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Lernen vom „Pöbel“ aus dem Netz

Was ist dran an der Bloggerkritik, wie steht es um die Qualität der Presse?

Na das geht Bloggern und Twitterern dieser Tage wohl runter wie Öl. Gerade erst noch mussten sie sich weitere Anfeindungen seitens „etablierter“ Medien gefallen lassen, mussten sich von gestandenen Redakteuren als „Pöbel“ bezeichnen lassen, der Dank neuer Kommunikationsformen nun alles ungefiltert in die Welt hinaus posaunen dürfe, der wie ein wilder Mob keinerlei Anstand besäße und jedweden Pressekodex ignoriere. Fallen aber die Netz-Kritiker mit dieser Art Berichterstattung nicht vollends auf die mediale Schnauze? Die schreckliche Amoktat von Winnenden hat aufgedeckt, dass auch die klassischen Medien unreflektiert, unkritisch und immer mit Blick auf die Quote ungeprüften Müll verbreiteten. Stundenlang, selbst nachdem die Netzcommunity das mit der Falschmeldung vom „Amok-Chat“ längst besser wusste.

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Diffus, diffuser, Killerspiel

Gerüchte, Voyeurismus, Falschmeldungen und voreilige Schlüsse

Die Toten des Amoklaufs von Winnenden sind weder beerdigt noch annähernd genug betrauert, die Tat noch nicht in ihren Einzelheiten untersucht und der Schock dieser Katastrophe kaum 24 Stunden alt. Doch in den Medien machen bereits wieder die typischen Verdächtigungen die Runde. Man konnte die Uhr danach stellen, wie lange es nach dem Amoklauf dauern würde, bis die so allgemein wie undifferenziert benannten “Killerspiele” Erwähnung finden würden. Keiner kennt bislang die familiären und schulischen Hintergründe, keiner die persönlichen Lebensumstände des Täters, niemand kann bislang erahnen, was einen 17-jährigen zu solch einem Massaker treibt. Aber schon finden sich einfache Antworten auf einen komplexen Zusammenhang. “Amokläufer spielte Killerspiele am PC” liest es sich wieder allerorts. Das Killerspiel als Auslöser für eine solche Bluttat? Wie einfach kann man es sich doch machen. Und dann war da noch die Sache mit der Vorwarnung im Internet…
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