]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ob Erdbeben, Tsunamis, Nuklearkatastrophe, Volksaufstand oder Luftangriffe&#8230; ob Japan, Libyen, Bahrain oder was weiss ich wo noch. Schalte ich in diesen Tagen die Nachrichten an, verspüre ich den unwiederstehlichen Drang mir wieder diesen 1953er-Klassiker von Tom Lehrer anzuhören. Hat trotz seines Alters so was Erfrischendes &#8211; in diesen Tagen voller Sondersendungen und Katastrophenmeldungen.</p>
<p></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ob Erdbeben, Tsunamis, Nuklearkatastrophe, Volksaufstand oder Luftangriffe&#8230; ob Japan, Libyen, Bahrain oder was weiss ich wo noch. Schalte ich in diesen Tagen die Nachrichten an, verspüre ich den unwiederstehlichen Drang mir wieder diesen 1953er-Klassiker von <a title="Tom Lehrer" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Lehrer" target="_blank">Tom Lehrer</a> anzuhören. Hat trotz seines Alters so was Erfrischendes &#8211; in diesen Tagen voller Sondersendungen und Katastrophenmeldungen.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="550" height="443" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/frAEmhqdLFs?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="550" height="443" src="http://www.youtube.com/v/frAEmhqdLFs?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
 <p><a href="http://www.dennis-knake.de/?flattrss_redirect&amp;id=2103&amp;md5=2f41d46df8850582719bdf6be8f78a3b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.dennis-knake.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>„N“ steht für Nachrichten</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Jan 2011 14:41:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
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		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Mubarak]]></category>
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		<description><![CDATA[In Ägypten stürzt die Regierung, CNN, Al Jazeera, BBC News, France 24 und selbst der sonst etwas lokaler agierende britische Nachrichtensender Sky News informiert seine Zuschauer umfassend. Und unsere deutschsprachigen Pendants N24 und n-tv? Da kann man sich weiterhin aufgewärmte Doku-Konserven über Raubkatzen, moderne Kampfflieger oder die fünftausendste Weltkriegs-Doku reinpfeifen. Und auch als am Samstagabend ein schweres Zugunglück bei Magdeburg die Runde macht, sind unsere deutschen „Nachrichtensender“ lediglich mit einem Laufband an unteren Bildschirmrand dabei. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Ägypten stürzt die Regierung, CNN, Al Jazeera, BBC News, France 24 und selbst der sonst etwas lokaler agierende britische Nachrichtensender Sky News informiert seine Zuschauer umfassend. Und unsere deutschsprachigen Pendants N24 und n-tv? Da kann man sich weiterhin aufgewärmte Doku-Konserven über Raubkatzen, moderne Kampfflieger oder die fünftausendste Weltkriegs-Doku reinpfeifen. Und auch als am Samstagabend ein schweres Zugunglück bei Magdeburg die Runde macht, sind unsere deutschen „Nachrichtensender“ lediglich mit einem Laufband an unteren Bildschirmrand dabei. Ein Ticker-Trauerspiel.</p>
<p><span id="more-2086"></span>In solchen Zeiten wird mir wieder einmal klar, wie wichtig das Web geworden ist, will man über das aktuelle Weltgeschehen informiert bleiben. Ist man der englischen Sprache nicht mächtig, so ist man in Deutschland ziemlich aufgeschmissen. Einzig die öffentlich rechtlichen Sender bringen wenigstens zur Nachrichtenzeit ein bisschen neue Informationen ins heimische Wohnzimmer. Aber einen Rund-um-die-Uhr Nachrichtensender betreiben sie nicht. So bleibt wenig Platz für tiefergehende Analysen und Hintergrundreportagen, wie man sie beispielsweise auf Al Jazeera oder CNN erleben kann.</p>
<div id="attachment_2099" class="wp-caption aligncenter" style="width: 309px"><a href="http://www.dennis-knake.de/wp-content/uploads/2011/01/twitter_udovetter.jpg" rel="wp-prettyPhoto[g2086]"><img class="size-full wp-image-2099" title="Twitter Kommentar von Udo Vetter" src="http://www.dennis-knake.de/wp-content/uploads/2011/01/twitter_udovetter.jpg" alt="Twitter Kommentar von Udo Vetter" width="299" height="88" /></a><p class="wp-caption-text">Reaktionen auch auf Twitter: Udo Vetter bringt das Versagen der deutschen Nachrichtensender auf den Punkt. Bild: Screenshot TweetDeck</p></div>
<p><strong>Allzeit bereit</strong></p>
<p>Was bringt mir eine „Rund-um-die-Uhr“-Draufhaltereportage? Ok, dieser Einwand mag berechtigt sein. Passiert irgendwo ein Unglück auf der Welt oder stürzt eine Regierung, dann ist nach einiger Zeit erstmal alles erzählt, bevor sich weitere Neuigkeiten ergeben. Da erscheint es manchmal seltsam, wenn die Sender krampfhaft versuchen, Nachrichten zu verbreiten, wo es doch noch nichts Neues zu erzählen gibt. Bilder werden wiederholt und jede Kleinigkeit hochstilisiert. „Sehen Sie hier, fünf Anwohner halten ein Auto auf“. Auch ein tiefgreifendes Ereignis braucht Zeit, sich zu entwickeln.</p>
<p>Aber ein Nachrichtensender nennt sich doch Nachrichtensender, weil er sich verpflichtet fühlt, seine Zuschauer rund um die Uhr mit Meldungen zu versorgen. Man braucht ja selbst nicht 24 Stunden vor der Glotz zu kleben und die 10te Wiederholung der gleichen Straßenszene zu betrachten. Aber so ist wenigstens sichergestellt, dass man zu jeder Tages und Nachtzeit über das aktuelle Geschehen informiert ist.</p>
<p>Und gibt es gerade mal nichts Neues, so spielt man – wie Al Jazeera es am Sonntagmittag tat &#8211; eine Dokumentation über das Leben und den Aufstieg von Muhammad Husni Mubarak ein. Das ist nicht nur legitim, sondern für den wissbegierigen Nachrichtenkonsumenten auch lehrreich.</p>
<p><strong>Berichterstattung in Zeitlupe</strong></p>
<p>Auf n-tv jedoch wird zu dieser Zeit Entschleunigung zelebriert. Die Doku <em>„Stopp! – High Speed in Zeitlupe“</em> präsentiert Zeitlupenaufnahmen von Explosionen, Flugzeugen und Hochgeschwindigkeitszügen. Ein Programm, stellvertretend für die Schnarchnasigkeit der Sendeleitung?</p>
<p>Erst um die Mittagszeit traue ich meinen Ohren nicht. Um 13:10 Uhr eine Sondersendung zum Zugunglück bei Magdeburg?  Sollte es die Katastrophe tatsächlich geschafft haben, die in den Programmzeitschriften angekündigte Doku <em>„Deluxe – Alles was Spaß macht“</em> &#8211; über Pelz-Dekandenz und Polo-Spiele in St. Moritz, vom mittäglichen Sendeplatz zu vertreiben? Wahnsinn.</p>
<p>Zu dieser Zeit habe ich allerdings wieder auf BBC zurück gezappt. Der 10-minütige Nachrichtenüberblick um 13 Uhr hatte nämlich nur Platz für zwei Themen. Immerhin. Auf N24 hatte man zur selben Zeit dafür gerade fünf Minuten eingeplant, bis es zur nächsten Doku ging. <em>„Abu Simbel, das Vermächtnis von Ramses II.“</em></p>
<p>Moment!? Da bringen die doch tatsächlich was über Ägypten? Allerdings etwas, das rund 3200 Jahre vor Mubarak stattgefunden hat. Naja, immerhin geographisch getroffen.</p>
<p><strong>Auf Al Jazeera donnern die Jets über Kairo, auf N24 Erwin Rommel durch die Wüste</strong></p>
<p>Und obwohl Al Jazeera in Ägypten mittlerweile die Sendelizenz entzogen wurde, gelingt es dem Sender weiterhin, live dabei zu sein. Während Kampfjets über die Köpfe tausender Demonstranten in Kairo donnern, erfährt der N24-Konsument über Rommels Niederlange im Ägyptischen El Alamein. Das war 1942.</p>
<p><em>„Ihr seid quasi schon fast da“</em>,  möchte man den Sendeverantwortlichen verzweifelt zurufen. In den letzten zwei Stunden haben sie mal locker 3000 Jahre Weltgeschichte übersprungen und befinden sich quasi schon fast auf aktuellem Tagesgeschehen. Noch 69 Jahre weiter und ihr seid endlich live auf Sendung! <em>„Bitte, deutsche Nachrichtensender, beeilt euch &#8211; denn ‚N‘ steht für Nachrichten!“</em></p>
<p><em>Weitere Blogs zum Thema:<br />
</em></p>
<ul>
<li><em><a title="No News ist auch eine News" href="http://www.medien-sport-politik.de/2011/01/29/no-news-ist-auch-eine-news/" target="_blank">Medien-Sport-Politik.de: No News ist auch eine News</a></em></li>
<li><em><a title="Armutszeugnis des deutschen Journalismus" href="http://grochtdreis.de/weblog/2011/01/29/armutszeugnis-des-deutschen-journalismus/" target="_blank">Jens Grochtdreis: Armutszeugnis des deutschen Journalismus</a></em></li>
<li><em><a title="Deutschland in der Nachrichtenwüste" href="http://blog.netplanet.org/2011/01/28/deutschland-in-der-nachrichtenwueste/" target="_blank">blog@netplanet: Deutschland in der Nachrichtenwüste</a></em></li>
<li><em><a title="Der publizistische Durchbruch von Al Jazeera" href="http://www.marcelpauly.de/der-publizistische-durchbruch-von-al-jazeera/" target="_blank">Marcel Pauly: Der publizistische Durchbruch von Al Jazeera</a><br />
</em></li>
</ul>
 <p><a href="http://www.dennis-knake.de/?flattrss_redirect&amp;id=2086&amp;md5=fa29430a26bc87cb08fd43b2e7088726" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.dennis-knake.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Chappi macht auch satt</title>
		<link>http://www.dennis-knake.de/2010/09/28/chappi-macht-auch-satt/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 10:24:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Nach langem Hick-Hack hat  sich unsere Regierung auf eine Erhöhung Anpassung, des Hartz IV Satzes um Satte fünf Euro pro Monat durchgerungen. Und unsere Jetzt-Arbeits-früher-Familienministerin Ursula-an-mir-perlt-Kritik-ab-wie-Wasser-auf-dem-Lotusblatt-von der Leyen spielt auch wieder clever die Neid-Karte aus: Mehr als fünf Euro wäre ein Hohn für die arbeitende Bevölkerung, sagte sie sinngemäß am Wochenende bei Anne Will im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach langem Hick-Hack hat  sich unsere Regierung auf eine <span style="text-decoration: line-through;">Erhöhung</span> Anpassung, des Hartz IV Satzes um Satte fünf Euro pro Monat durchgerungen. Und unsere Jetzt-Arbeits-früher-Familienministerin Ursula-<em>an-mir-perlt-Kritik-ab-wie-Wasser-auf-dem-Lotusblatt</em>-von der Leyen spielt auch wieder clever die Neid-Karte aus: <a title="Die charmante Dampframme" href="http://www.derwesten.de/nachrichten/Die-charmante-Dampframme-fuer-die-Hartz-IV-Reform-id3763911.html" target="_blank">Mehr als fünf Euro wäre ein Hohn für die arbeitende Bevölkerung</a>, sagte sie sinngemäß am Wochenende bei Anne Will im Fernsehen. Ist ja auch ein taktisch kluger Schachzug, die <a title="Sprengsatz: Merkels Zigeuner" href="http://www.sprengsatz.de/?p=3499">arbeitende gegen die arbeitslose Bevölkerung gegeneinander auszuspielen</a>. Kommen die nicht auf die Idee, ihren Ärger an den ohnehin so gebeutelten Volksvertretern abzulassen. Sind ja eh alles nur faule Säcke, die Leute ohne Job.</p>
<p><span id="more-1842"></span></p>
<p>Wir wissen doch alle, Arbeitskräfte werden landauf landab händeringend gesucht! Nein? Ja ok, viele <a title="LawBlog: Vollzeitkräfte gesucht" href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/07/21/vollzeitkrafte-gesucht/" target="_blank">Arbeitgeber zahlen auch nur  so <span style="text-decoration: line-through;">viel</span> wenig</a>, dass der Staat mit unseren Steuergeldern das restliche Gehalt aufstocken muss, damit die Leute überhaupt über die Runden kommen.</p>
<p>Aber mal im Ernst, da kommt bei mir der Neidpropfen viel eher hoch: Wieso soll ich irgendwelche Unternehmen mit miesen Geschäftsmodellen mit meinen Steuergeldern subventionieren? Wieso sind die nicht in der Lage, ihre Angestellten vernünftig zu entlohnen? Ist das meine Schuld, dass deren Ertrag so auf Kante genäht ist oder der Boss unbedingt jedes Jahr &#8216;nen neuen Ferrari braucht?</p>
<p>Naja, ich erhole mich gerade eher noch von der öffentlichen Verhöhnung, die uns Gesundheitsminister Rösler mit seinem <a title="Stern.de: Pharmalobby erringt erneuten Sieg " href="http://www.stern.de/gesundheit/gesundheitsreform-pharmalobby-erringt-erneuten-sieg-1607988.html" target="_blank">Gesundheitsreförmchen zugunsten der Pharmaindustrie</a> gerade verpasst hat, da finde ich plötzlich den folgenden Hinweis: Die täglichen Verpflegungskosten für einen <a title="Werden Sie Polizeihund" href="http://bg45.de/index.php/2009/12/24/werden-sie-polizeihund-im-ernst/" target="_blank">Polizeihund werden mit 6,80 Euro angesetzt. Ein Hartz IV-Bezieher muss hingegen mit 4,32 Euro</a> auskommen.</p>
<p>Ach was soll die Aufregung, passt doch: 4,32 Euro reichen für knapp drei Dosen Chappi. Mehr kriegt ein Arbeitsloser pro Tag doch eh&#8217; nicht runter. <a title="ciao Testbericht: Chappi" href="http://www.ciao.de/Chappi_Kraftige_Brocken__238342" target="_blank">Schmeckt auch fast wie Gulasch</a>.</p>
 <p><a href="http://www.dennis-knake.de/?flattrss_redirect&amp;id=1842&amp;md5=03c9e8c99b0531e2ea8b0756b3a25cc5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.dennis-knake.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eva Herman: Auf den Kopp gefallen?</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 12:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Auf der Duisburger Loveparade sterben im Gedränge des einzigen Ein- und Ausgangs 19 Menschen, hunderte werden verletzt. Wer letztendlich Schuld an dem Unglück ist, wer bei der Planung oder Freigabe der Veranstaltung gepennt hat, all das wird in den nächsten Tagen und Wochen zu klären sein. Den Toten und Hinterbliebenen hilft das letztendlich herzlich wenig. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Duisburger Loveparade sterben im Gedränge des einzigen Ein- und Ausgangs 19 Menschen, hunderte werden verletzt. Wer letztendlich Schuld an dem Unglück ist, wer bei der Planung oder Freigabe der Veranstaltung gepennt hat, all das wird in den nächsten Tagen und Wochen zu klären sein. Den Toten und Hinterbliebenen hilft das letztendlich herzlich wenig. Doch im Windschatten des Unglücks meldet sich plötzlich wieder eine zu Wort, die schön des Öfteren mit zweifelhaften Äußerungen wie etwa zur Rolle der Frau im dritten Reich, aufgefallen ist. In kruden Worten &#8211; einem fanatischem Christenprediger nicht unähnlich &#8211; spricht sie von Sodom und Gomorrha, zügellosem Sex, Drogen und Alkohol und macht neben der &#8220;heutigen Jugend&#8221; und ihren &#8220;verfallenen Sitten&#8221; die 68er-Generation für die Katastrophe verantwotlich. Ihre Andeutung, eine höhere Macht (Gott?) habe dem ungezügelten Treiben ein Ende gesetzt, lässt mich aufschreien und fragen: Oh Eva, warum bist Du bloß so auf den Kopp gefallen?</p>
<p><span id="more-1689"></span>Beim Lesen ihrer Zeilen konnte ich ihre Genugtuung über das Unglück fast mit Händen greifen. Auch wenn sie sich in ihrem Text wehement bemüht klarzustellen, dass sie mit den Opfern fühle. Aber was muss es der Frau wie Öl runtergegangen sein, all ihre Hassobjekte in dieser einzigen Veranstaltung Loveparade vereint wiedergefunden zu haben und angesichts der Katastrophe nun so herrlich über sie herziehen zu können:</p>
<p>Halbnackte Mädchen, laute Ravemusik, unzüchtige Bewegungen, angeblich exessiver Alkohol- und Drogenkonsu &#8211; all das, was nicht in ihr miefiges Weltbild aus dem vorletzten Jahrhundert passt. Zielscheibe Hermans auch die Medien, die vorweg positiv über die Loveparade berichteten. Eben auch diese Medien, bei denen sie heute selbst nicht mehr mitspielen darf. Die, die sie wegen ihren Buchveröffentlichungen und dem dort geäußerten Selbstverständnis zur Rolle der Frau in der Gesellschaft einst im hohen Bogen aus der Tagesschau geschmissen haben und anschließend zur &#8220;Persona non grata&#8221; erklärten, als <a title="Youtube: Der Herman-Rauswurf bei Kerner" href="http://www.youtube.com/watch?v=imkPXtTTueU" target="_blank">sie wegen ihrem &#8220;Autobahn&#8221;-Spruch aus einer Talkshow flog</a>.</p>
<p>Weg von Fenster war sie, tingelte mit ihrem Büchern durch die Lande und schrieb fortan für einen Verlag, der sein Geld mit pseudowissenschaftlichen Themen, Verschwörungstheorien und allerlei esoterischem Gerümpel verdient und damit die Bedürfnisse all derjenigen befriedigt, die entweder grundsätzlich vom Leben gefrustet sind oder sich nach einer anderen Weltordnung sehnen, in der sie mehr sind, als nur ein Sandkorn am großen Strand des Lebens.</p>
<p><strong>&#8220;Hasspredigerin&#8221; Herman</strong></p>
<p>Man kann vieles am Konzept der Loveparade kritisieren. Man kann der Loveparade Kommerzialisierung vorwerfen. Man kann ihr vorwerfen, dass sie nicht mehr ehrlich das Motto vertritt, mit der sie einst 1989 mit nur 150<span style="text-decoration: line-through;">.000</span> Teilnehmern in Berlin gestartet ist.  Man muss auch kein Fan von Ravemusik sein, kein Fan von Massenveranstaltungen allgemein. Aber man kann nicht die eigene persönlich Abneigung gegen die Musik, die Leute, die Tänze, die Kleidung oder die gesamte Gesellschaft als Vorwand nutzen, um in einem Rundumschlag den Teilnehmern indirekt oder direkt selbst die Schuld für ihr Unglück in die Schuhe zu schieben.</p>
<blockquote><p>Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem  Geschehen, die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche  Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem  finsteren Meister der sichtbaren Verführung. [...] Die Polizei und die Sicherheitskräfte, die ihr Bestes tun, werden von den Vollgedröhnten bepöbelt, beleidigt und angegriffen. <em>Quelle: <a title="Kopp Verlag: Sex- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg" href="http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/sex-und-drogenorgie-loveparade-zahlreiche-tote-bei-sodom-und-gomorrha-in-duisburg.html;jsessionid=61B6881C041AA81039BD47D71F9E76CB" target="_blank">Eva Herman beim Kopp-Verlag</a></em></p></blockquote>
<p>Allein ihr Schlusssatz: <em>&#8220;Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen&#8221;</em>, zeigt doch welch geistes Kind Frau Hermann ist. Soll etwa &#8220;Gott&#8221; dem &#8220;zügellosen Treiben&#8221;,  wie einst in Sodom und Gomorrha, der Loveparade ein böses Ende beschert haben? Spricht sie da allen ernstes von einem Akt  &#8220;Gottes&#8221; um seine vom rechten Weg abgekommenen Schäfchen zu bestrafen?</p>
<p><strong>Früher war alles besser!?</strong></p>
<p>Ihre Hasspredigt hat die Gemüter so sehr erhitzt, dass die Webseite ihres Verlages zeitweise unerreichbar war. Und am heutigen Montag fühlt sich Frau Herman wieder geneigt, <a title="Kopp-Verlag: Große Resonanz auf »Loveparade«-Artikel" href="http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/grosse-resonanz-auf-loveparade-artikel.html" target="_blank">eine Antwort auf die &#8220;große Resonanz&#8221; ihres Beitrags zu verfassen</a>. Und der Inhalt? Man lese und staune:</p>
<blockquote><p>Auch wenn es für junge Menschen verstaubt klingen mag, so ist meine  Generation (ich werde dieses Jahr 52 Jahre alt) noch weitgehend ohne  diese gesellschaftliche Entfesselung ausgekommen, die heute als »normal«  gilt.</p></blockquote>
<p>Wie meinen Frau Hermann? Obwohl sie selbst zu merken scheint, dass ihre Ansichten gelinde gesagt &#8220;verstaubt&#8221; sind, so ist es ja wohl der Lacher schlechthin, zu behaupten, ihre Generation sei &#8220;ohne diese gesellschaftliche Entfesselung&#8221; ausgekommen.</p>
<p>Wahrlich, eine Loveparade hat es 1958 und in den Jahren darauf noch nicht gegeben. Aber war das nicht ganz exakt die Zeit, in der sich die damalige Jugend vom <a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Unter_den_Talaren_%E2%80%93_Muff_von_1000_Jahren" target="_blank">Muff aus 1000 Jahren unter den Talaren</a> hat befreien wollen?</p>
<p>War das nicht die Zeit, als die gleichen dummen Sprüche über Sodom und Gomorrha, zügellosem Sex und dem Verfall der Sitten durch die Wohnzimmer hallten, als junge Männer und Frauen längst dem Hüftschwung von Elvis Presley nacheiferten? Als die Beatles tausende Teenies in Extase versetzten? Als sich in Woodstock Millionen junger Menschen trafen, um eine neue Zeitrechnung einzuläuten? Den ewig Gestrigen fielen damals nur Sprüche wie &#8220;Lange Haare, kurzer Verstand&#8221; ein. Eine Generation, die es einfach nicht verstanden hat, warum die Jungen den alten Mief nicht mehr mittragen wollten.</p>
<p>Frau Hermann war da aber noch im Kindesalter. Sie hat von der gesellschaftlichen Entfesselung vielleicht zu wenig mitbekommen. Ich wundere mich nur, warum ich davon weiß, bin ich doch erst viel später, 1975, auf die Welt gekommen. Klar, dass Eva Herman nicht viel mit der <a title="Wikipedia: Deutsche Studentenbewegung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Studentenbewegung_der_1960er_Jahre" target="_blank">68er-Bewegung</a> anfangen kann. Die verkörperten ja auch genau das Gegenteil von dem, was Frau Herman in ihren Büchern so schmerzhaft vermisst.</p>
<p>Was zur Hölle hat das alles mit der Katastrophe auf der Loveparade in Duisburg zu tun? Haben wir ähnliche Beiträge zu erwarten, wenn es beim Heavy-Metal Festival in Wacken mal zu einem Unglück kommt? Wenn sich Menschen bei&#8221; Rock am Ring&#8221; verletzten? Wenn bei irgend einer Massenveranstaltung, die nicht in das keusche Weltbild einer Frau Herman passt, ein Unglück passiert? War es dann immer die Strafe Gottes und die verkommene Gesellschaft?</p>
<p>Ich warte auf den Tag, an dem Frau Herman in einer Fußgängerzone auf einer Holzkiste steht und mit großen Schildern in der Hand die vorbeigehenden Passanten als &#8220;Sündige&#8221; beschimpft und vor dem nahenden Ende der Welt warnt.</p>
<p>Als sie damals bei Kerner aus der Talkshow flog, fand ich das ganze ja noch ein wenig übertrieben und inszeniert. Aber heute bin ich mir sicher:</p>
<p>Die Frau ist auf den Kopp gefallen, aber ganz heftig.</p>
<p><strong>Das bloggen Andere zum Thema:</strong></p>
<ul>
<li>Stefan Niggemeier: &#8220;<a title="Stefan Niggemeier: Eva Herman vermutet Gott hinter Massenpanik" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/eva-herman-vermutet-gott-hinter-massenpanik/" target="_blank">Dabei darf sie das alles denken und sagen. Und ich darf sie dafür verachten</a>.&#8221;</li>
<li>EsoWatch: &#8220;<a title="EsoWatch: Eva Herman - Göttliche Rache auf der Loveparade in Duisburg?" href="http://blog.esowatch.com/?p=1828" target="_blank">Sie spricht der Veranstaltung jede kulturelle Relevanz ab und wähnt gar teuflische Mächte am Werk.</a>&#8220;</li>
<li>Sofa-Kurier: &#8220;<a title="Sofa-Kurier: Entgleisungen zur Loveparade" href="http://sofa-kurier.de/26/07/2010/grimmi69/eva-herman-entgleisungen-zur-loveparade/" target="_blank">Auch 1969 wurden schon Personen zu Drogen und Alkohol verführt</a>&#8220;</li>
<li>Philibuster :&#8221;<a title="Philibuster: Der geistige Absturz der Eva Herman" href="http://www.philibuster.de/themen/glanz-und-gloria/loveparade-der-geistige-absturz-der-eva-herman.html" target="_blank">Eva Herman´s neuerliches Manifest entsetzt&#8230;</a>&#8220;</li>
</ul>
 <p><a href="http://www.dennis-knake.de/?flattrss_redirect&amp;id=1689&amp;md5=2c38fb4d3e5b4d542361abdf144cfe07" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.dennis-knake.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Der E-Postbrief: Mehr Nachteile als Vorteile?</title>
		<link>http://www.dennis-knake.de/2010/07/23/der-e-postbrief-mehr-nachteile-als-vorteile/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 14:05:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Seit kurzem wirbt die Deutsche Post AG mit dem E-Postbrief. Einer angeblich sicheren Variante, elektronische Briefe &#8211; füher hieß das mal E-Mail -  zu verschicken. Ganz ohne Spam und mit Übergang in die physische Welt, denn eine elektronisch aufgebene Nachricht kann auch auf Papier zugestellt werden. Und weil sich jeder Nutzer einer E-Post Adresse zuvor [...]
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<li><a href='http://www.dennis-knake.de/2010/08/25/der-epost-brief-post-stellt-sich-fragen-aus-dem-netz/' rel='bookmark' title='Der ePost-Brief: Post stellt sich Fragen aus dem Netz'>Der ePost-Brief: Post stellt sich Fragen aus dem Netz</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit kurzem wirbt die Deutsche Post AG mit dem E-Postbrief. Einer angeblich sicheren Variante, elektronische Briefe &#8211; füher hieß das mal E-Mail -  zu verschicken. Ganz ohne Spam und mit Übergang in die physische Welt, denn eine elektronisch aufgebene Nachricht kann auch auf Papier zugestellt werden. Und weil sich jeder Nutzer einer E-Post Adresse zuvor bei der Post registrieren und identifizieren lassen muss, sei das ganze auch viel sicherer als die E-Mail und bringt dem Kunden viele Vorteile, auch bei Behördengängen. Aber stimmt das überhaupt?<span id="more-1672"></span></p>
<p>Zugegeben, die Werbung verspricht dem Otto-Normalverbraucher Schutz vor vielen Dingen, die ihm im &#8220;normalen&#8221; Internetleben zu schaffen machen. E-Mail Postfächer voller Viagrawerbung, Viren, Trojaner und Würmer. Igitt. Aber wer will sich schon mit so komplexen Dingen wie einem Virenscanner beschäftigen. Und woher soll man auch wissen, dass das neuste Nacktfoto von Britney Spears gar kein Nackfoto sondern ein Computervirus ist. Oder Obodunga Mofunga aus Nigeria gar nicht wirklich 30 Millionen Euro auf einem Südseekonto geparkt hat und zur Freigabe dringend die Hilfe des Adressaten braucht?</p>
<p>Mit der Adresse @epost.de versuchte die Deutsche Post AG schon einmal ein Geschäft zu machen. <a title="heise.de: Freemail-Accounts von der Deutschen Post" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Freemail-Accounts-von-der-Deutschen-Post-update-27123.html" target="_blank">2000 wurde @epost.de als &#8220;lebenslängliche&#8221; Gratis-Adresse beworben</a>. Fünf Jahre später war das Leben der @epost.de Empfänger bereits ausgehaucht. Nun holt man das Kind wieder aus dem Brunnen. Gegen Geld versteht sich. Für jede verschickte Mail.</p>
<p>Der E-Post-Brief macht Schluss mit dem Stress, der einem im Internet blüht. Endlich wieder Post verschicken wie zu Muttis Zeiten. Damals kostete ein Brief noch was, und das war gut so. Und überhaupt, diese Gratismentalität im Internet. Geht ja gar nicht. Daher soll auch der E-Postbrief &#8211; im Grunde auch nur eine schnöde E-Mail -  jetzt wieder Geld kosten. 55 Cent um genau zu sein. Egal ob man nun von Mail zu Mail oder von Mail zu Brief verschickt<em> (für letzteres könnte ich eine Gebühr pro Brief ja noch verstehen)</em>. Nagut, dafür kann man ihn aber auch am heimischen Computer aufgeben. Schlangestehen am Postschalter war einmal. Die Post erfindet die E-Mail neu. Wie praktisch.</p>
<p>Doch Kritik wird laut. Die Post hat in den AGB für den E-Postbrief so einige Punkte untergebracht, die dem Kunden offenbar mehr Nachteile und der Post und ihren Geschäftspartnern mehr Vorteile zu bringen scheint. <a title="Richard Gutjahr: Der E-Postbrief - Die gelbe Gefahr?" href="http://gutjahr.biz/blog/2010/07/die-gelbe-gefahr/" target="_blank">Richard Gutjahr</a><em></em> hat sich mit dem Kleingedruckten auseinandergesetzt und dazu die Anwälte <a title="Udo Vetter: Der supertolle E-Postbrief" href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/07/23/der-supertolle-e-postbrief/" target="_blank">Udo Vetter</a> und <a title="Der E-Brief der Post" href="http://www.internet-law.de/2010/07/der-e-brief-der-post.html" target="_blank">Thomas Stadler</a> befragt. Diese lassen kein gutes Haar am &#8220;gelben Riesen&#8221;. Hier noch einmal zusammengefasst die wichtigsten Kritikpunkte:</p>
<ul>
<li><strong>Pflicht zum täglichen Briefkastencheck</strong><br />
Nutzer des E-Postbriefs verpflichten sich laut <a title="AGB ePostbrief" href="https://www.epost.de/adressreservierung/footer/rechtliches/agb.html" target="_blank">AGB </a>täglich ihr Postfach zu überprüfen. Ob im Urlaub oder nicht. Ein übermittelter E-Postbrief gilt als zugestellt, sobald er sich im Postfach des Empfängers befindet. Schaut der Empfänger aber nicht täglich nach, verpasst er unter Umständen wichtige Fristen oder Mahnungen. Praktisch für Behörden, wenn sie dem Kunden künftig wichtige Termine per E-Postbrief zustellen können. Gar nicht so praktisch für den Empfänger, wenn er auch im Urlaub nicht jeden Tag den Briefkasten leert.</li>
<li><strong>Adresshandel</strong><br />
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Klausel zur Adressweitergabe: Wer der Veröffentlichung seiner Daten im öffentlichen Adressbuch zustimmt, der erklärt sich auch damit einverstanden, dass die Post anfragenden Unternehmen den kompletten Datensatz übermittelt darf. Also landet künftig die Werbung nicht nur im Briefkasten vor der Haustür sondern zusätzlich noch im E-Postkasten? Das Fazit der Anwälte: Adresshändler dürften sich freuen, der Kunde weniger.</li>
<li><strong>Abgeschwächtes Briefgeheimnis</strong><br />
Der E-Postbrief soll sicher sein. Doch fällt der E-Postbrief nicht unter das Briefgeheimnis, sondern das Fernmeldegeheimis. Strafverfolgungsbehörden können den E-Postbrief nunmehr viel einfacher einsehen als einen echten Brief, der sich zudem erstmal finden lassen müsse. Ein echter Vorteil, aber wieder nicht auf Kundenseite. Auch die <a title="Stiftung Wartentest: Briefe per Mail verschicken" href="http://www.test.de/themen/freizeit-reise/schnelltest/E-Postbrief-Briefe-per-Mail-verschicken-4115841-4115843/" target="_blank">Stiftung Wartentest kritisiert</a> die Verschlüsselung.</li>
<li><strong>Löschen ist nicht löschen</strong><br />
Wer einen E-Postbrief löscht, der kann zwar selbst nicht mehr darauf zurück greifen, die Post behält sich aber vor, die Daten einen nicht näher bezifferten Zeitraum zu behalten. Wer einen echten Brief zerreißt, der weiß, dass er hinüber ist. Wer seinen E-Postbrief löscht, weiss nicht, wo er sich noch befindet.</li>
</ul>
<p><strong>Die E-Mailadresse für &#8220;Internetausdrucker&#8221;?</strong></p>
<p>Ich kann mir gut vorstellen, dass die Post mit dem E-Postbrief all diejenigen ködern kann, die sich mit der Materie Internet grundsätzlich wenig auskennen oder beschäftigen wollen. Und das sind nicht wenige. Ein gutes Geschäft also, der E-Postbrief. Sichere Verschlüsselungstechniken wie <a title="Wikipedia: PGP" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pretty_Good_Privacy" target="_blank">Pretty Good Privacy</a> (PGP) haben sich nicht in der Masse durchgesetzt, dabei ist <a title="GPG4Win: PGP Integration in Outlook unter Windows" href="http://www.gpg4win.org/index-de.html" target="_blank">die Software dafür</a> sogar kostenlos zu haben. Auch gibt es unzählige andere Anbieter sicherer E-Mail Zertifikate.</p>
<p><strong>Behördengänge lieber persönlich</strong></p>
<p>Ganz ehrlich: Meine Behördengänge mache ich auch in Zukunft lieber persönlich. Zwar gebe ich meine Steuererklärung seit Jahren mit Zertifikat elektronisch ab, doch die Belege musste ich im Nachhinein dann doch immer noch persönlich abgeben: Einscannen und mitschicken ist bislang immer noch nicht möglich. Für 2011 überlege ich mir daher, das ganze wieder auf dem Fußweg zu erledigen.</p>
<p><strong>Post erzeugt künstlich Druck</strong></p>
<p>Die Post macht <a title="Post: Wunschadressen für den E-Postbrief werden knapper" href="http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?pfach=1&amp;n_firmanr_=101724&amp;sektor=pm&amp;detail=1&amp;r=419049&amp;sid=&amp;aktion=jour_pm&amp;quelle=0" target="_blank">heute in einer Pressemitteilung</a> nochmal &#8220;Druck&#8221; und behauptet, die verfügbaren E-Postbrief Mailadressen würden knapp. Es folgt eine Auflistung von Häufigkeiten deutscher Namen und die Ermahnung &#8220;wer zuerst kommt, mahlt zuerst&#8221;. Doch wieviele sich wirklich schon für den E-Postbrief haben registrieren lassen, verrät die Meldung nicht. Das riecht doch stark nach &#8220;tun wir mal so, als verpassten die Leute was, wenn sie sich jezt nicht registrieren&#8230;&#8221;</p>
<p>Meinen Namen könnt ihr haben, ich bleibe bei meiner klassischen E-Mail Adresse. Spam und Virenfilter verrichten sowohl Server- als auch Clientseitig gute Dienste und verschonen mich vor dem meisten Müll. Der Rest landet in einem speziellen Ordner im Postfach. Wenn ich was vom Server lösche, dann weiss ich, dass es auch weg ist.  Und wer mir was ganz geheim zuschicken will, der kann das per PGP erledigen. Anbei mein aktueller öffentlicher Schlüssel:</p>
<pre>-----BEGIN PGP PUBLIC KEY BLOCK-----
Version: GnuPG v2.0.14 (MingW32)</pre>
<pre>mQGNBEw9l2ABDADN7RylN2LMXAKqi3qhGuz8KE9MpWMvkFkn1XP1YDgtKKLHZEPg
EEWYNGT/ImS1de1Mo8J7pxCctzp/V72PSWfw3selYhNw2zFjwy+6Tr59xZWMOBk/
RBDqbbJqj9avhNezj8ng22gL2ngKORIK7cIdjnqw2NRwFxwQq1YkpZZZ6YNNYsCe
p7yGJ8HHGZMuJxEQxZx1yv7OwNU7ZLTZ9Mzu3Cfc+bWTMeuYOfNlK9/LApA1fSjq
ARnX/QIYjiSbEz331RMcClmcwjOxeoFihe0cea7f92gLNsh/VobeeLTfTMdHpLY0
vQkL/9pGfVtPw7THPY16WUxTUivgF5iK8pEc9UF0Y0w61GJ8cZy+24epf0tiXEDb
JxaPdBCkNvswbKslidtQ2Q0cacRevUnbnuxFLoPQG9x9eN8jxxPK1pN2UDYRFaS/
+caV6gJ4HHKmH0lfvTyCDHxb0Brrt364csaSOHXiskJg2mUcYIHTrbTeUJL0RdDi
S35BR2j1N+2LFicAEQEAAbQkRGVubmlzIEtuYWtlIDxlbWFpbEBkZW5uaXMta25h
a2UuZGU+iQG+BBMBAgAoBQJMPZdgAhsPBQkDw8fgBgsJCAcDAgYVCAIJCgsEFgID
AQIeAQIXgAAKCRBcdCf1KPBeWOwMC/4qVIZkqjMQB+PdzgRWbNQ4b4L3EM/OhOGS
SmLgpDkkQADWtVBpNxoxsAeBA3pNsJJQGDFVdBPwu7/EVR0YhcMw1a9UrmZIX98e
n52DxhkahxUFVImpNFSqgkCDU1S44DMsuapQeYxAtvjlyNz7UjUq7ucV9VCjPGso
V1+Pcit8MCS8HBDH5PsvPSOd1mbcwDYGmRvDc+5QOY306zwdxokyJzDc7QNEr6TB
X7aBZC5KFAuk9wnzSp8PFZAhOQYDD+ldj+SrPa6it9y+WUiRQLGw9qU2Mio1ZdmV
LxEBUXvULcCU/oauoxTwQCZz4wQlDwEloKkdmB1Yt6s+yfLAbuYcDDcSZhCDOHwg
h3VfSZnFVRwLI9Ytu4Crqf/viWjdyvZv2zLLOgjQTYIFPYTrx1cBGgpHqvwOis/M
LxME/jzj9iUTiaobN86eeR/dmmqAum5fyOvcPIv0O4NfwIWoYe9E3YYUePj3C5JG
G2cgNe2YxTH8vRjS7xkXmzyqkDHRLb0=
=AHeY
-----END PGP PUBLIC KEY BLOCK-----</pre>
<p>PS: Die Abmahnung von <a title="Weihnachtsgrüße aus München" href="http://www.dennis-knake.de/2008/04/16/weihnachtsgruse-aus-munchen-der-tag-an-dem-ich-%e2%80%9egeadelt%e2%80%9c-wurde/" target="_blank">Herrn von Gravenreuth</a>, Gott hab ihn selig, habe ich damals auch PGP-Verschlüsselt bekommen. Also, geht doch auch ohne E-Postbrief.</p>
<p><strong>Update (28.07.2010):</strong><br />
Die Deutsche Post AG hat sich bei Richard Gutjahr gemeldet und <a title="Richard Gutjahr: Post-Scriptum" href="http://gutjahr.biz/blog/2010/07/post-scriptum/" target="_blank">schildert ihre Sicht der Dinge</a>&#8230;</p>
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</ol></p> <p><a href="http://www.dennis-knake.de/?flattrss_redirect&amp;id=1672&amp;md5=e29634cd29cf73448c65e6f34eebaa7e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.dennis-knake.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Klimawandel ist schon praktisch…</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 10:44:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Bahn]]></category>
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		<category><![CDATA[Hitze]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaanlage]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>.. denn alle miseren der Welt kann man heutzutage dem Klimawandel in die Schuhe schieben. Wenn es regnet und die Flüsse über die Ufer treten, dann sind nicht etwa Begradigungen und der ungezügelte Zubau der Flussauen schuld, nein, dann war es der Klimawandel.</p>
<p>Und auch die Deutsche Bahn AG hat jetzt den Klimawandel als Schuldigen für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>.. denn alle miseren der Welt kann man heutzutage dem Klimawandel in die Schuhe schieben. Wenn es regnet und die Flüsse über die Ufer treten, dann sind nicht etwa Begradigungen und der ungezügelte Zubau der Flussauen schuld, nein, dann war es der Klimawandel.</p>
<p>Und auch die Deutsche Bahn AG hat jetzt den Klimawandel als Schuldigen für ihr Hitzeproblem in den einstigen Prestige-Schnellzügen ausgemacht. Weil die Klimaanlagen ab 32 Grad ihren Dienst quittieren<a title="Frankfurter Rundschau: Bahn gibt Klimawandel die Schuld" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?em_cnt=2852070" target="_blank"> ist wohl der Klimawandel schuld</a>. So heisst es, die ICE der 1. und 2. Generation seien in den 80er und 90er Jahren entwickelt worden. Man habe damals noch nicht mit so hohen sommerlichen Temperaturen rechnen können<em> (siehe auch <a title="FTD: Bahn gibt Klimawandel Schuld am ICE-Hitzechaos" href="http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:fehlerhafte-technik-bahn-gibt-klimawandel-schuld-am-ice-hitzechaos/50144531.html" target="_blank">FTD: Bahn gibt Klimawandel Schuld am ICE-Hitzechaos</a>)</em>.</p>
<p><span id="more-1626"></span></p>
<p>Ja nee, is klar. Wäre ja auch zu schön, wenn man das Versagen der Technik auf die rigorose Sparpolitik und die Personalreduzierung im Rahmen des ursprünglich mal geplanten Börsenganges zurückführen könnte.</p>
<p>In den siebziger Jahren, als alle Welt noch <a title="SPIEGEL ONLINE: Katastrophe auf Raten" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41667249.html" target="_blank">vor einer neuen Eiszeit warnte</a>, da hatte die Bahn noch mit ganz anderen Problemen als Klimaanlagen zu kämpfen: Der damalige &#8220;Jahrhundertsommer&#8221; war so heiß, dass sich die Gleise verbogen und auf einigen Strecken nur noch maximal 50 km/h gefahren werden durfte. Und auch sonst war es damals schon <a title="Spiegel Online: Hitzewelle - Wie Plagen aus alter Zeit" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41237656.html" target="_blank">ungemütlich heiß in Deutschland, wie der SPIEGEL am 5. Juli 1976 berichtete</a>.</p>
<p>Helfen wir der Bahn also nochmal auf die Sprünge, wie das damals mit den Sommern in Deutschland so war&#8230;</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;"><em>&#8230;und was wir da für Hitzewellen hatten<br />
Pulloverfabrikanten gingen ein.<br />
Da gab es bis zu 40 Grad im Schatten.<br />
Wir mussten mit dem Wasser sparsam sein&#8230;</em></p>
<p style="text-align: right;">Rudi Carell, 1975 in &#8220;<a title="YouTube: Wann wird's mal wieder richtig Sommer?" href="http://www.youtube.com/watch?v=KzEOvyDcVas" target="_blank">Wann wird&#8217;s mal wieder richtig Sommer</a>&#8220;</p>
</blockquote>
 <p><a href="http://www.dennis-knake.de/?flattrss_redirect&amp;id=1626&amp;md5=1820559875e224ae56ae8da79cd8a877" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.dennis-knake.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Elende Spießer</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 13:13:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dennis Knake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[FIFA]]></category>
		<category><![CDATA[Vuvuzela]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Zugegeben, ich bin kein richtiger Fußballfan. Mit Fußball untrennbar verbunden sind für mich auch die an Wochenenden an Bahnhöfen und in Straßen herumgröhlenden Fans, spätestens nach dem Spiel nicht selten mit deutlicher Alkoholfahne versehen. Aber gut, wenn man sie in Ruhe lässt, sind sie ja auch meist friedlich. Sollen sie halt ihren Spaß haben und [...]
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zugegeben, ich bin kein richtiger Fußballfan. Mit Fußball untrennbar verbunden sind für mich auch die an Wochenenden an Bahnhöfen und in Straßen herumgröhlenden Fans, spätestens nach dem Spiel nicht selten mit deutlicher Alkoholfahne versehen. Aber gut, wenn man sie in Ruhe lässt, sind sie ja auch meist friedlich. Sollen sie halt ihren Spaß haben und sich an den Wochenenden in den Stadien Flagge schwenkend, trommelnd oder drucklufttrötend ihrem Hobby ergeben. Soviel Toleranz habe ich auch noch.</p>
<p>Nun ist wieder Fußball WM und in Südafrika ist nunmal die Vuvuzela das Instrument der Wahl, wenn es darum geht, in den Stadien und drumherum unüberhörbar Stimmung zu verbreiten. Aber was ist das? Plötzlich sind die sonst beim Fußball ach so toleranten <a title="SPIEGEL ONLINE: Im Bienenschwarm von Soccer City" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700246,00.html">Teutonen angenervt</a> über die &#8220;Wahnsinnströte&#8221; und fordern landauf landab deren Verbot. Is&#8217; ja mal wieder typisch.</p>
<p><span id="more-1553"></span></p>
<p><a title="RP-Online: Duisburg - Tröten verbot im Freien" href="http://www.rp-online.de/niederrheinnord/duisburg/nachrichten/Troeten-Verbot-im-Freien_aid_867926.html" target="_blank">Was uns nicht passt, muss weg</a>. Hierzulande hagelt es daher bereits Erlasse, die Vuvuzela bei öffentlichen Veranstaltungen zu verbieten. Naja, darin sind wir in Deutschland eh am besten. Verbieten verbieten verbieten.</p>
<p>Schon blöd, dass man den Südafrikanern nicht vorschreiben kann, was sie ihn ihrem eigenen Land tun und lassen sollen. Da muss also flugs eine andere Taktik ran: Die Vuvuzela sei schließlich auch <a title="SPIEGEL ONLINE: Viel Lärm um wenig" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,700276,00.html" target="_blank">keine afrikanische Tradition</a> wird bereits argumentiert. Klasse, da hat man also schnell die Entschuldigung, warum man doch wieder an anderen herumkriteln darf. Ah, jetzt verstehe ich was damals mit Leitkultur gemeint war. Saufen, trommeln und gröhlen geht klar. Da wird die Tradition der &#8220;Fangesänge&#8221; hoch gehalten.  Autokorsos, Hupkonzerte, alles kein Problem. Aber Vuvuzela geht gar nicht!? Gerade in Deutschland ist es doch Sitte, jedes sonnige Wochenende mit dem Krach des Rasenmähers, der Kettensäge oder irgend einem anderen lärmenden Spielzeug aus dem Baumarkt in eine akustische Hölle zu verwandeln. Wehe man hört mal einen Vogel zwitschern oder einen Frosch quaken. Fallen die ersten drei Blätter im Herbst, rückt eine ganze Kavallerie mit dröhnenden Laubpustern aus, um eine handvoll Blätter von A nach B zu wehen und umgekehrt. Und jetzt macht ihr euch plötzlich Sorgen um eurer Trommelfell? Mal ganz ehrlich: Es ist nicht mehr 2006 und die Fußball WM ist weitergezogen. Andere Länder, andere Sitten. So ist das nunmal. A k z e p t i e r t  e s  !</p>
<p>Ob euch das Getröte nun passt oder nicht: Get the hell over it! Die Leute haben ihren Spaß, die WM dauert nicht ewig und schiebt jetzt bloss nicht die Vuvuzela vor, wenn ein Spiel mal nicht so läuft, wie ihr es erhofft habt. Elende Spießer.</p>
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