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Stellen Sie sich mal vor, über Ihr gesamtes soziales Leben würde ab sofort Protokoll geführt. Wann Sie morgens das Haus verlassen um zur Arbeit zu fahren, wo Sie Ihre Brötchen kaufen, einen Kaffee trinken oder ins Kino gehen. Ja, auch mit wem Sie sich wo und wie lange auf ein Feierabend-Bier treffen. Auch welche Orte Sie am Wochenende aufsuchen und dabei immer: Mit wem Sie in der ganzen Zeit wo und wie lange gesprochen haben. Eine gruselige Vorstellung. Nichts anderes ist aber die Vorratsdatenspeicherung. Nur das hier nicht Ihr Leben in der realen, sondern der virtuellen Welt protokolliert werden soll.
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Die etwas andere “Presseschau”
Jungejunge, ich kann verstehen, warum manche Menschen lieber Big-Brother gucken als Nachrichten schauen. Nur ein einziger Tag mit Radio, Fernsehen, Zeitung und Internet kann einem ganz schön die Laune vermiesen. Kaum sitze ich im Auto auf dem Weg zur Arbeit höre ich schon von den 17.000 Stasi-Spitzeln die immer noch unbeschwert ihren Dienst bei Regierungsstellen und Polizei verrichten. Im Büro gehts gleich weiter: Aus dem Internet erfahre ich von einem Radiointerview mit Ursula von der Leyen. Sie ist ja nun nicht das erste Mal wegen kreativer Deutung von Statistiken in die Kritik geraten. Aber das scheint sie nicht davon abzuhalten, weiterhin “Dünnpfiff” zu verbreiten: Diesmal möchte sie den Hörern weismachen, Indien habe keine Gesetze gegen Kinderpornografie. Erst vor kurzem hatte sich die Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Martina Krogmann zu weit aus dem Fenster gelehnt, als sie auf der verzweifelten Suche nach einem Argument für Netzsperren suggerierte, in Kasachstan würde Kindesmissbrauch nicht strafrechtlich verfolgt. (Der kasachische Botschafter war da ganz anderer Meinung). Wer berät diese Leute eigentlich, etwa Borat?
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