|
|
.. denn alle miseren der Welt kann man heutzutage dem Klimawandel in die Schuhe schieben. Wenn es regnet und die Flüsse über die Ufer treten, dann sind nicht etwa Begradigungen und der ungezügelte Zubau der Flussauen schuld, nein, dann war es der Klimawandel.
Und auch die Deutsche Bahn AG hat jetzt den Klimawandel als Schuldigen für ihr Hitzeproblem in den einstigen Prestige-Schnellzügen ausgemacht. Weil die Klimaanlagen ab 32 Grad ihren Dienst quittieren ist wohl der Klimawandel schuld. So heisst es, die ICE der 1. und 2. Generation seien in den 80er und 90er Jahren entwickelt worden. Man habe damals noch nicht mit so hohen sommerlichen Temperaturen rechnen können (siehe auch FTD: Bahn gibt Klimawandel Schuld am ICE-Hitzechaos).
weiter »
Zugegeben, ich bin kein richtiger Fußballfan. Mit Fußball untrennbar verbunden sind für mich auch die an Wochenenden an Bahnhöfen und in Straßen herumgröhlenden Fans, spätestens nach dem Spiel nicht selten mit deutlicher Alkoholfahne versehen. Aber gut, wenn man sie in Ruhe lässt, sind sie ja auch meist friedlich. Sollen sie halt ihren Spaß haben und sich an den Wochenenden in den Stadien Flagge schwenkend, trommelnd oder drucklufttrötend ihrem Hobby ergeben. Soviel Toleranz habe ich auch noch.
Nun ist wieder Fußball WM und in Südafrika ist nunmal die Vuvuzela das Instrument der Wahl, wenn es darum geht, in den Stadien und drumherum unüberhörbar Stimmung zu verbreiten. Aber was ist das? Plötzlich sind die sonst beim Fußball ach so toleranten Teutonen angenervt über die “Wahnsinnströte” und fordern landauf landab deren Verbot. Is’ ja mal wieder typisch.
weiter »
Die etwas andere Wochenrückblick
FAZ Herausgeber Frank Schirrmacher findet, die Informationsflut aus dem Netz “vermanscht” unser Gehirn, zumindest kommt er nicht mehr mit. Also gut, dann hier wohlsortiert die Netzschau mit den Aufregern der Woche: Da ist zum Beispiel der Schmu mit den Maut-Verträgen: Die “Whistleblower” von Wikileaks haben da wieder einen ganz dicken Fisch an der Angel und bis auf den Stern hat sich nur heise.de ans Eingemachte gewagt sowie das zum Verlag gehörende Fachmagazin c’t. Schon lustig, dass die Verträge zum “Geldverschiebe-System” nur einen Tag nach der Toll-Collect Pressemitteilung ans Licht kommen, in der man stolz von “sinkenden Betriebskosten” spricht. Suche ich in der Onlineausgabe der FAZ nach “Maut” oder “Toll-Collect” finde ich bislang kein Sterbenswörtchen zu dem Thema. Ach richtig, Wikileaks, das sind ja die Schmuddelkinder, die auch die Sperrlisten der Kinderpornoanbieter veröffentlicht haben – pfuibah.
weiter »
Subjektiver Eindruck oder Tatsache? Die Politik überschlägt sich mit immer neuen Verbotsforderungen
“Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.” – so steht es im Artikel 2 des Grundgesetzes. Und dieses Recht auf freie Entfaltung bedeutet, dass ich mein Leben so gestalte, wie es mir gefällt – auch wenn andere meinen Stil für unvernünftig halten. Im Falle von Minderjährigen sind es die Eltern, die immer noch die Hauptverantwortung für ihre Sprößlinge haben. Doch mit immer neuen Verbotsforderungen unter dem Etikett des Jugendschutzes untergräbt die Politik das notwendige Gespür der Eltern für eben diese Eigenverantwortung!
weiter »
Die Verlage beschweren sich über Content-Klau im Internet und bedienen sich doch selbst gerne für lau im Netz
Weil man es bis heute nicht zu einem lohnenswerten Geschäftsmodell im Internet gebracht hat, sollen nun die User blechen. Die Axel Springer AG, in Person ihr “Chief Marketing Officer” – klingt ein bisschen wie ein Indianerhäuptling – Peter Würtenberger, möchte mit einer Zwangsabgabe auf Computer die gebeutelten Verlage subventionieren. Wenn die Marktwirtschaft versagt, muß halt der Staat eingreifen. Die Begründung ist einfach: Suchmaschinen wie Google würden journalistisch wertvolle Inhalte verwenden und damit Milliardenumsätze generieren von denen die Verlage nichts hätten. Warum sollen dann aber ausgerechnet Käufer eines Computers eine GEMA-ähnliche Zwangsabgabe leisten? Während sich Medienkonzerne über den angeblichen massenhaften “geistigen Diebstahl” im Internet beschweren, sind sie es doch, die sich gerne ungefragt an Text- und Bildmaterial aus dem Netz bedienen: Ob aus Twitter, Youtube, Facebook oder StudiVZ. Gerade die “Bild”-Zeitung – ich würde ja lieber das Wort “Zeitung” in Anführungsstrichen sehen – vergreift sich gerne mal am Internet und fragt nicht nach dem Urheberrecht.
weiter »
Bitte nein, ich will nicht mehr, hört auf. Das darf doch alles nicht wahr sein. Vor 20 Jahren hat Tim Berners Lee die “HyperText Markup Language”, kurz HTML, entwickelt und damit den Grundstein für das heutige World Wide Web im Internet gelegt. Das ist das schöne Bunte, das wir täglich mit unseren “Webbrowsern” mittels “Hyper Text Transport Protocol” (die lustige Buchstabenfolge vor jeder URL) durch”surfen”. Für die FAZ ist das mit dem WWW und dem Internet aber offensichtlich alles eine Suppe und schwupps, gratuliert sie dem Internet und nicht dem WWW jetzt auch zum 20sten. Ich brech zusammen. Das Internet entwickelte sich aus dem 1969 entstandenem Arpanet, einem Militärnetz, das einen Atomschlag aushalten sollte (jetzt mal die ganz kurze Version). Seit 1971 konnte man so beispielsweise zum ersten Mal E-Mails verschicken. Über das “Internet” konnte man also schon lange vor dem World Wide Web über andere Applikationen Daten austauschen. Dann gabs u.a. noch Telnet, Usenet oder Dateiübertragung mittels FTP. Alles “Internet”. Aber ich weiß, Wikipedia ist ja auch Internet und irgendwie böse weil da jeder reinschreiben darf. Dabei hätte ein Blick hinein diesmal echt nicht geschadet.
 Und jetzt schnell das Wort "Internet" mit "World Wide Web" ersetzen. Vielleicht merkts ja keiner.
Das Manager-Magazin glaubt übrigens auch an 20 Jahre Internet. Richtig hingegen berichten u.a. die NZZ, die Netzeitung, die Nachrichtenagentur AFP, die Deutsche Welle und selbstverständlich heise-online.
Die Finanzkrise erschüttert die Welt. Die Politik versucht allenorts zu retten, was zu retten ist. Fragt sich nur, ob dem Bürger die derzeitigen “Rettungsmaßnahmen”, sofern sie überhaupt greifen, zu vermitteln sind. Monatelang hat der Streit ums Kindergeld gedauert. Das Ergebnis? Nun gibts bald 10 Euro pro Monat mehr für die ersten beiden Kinder. Wie süß. Doch die 500.000.000.000 Euro, mit dem die Regierung soeben die Banken rauspaukt, waren nach nur einer Woche locker. Der ausgeglichene Haushalt 2011? Geschwätz von gestern. Und jetzt noch das: Die Banken bekommen gelockerte Bilanzierungsregeln serviert. Der Vorteil: Damit können sie nun noch besser ihre wirkliche Vermögenslage verschleiern. Statt strengerer Regeln und klarer Fakten nur neue Nebelgranaten? Und alles nur, damit auf dem Parkett munter weiter gepokert werden kann. Doch von Lösungsvorschlägen für die Zukunft liest man bislang noch nichts. Die nächste Bundestagswahl könnte spannend werden…
..und am Rande dann noch dies:
AFP: Angeschlagene Fortis lädt 50 Gäste zu 150.000-Euro-Essen ein
manager-magazin: AIG – Milliardenspritze und Luxuskur
Aachener Nachrichten: Banken-Party in der Finanzkrise
Schaue ich mir die gegenwärtige Abmahnwelle bei eBay auch gegenüber Privatverkäufern von Markenartikeln an, so überlege ich es mir in Zukunft dreimal, ob ich überhaupt noch zu solcher Ware greifen soll. Aktuell berichtet Spiegel Online über eine Anwaltskanzlei, die im Auftrag eines Bekleidungsherstellers auch Privatpersonen mit teuren Unterlassungserklärungen “beglückt”. weiter »
|
|
kommentare