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Liebe FAZ, das “World Wide Web” wird 20, nicht das “Internet”

Bitte nein, ich will nicht mehr, hört auf. Das darf doch alles nicht wahr sein. Vor 20 Jahren hat Tim Berners Lee die “HyperText Markup Language”, kurz HTML, entwickelt und damit den Grundstein für das heutige World Wide Web im Internet gelegt. Das ist das schöne Bunte, das wir täglich mit unseren “Webbrowsern” mittels “Hyper Text Transport Protocol” (die lustige Buchstabenfolge vor jeder URL) durch”surfen”. Für die FAZ ist das mit dem WWW und dem Internet aber offensichtlich alles eine Suppe und schwupps, gratuliert sie dem Internet und nicht dem WWW jetzt auch zum 20sten. Ich brech zusammen. Das Internet entwickelte sich aus dem 1969 entstandenem Arpanet, einem Militärnetz, das einen Atomschlag aushalten sollte (jetzt mal die ganz kurze Version). Seit 1971 konnte man so beispielsweise zum ersten Mal E-Mails verschicken. Über das “Internet” konnte man also schon lange vor dem World Wide Web über andere Applikationen Daten austauschen. Dann gabs u.a. noch Telnet, Usenet oder Dateiübertragung mittels FTP. Alles “Internet”. Aber ich weiß, Wikipedia ist ja auch Internet und irgendwie böse weil da jeder reinschreiben darf. Dabei hätte ein Blick hinein diesmal echt nicht geschadet.

Und ihr regt euch über zeternde Blogger auf?

Und jetzt schnell das Wort "Internet" mit "World Wide Web" ersetzen. Vielleicht merkts ja keiner.

Das Manager-Magazin glaubt übrigens auch an 20 Jahre Internet. Richtig hingegen berichten u.a. die NZZ, die Netzeitung, die Nachrichtenagentur AFP, die Deutsche Welle und selbstverständlich heise-online.

Lernen vom „Pöbel“ aus dem Netz

Was ist dran an der Bloggerkritik, wie steht es um die Qualität der Presse?

Na das geht Bloggern und Twitterern dieser Tage wohl runter wie Öl. Gerade erst noch mussten sie sich weitere Anfeindungen seitens „etablierter“ Medien gefallen lassen, mussten sich von gestandenen Redakteuren als „Pöbel“ bezeichnen lassen, der Dank neuer Kommunikationsformen nun alles ungefiltert in die Welt hinaus posaunen dürfe, der wie ein wilder Mob keinerlei Anstand besäße und jedweden Pressekodex ignoriere. Fallen aber die Netz-Kritiker mit dieser Art Berichterstattung nicht vollends auf die mediale Schnauze? Die schreckliche Amoktat von Winnenden hat aufgedeckt, dass auch die klassischen Medien unreflektiert, unkritisch und immer mit Blick auf die Quote ungeprüften Müll verbreiteten. Stundenlang, selbst nachdem die Netzcommunity das mit der Falschmeldung vom „Amok-Chat“ längst besser wusste.

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