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Eva Herman: Auf den Kopp gefallen?

Auf der Duisburger Loveparade sterben im Gedränge des einzigen Ein- und Ausgangs 19 Menschen, hunderte werden verletzt. Wer letztendlich Schuld an dem Unglück ist, wer bei der Planung oder Freigabe der Veranstaltung gepennt hat, all das wird in den nächsten Tagen und Wochen zu klären sein. Den Toten und Hinterbliebenen hilft das letztendlich herzlich wenig. Doch im Windschatten des Unglücks meldet sich plötzlich wieder eine zu Wort, die schön des Öfteren mit zweifelhaften Äußerungen wie etwa zur Rolle der Frau im dritten Reich, aufgefallen ist. In kruden Worten – einem fanatischem Christenprediger nicht unähnlich – spricht sie von Sodom und Gomorrha, zügellosem Sex, Drogen und Alkohol und macht neben der “heutigen Jugend” und ihren “verfallenen Sitten” die 68er-Generation für die Katastrophe verantwotlich. Ihre Andeutung, eine höhere Macht (Gott?) habe dem ungezügelten Treiben ein Ende gesetzt, lässt mich aufschreien und fragen: Oh Eva, warum bist Du bloß so auf den Kopp gefallen?

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Haiti im Jahre Null

Für den, der es nicht miterlebt hat, ist es eine unvorstellbare Katastrophe. Wenige Sekunden haben am 12. Januar kurz vor 17 Uhr Ortszeit ausgereicht, um das Leben von Millionen von Menschen auf den Kopf zu stellen. Zehntausende sind gestorben, hunderttausende obdachlos, Millionen sehen einer ungewissen Zukunft entgegen. Es sind die vielen unzähligen Schicksale die jetzt erzählt werden um die Katastrophe wenigstens ansatzweise begreifbar zu machen. Doch fernab vom Ort des Geschehens reicht schon ein Fingerdruck auf der Fernbedienung des Fernsehers, um sich des Elends zu entledigen.

Jean Zacharie versorgt Deborah Fatima, 1 Monat. Ihre Mutter starb bei dem Beben in Haiti am 12. Januar 2010. Foto: (cc) American Red Cross/Talia Frenkel

Jean Zacharie vom haitianischen Roten Kreuz versorgt die kleine Deborah Fatima. Ihre Mutter starb bei dem Beben in Haiti am 12. Januar 2010. Foto: (cc) American Red Cross/Talia Frenkel

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