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Unerträgliche Phrasen, wahrlich keine Leichtigkeit

Matthias Güldner, Jahrgang 1960, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bremischen Bürgerschaft, verteidigt die verfassungsrechtlich bedenklichen Internet-Sperren auf DNS-Basis in einem Kommentar der Onlineausgabe der WELT. Doch sein Beitrag unter dem Titel “Die unerträgliche Leichtigkeit des Internet” offenbart eine große Portion stereotyper Vorurteile gepaart mit unverholener Internetfeindlichkeit. Dabe versuchen die Grünen schon lange, das Image der fortschrittsfeindlichen Ökopartei abzuschütteln. Matthias Güldner erweist ihr mit diesem Beitrag einen Bärendienst. weiter »

Wer hat uns verraten…

STOPP-SPD: Logo by SpreeblickEigentlich habe ich gar keine Lust, zum Thema “Internet-Sperren” oder “Zugangserschwerungsgesetz”, wie es jetzt offiziell heißt, noch irgend ein Wort zu verlieren. Es ist bereits alles gesagt, gedruckt, erklärt, gebloggt und getwittert worden. Vergebens. Doch die Ignoranz mit der die SPD heute das Gesetz zusammen mit den Stimmen der CDU/CSU durchgewunken haben, ist schon erstaunlich. Ironie der Stunde: Gerade die Internetgeneration wollte die SPD mit einem Wahlkampf in bester Obama Manier für die Bundestagswahl gewinnen. Doch mit der heutigen Aktion kann man sich solch ein hippes Online-Image wohl von der Backe putzen. Die Internetgeneration  hat von der SPD genug und fühlt sich einmal mehr an den Slogan aus der Weimarer Republik erinnert “Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten.” (Von der anderen Seite wusste man ja, was zu erwarten war). Auch im Diskussionsforum von heise.de lassen heute viele User ihrer Wut freien Lauf. Hier ein paar Auszüge…
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Verschmähst Du meine Dienste, so machst Du Dich verdächtig!

Schnapsidee Web-Sperre: Wie die freie Wahl von DNS-Servern in der Öffentlichkeit kriminalisiert wird.

Auskunftsdienste und Telefonbücher gibt es viele im Land: Da gibt es 11880 der telegate AG, es gibt 11833 der Telekom, gedruckt und online gibt es “Das Örtliche” oder auf CD kommt “D-Info” von Buhl Data daher – kurzum: Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten eine Telefonauskunft zu bekommen. Warum der Eine lieber 11833 statt 11880 wählt, online sucht oder eine Software nutzt, ist jedem selbst überlassen.

Bei der Wahl des DNS-Servers, dem Telefonbuch für Internetadressen, ist das anders: Seit es BKA-Sperrlisten für kinderpornografische Webseiten geben soll, gerät jeder ins Zwielicht, der sich seinen DNS-Dienst selbst aussucht. “Wer etwas kriminelle Energie mitbringt, kann die Sperren leicht überwinden”, zitierte die Süddeutsche Zeitung unlängst Christopher Wolf vom Horst-Görtz-Institut für IT-Sicherheit an der Ruhr-Universität in Bochum. Dabei ist die freie Wahl des DNS-Servers schon allein aus Performance-Gründen wichtig und hat nichts mit krimineller Energie zu tun.

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