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Habe gerade von dem “Shitstorm” inklusive übelster Beleidigungen gelesen, den der jüngste Beitrag von Julia Schramm in der “Flaschenpost“, dem Nachrichtenblatt der Piratenpartei ausgelöst haben muss. Kurz vorweg: Ich bin weder in der Piratenpartei noch habe ich mich in der Vergangenheit übermäßig viel mit Julia Schramm beschäftigt. Ich habe nur soviel verstanden - zumindest glaube ich verstanden zu haben - dass Frau Schramm eine recht umtriebige Aktivistin ist, wenn es darum geht für eine Gesellschaft zu kämpfen, in der Datenschutz nicht mehr notwendig ist. Einfach weil die Gesellschaft so lieb und nett geworden ist, dass der Besitz von Daten über andere nicht mehr zum eigenen Vorteil verwendet wird.
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Während in Spanien hunderttausende in den Straßen für mehr Demokratie auf die Straße gehen und auch trotz Demonstrationsverbots über das Wahlwochenende auf den Plätzen ausharren, fällt die Revolution in Deutschland wohl erstmal aus. Über Twitter und Facebook haben viele User versucht, auch hierzulande die Massen zu mobilisieren. Das Hashtag #germanrevolution war in den Twitter-Trends zeitweise auf Platz 1. In Düsseldorf demonstrierte dann am Samstagnachmittag auf dem Burgplatz eine Gruppe mehrheitlich spanischstämmiger junger Menschen. Gegen eine von der Wirtschaft gesteuerte Politik und für mehr echte Demokratie. Doch die Teilnehmerzahl war überschaubar. weiter »
Ginge es nach Angela Merkel, dann sollen die Leute in den krisengeschüttelten Ländern in Südeuropa für ihre Hilfsgelder gefälligst mehr arbeiten. Auf einer parteiinternen Veranstaltung in Meschede wird die Kanzlerin von verschiedenen Medien mit den Worten zitiert “Wir können nicht nur eine Währung haben und der eine kriegt ganz viel Urlaub und der andere ganz wenig.” Außerdem plädierte sie für eine Homogenisierung des Renteneintrittsalters. Klar, dass dieses Statement beim Wähler nach “faule Südeuropäer” klingt. Irgendwie muss die Merkel ja auf den Putz hauen, um das Volk bezüglich der Millionenhilfen gnädig zu stimmen. Der Eindruck verstärkt sich, wenn dann die Medien auf den Zug aufspringen und wie der Spiegel von “urlaubsfreudigen Südeuropäern” sprechen. Doch wie sieht es denn mit den Fakten aus? Arbeiten die Südeuropäer wirklich so wenig? Die Zahlen sprechen eine andere Sprache.
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…und nicht Connie Francis. Der neue Smashhit von “Plagiator & The CopyCats”. Die neue Vorgruppe der Ärzte.
Dein Doktortitel lohnt sich nicht, my Darling.
Schade ums kopieren in der Nacht.
Dein Doktortitel lohnt sich nicht my Darling.
Weil schon morgen er Dir Probleme macht.
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Damit eines gleich klar ist: Nachdem ich den Beitrag von WELT-Korrespondent Richard Herzinger “Der Tod Bin Ladens – ein Sieg der Humanität” gelesen habe, wurde mir deutlich, warum sich gerade in den Leserkommentaren des Onlineangebotes der WELT immer so viel rechtskonservatives (und leider noch viel schlimmeres) Gedankengut wiederfindet. Da scheint die schreibende Zunft der Leserschaft in nichts nachzustehen. Der Beitrag trieft von amerikanischem Phatos, lässt den obligatorischen Rundumschlag gegen Grüne und Linke nicht aus und ist auch sonst in bestem Neocon-Talk gehalten. Ich kannte das Blog von Herzinger zuvor nicht. Aber schon beim ersten optischen Eindruck schwante mir übles. Der Artikel ist ein Schlag ins Gesicht für alle denen Begriffe wie Völkerrecht, Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit noch etwas bedeuten. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, einzelne Passagen zu kommentieren. Kurz zusammengefasst: Herzinger regt sich darüber auf, dass die Deutschen es gewagt haben, Angela Merkels freudige Worte über den Tod Bin Ladens zu hinterfragen und sich auch sonst nicht zu Hurra-Rufen hinreißen ließen.
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Stellen Sie sich mal vor, über Ihr gesamtes soziales Leben würde ab sofort Protokoll geführt. Wann Sie morgens das Haus verlassen um zur Arbeit zu fahren, wo Sie Ihre Brötchen kaufen, einen Kaffee trinken oder ins Kino gehen. Ja, auch mit wem Sie sich wo und wie lange auf ein Feierabend-Bier treffen. Auch welche Orte Sie am Wochenende aufsuchen und dabei immer: Mit wem Sie in der ganzen Zeit wo und wie lange gesprochen haben. Eine gruselige Vorstellung. Nichts anderes ist aber die Vorratsdatenspeicherung. Nur das hier nicht Ihr Leben in der realen, sondern der virtuellen Welt protokolliert werden soll.
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Jubeln, Fahnen schwenken und “USA! USA! USA!” skandieren. Die Videos aus den Straßen von New York und Washington nach dem verkündeten Tod von Osama Bin Laden lösen bei mir gemischte Gefühle aus. “Justice has been done”, hat Obama verkündet. Doch das war nicht “Justice”, die die Menschen zu Freudentänzen veranlasst hat. Das war die Befriedigung niederer Rachegelüste. Menschlich irgendwie verständlich. Und dennoch: Ein Land, das sich immer wieder auf das hohe moralische Podest von Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie stellt, muss alles tun um die Rechtsstaatlichkeit zu wahren. Richtig schlecht wurde mir dann, als unsere Bundeskanzlerin als bekennende Christin offen ihre “Freude” über den Tod des als Topterroristen gesuchten Bin Laden äußert. weiter »
Zugegeben, das Internet und vor allem das Web haben unsere Welt in den vergangen 20 Jahren revolutioniert. Wir sind jederzeit an jedem Ort umfassend informiert. Wir stehen dank Twitter, Facebook & Co. mit den Reichen, Schönen und Mächtigen direkter in Kontakt als je zuvor. Wir nehmen Teil an der Meinungbildung und beeinflussen gar die Staatenlenker. Das Internet bringt uns mehr Freiheit und mehr Demokratie. Hurra, es lebe die digitale Gesellschaft. Oder ist das alles nur ein Trugschluss? Werden wir vielleicht dümmer? Ich behaupte: Ja. Simples Indiz? Die anhaltende Flut an Spam und die unaufhaltsame Verbreitung dümmlicher Kettenmails über Soziale Netzwerke.Wir haben zwar die Chance uns besser zu informieren, doch wir nutzen sie nicht. So werden es auch digitale Politaktivisten schwer haben, die Gesellschaft zu erneuern.
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