Kategorie-Archiv: Medien

I want to believe: Mein #BarCamp unterm Alu-Hut

21. März 2016


Da war es also wieder, mein mittlerweile, siebtes, achtes, neuntes #BarCamp? Premiere für mich allerdings war das BarCamp im Essener Unperfekthaus. Das Achte seiner Art. Auch allgemein als #bcruhr9, Nummer sieben fiel mal aus, verschlagwortet. Als Location ist dieses Haus allerdings gar nicht so unperfekt, sondern ziemlich genial. Viele bekannte Gesichter und trotzdem immer wieder eine gute Gelegenheit, neue Leute und Ideen kennen zu lernen. Und natürlich auch immer wieder die alte Frage: Was zur Hölle ist das hier eigentlich?

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Drei Tage digitales Leben: Die Tops und Flops der re:publica

13. Mai 2013


Wie erklärt man die re:publica? Ein Blogger-Treff? Eine Social-Media Konferenz? Oder ist es nur eine „Internet Messe“, von der Moderatorin Anne Geesthuysen im ARD Morgenmagazin sprach? Irgendwie trifft es zu und dann auch wieder nicht. Die re:publica ist weit mehr als das. Aus der ganzen Welt reisen einmal pro Jahr Unternehmer, Wissenschaftler, Aktivisten, Visionäre und ja, auch Weltverbesserer, nach Berlin. Sie alle eint eine Eigenschaft: Ihre Ziele mit Hilfe modernster Kommunikationstechnologien zu erreichen.

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Gekaufte Aufmerksamkeit

22. Februar 2013


Nach dem Versand einer Pressemitteilung für meinen Arbeitgeber erhielt ich von einem Verlag tags darauf die folgende Antwort:

„Hallo Herr Knake, wir veröffentlichen normalerweise keine Messemeldungen – aber für die CeBIT dieses Jahr machen wir eine Ausnahme. Auch Ihre Pressemitteilung könnte veröffentlicht werden, wenn unser Aufwand über die Buchung eines Links oder Logos gegenfinanziert werden würde.“

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Artikeldebatte im Netz: Die Vertreibung aus dem Paradies

26. August 2011


Früher, da war das Internet noch in Ordnung. Man konnte stundenlang im Web surfen, ohne von Werbebannern und hinterlistigen Abofallen behelligt zu werden. Man konnte disktutieren, ohne Abmahnungen zu fürchten. Man tauschte Musik mit Freunden, ohne ein Sondereinsatzkommando der Polizei zum Frühstück zu begrüßen. Es gab auch keine Politiker, die glaubten, das Internet mit „Verhaltensregeln“ (das nannten wir Netiquette), „Notrufknöpfen“ (das nannten wir abuse-Mail) und sinnfreien Stoppschildern (das nannten wir dämlich) neu erfinden zu müssen. Damals hieß meine Webseite auch schlicht und einfach noch die Homepage. Irgendwann kam dann eine neue Software, die alles etwas einfacher machte. Fortan nannte ich mein digitales Tagebuch Blog, die Kurzform von Weblog. Das Webtagebuch. Das Blog.

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Social Web ist keine Einbahnstraße

24. Juli 2011


Feige ZeitungNachdem die Fuldaer Zeitung einen unsäglichen Kommentar zu dem Attentat in Oslo ihres Redakteurs Manfred Schermer wortlos aus dem Internet gelöscht hat, ist sie offenbar bemüht, sämtliche Spuren der Kritik aus ihrem Einflussbereich zu entfernen.

Kurze Erinnerung: Schermer lamentierte ohne Kenntnis der Faktenlage vom „feigen islamistischen Terrorpack“ und warb für die Einschränkung unserer Freiheit, da sie nur so zu schützen sei. Ganz im Gegensatz zu Norwegens König Harald, der am Tag nach dem Anschlag betonte, dass Freiheit immer über Angst siegen müsse. Weiterlesen

Attentat von Oslo: Qualitätsjournalismus weggebombt

23. Juli 2011


Auf dem Holzweg © Dennis Knake

Auf dem Holzweg © Dennis KnakeAls mich gestern die Bilder aus Oslo erreichten, teilte ich meinen ersten Gedanken in der neuen Social Media Plattform Google+:  „Dieses Bild aus Oslo erinnert mich ein wenig an Oklahoma :-/“. Zu sehen war eine zerstörte Hochhausfront und unzähliger Schutt vor dem Gebäude.

Wie nah ich damit auch dem Hintergrund des Terroranschlags kam, war mir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bewusst. Wie wohl viele andere auch, hatte ich gleich Islamisten in Verdacht. Doch am Ende war der Vergleich mit Oklahoma viel zutreffender. Wie jetzt der Attentäter von Norwegen war es auch am 19. April 1995 kein böser Moslem, der die Bombe vor dem Murrah Fedaral Building in Oklahoma City zündete und damit 168 Menschen tötete, sondern ein rechtsradikaler Fanatiker.

Innerlich so voreilige Schlüsse zu ziehen ist eine Sache. Sie lassen sich im Stillen revidieren, überdenken. Doch wenn – wie gestern geschehen – Journalisten, Moderatoren und unzählige angebliche Terrorexperten schon kurz nach dem Anschlag ohne Kenntnis weiterer Fakten über dschihadistischen Terror schwadronieren und damit ein vorbestimmtes Weltbild in den Köpfen ihrer Zuschauer zementieren, hat das eine ganz andere Qualität.

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Provinzposse Reloaded

22. Juli 2011


Provinzposse Reloaded

Frei nach dem Motto „hat man keine Nachrichten, erfindet man sich welche“, wird nun eine jahrelange Provinzposse im ostfriesischen Emden aufgewärmt. Dort wettert seit Jahren ein FDP-Regionalpolitiker gegen die Sperrung eines Weges, der durch das Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ führt. In dem rund 200 Hektar großen Areal brüten und rasten alljährlich seltene Vogelarten. Die will man mit der Sperrung unbehelligt lassen. Nur in der Sommerzeit vom 15. Juli bis 30. September ist das Betreten für Fußgänger und Radfahrer erlaubt. Als ob gerade erst geschehen, präsentiert die Ostfriesen-Zeitung zu Beginn der diesjährigen Öffnungsperiode die Titelzeile „Wieder Streit um Teekabfuhrweg – Schmierereien an der Pforte“. Abgebildet wird ein Foto des Weges, auf dem Unbekannte einen Spruch an den Eingang gemalt haben. Dazu schreibt die Zeitung „Jetzt haben Unbekannte den Weg […] beschmiert“.

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Legenden sterben nie

28. Mai 2011


X-33 "Venture Star"

Ein Hacker-Angriff auf den US-Luftfahrt und -Rüstungskonzern Lockheed Martin macht die Runde. Ob und welche Daten die Angreifer dabei entwenden konnten, ist nicht ganz klar. Offenbar galt der Angriff zunächst bestimmten Sicherheitsschlüsseln, um damit später Zugriff zu sensiblen Systeme zu erlangen. Die Süddeutsche Zeitung fragt in ihrem Beitrag: „Haben die Hacker sensible Daten über neue geheime Waffensysteme gestohlen?“ – und präsentiert dem Leser das computeranimierte Foto eines futuristischen Raumschiffs.

X-33 "Venture Star"

Foto: Screenshot Süddeutsche Zeitung

Sieht zwar gut aus, hat aber einen Haken. Die X-33 wird es so wohl nie geben. Auch zehn Jahre, nachdem die US-Regierung aufgrund explodierender Kosten das X-33 Venture Star Programm eingestampft hat, ist die Legende nicht totzukriegen, die X-33 werde das nächste Raumfahrtzeug der NASA.

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