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Nachdem die Fuldaer Zeitung einen unsäglichen Kommentar zu dem Attentat in Oslo ihres Redakteurs Manfred Schermer wortlos aus dem Internet gelöscht hat, ist sie offenbar bemüht, sämtliche Spuren der Kritik aus ihrem Einflussbereich zu entfernen.
Kurze Erinnerung: Schermer lamentierte ohne Kenntnis der Faktenlage vom “feigen islamistischen Terrorpack” und warb für die Einschränkung unserer Freiheit, da sie nur so zu schützen sei. Ganz im Gegensatz zu Norwegens König Harald, der am Tag nach dem Anschlag betonte, dass Freiheit immer über Angst siegen müsse. weiter »
Als mich gestern die Bilder aus Oslo erreichten, teilte ich meinen ersten Gedanken in der neuen Social Media Plattform Google+: „Dieses Bild aus Oslo erinnert mich ein wenig an Oklahoma :-/“. Zu sehen war eine zerstörte Hochhausfront und unzähliger Schutt vor dem Gebäude.
Wie nah ich damit auch dem Hintergrund des Terroranschlags kam, war mir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bewusst. Wie wohl viele andere auch, hatte ich gleich Islamisten in Verdacht. Doch am Ende war der Vergleich mit Oklahoma viel zutreffender. Wie jetzt der Attentäter von Norwegen war es auch am 19. April 1995 kein böser Moslem, der die Bombe vor dem Murrah Fedaral Building in Oklahoma City zündete und damit 168 Menschen tötete, sondern ein rechtsradikaler Fanatiker.
Innerlich so voreilige Schlüsse zu ziehen ist eine Sache. Sie lassen sich im Stillen revidieren, überdenken. Doch wenn – wie gestern geschehen – Journalisten, Moderatoren und unzählige angebliche Terrorexperten schon kurz nach dem Anschlag ohne Kenntnis weiterer Fakten über dschihadistischen Terror schwadronieren und damit ein vorbestimmtes Weltbild in den Köpfen ihrer Zuschauer zementieren, hat das eine ganz andere Qualität.
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Frei nach dem Motto “hat man keine Nachrichten, erfindet man sich welche”, wird nun eine jahrelange Provinzposse im ostfriesischen Emden aufgewärmt. Dort wettert seit Jahren ein FDP-Regionalpolitiker gegen die Sperrung eines Weges, der durch das Naturschutzgebiet “Petkumer Deichvorland” führt. In dem rund 200 Hektar großen Areal brüten und rasten alljährlich seltene Vogelarten. Die will man mit der Sperrung unbehelligt lassen. Nur in der Sommerzeit vom 15. Juli bis 30. September ist das Betreten für Fußgänger und Radfahrer erlaubt. Als ob gerade erst geschehen, präsentiert die Ostfriesen-Zeitung zu Beginn der diesjährigen Öffnungsperiode die Titelzeile “Wieder Streit um Teekabfuhrweg – Schmierereien an der Pforte”. Abgebildet wird ein Foto des Weges, auf dem Unbekannte einen Spruch an den Eingang gemalt haben. Dazu schreibt die Zeitung “Jetzt haben Unbekannte den Weg [...] beschmiert”.
 In Ostfriesland ticken die Uhren eben etwas langsamer. Die OZ präsentiert ihren Lesern am 22. Juli 2011 eine mindestens vier Jahre alte "Malerei" als News. Ausschnitt: Ostfriesen-Zeitung
Auch der streitbare FDP-Politiker Erich Bolinius wird brandaktuell als “empört” über diese “Schmiererein” zitiert. Das Problem: Der Slogan steht seit mindestens drei Jahren in den Teer geschrieben. Auch Bolinius weiss das. Auf der Webseite des FDP-Kreisverbandes hatte er sich dazu bereits 2008 geäußert. Entweder spekuliert die Ostfriesen Zeitung mit der Vergesslichkeit ihrer Leser oder sie ist selbst vergesslich und tischt olle Kamellen als neuen Streit auf. Passt ja grad auch so schön ins ostfriesische Sommerloch, denn um das Naturschutzgebiet zankt man sich dort schon seit Jahren. Oft geraten dabei auch die Verfechter des Schutzgebietes in die Schusslinie. So wurden bereits öfter Zäune zerstört, Schilder beschossen und auch Autos von Naturschützern zerkratzt.
Ein Hacker-Angriff auf den US-Luftfahrt und -Rüstungskonzern Lockheed Martin macht die Runde. Ob und welche Daten die Angreifer dabei entwenden konnten, ist nicht ganz klar. Offenbar galt der Angriff zunächst bestimmten Sicherheitsschlüsseln, um damit später Zugriff zu sensiblen Systeme zu erlangen. Die Süddeutsche Zeitung fragt in ihrem Beitrag: “Haben die Hacker sensible Daten über neue geheime Waffensysteme gestohlen?” – und präsentiert dem Leser das computeranimierte Foto eines futuristischen Raumschiffs.
 Foto: Screenshot Süddeutsche Zeitung
Sieht zwar gut aus, hat aber einen Haken. Die X-33 wird es so wohl nie geben. Auch zehn Jahre, nachdem die US-Regierung aufgrund explodierender Kosten das X-33 Venture Star Programm eingestampft hat, ist die Legende nicht totzukriegen, die X-33 werde das nächste Raumfahrtzeug der NASA.
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Ein Thema füllt derzeit wieder besonders häufig die Schlagzeilen der Gazetten: EHEC, das Killerbakterium, das mit der Rohkost kam. EHEC, das steht für Enterohämorrhagische Escherichia coli und bezeichnet eine für Menschen gefährliche Variante des Escherichia coli Darmbakteriums. Während letzteres zu unserer natürlichen Darmflora gehört, löst die enterohämorrhagische Variante eine gefährliche Durchfallerkrankung mit Nierenversagen aus. EHEC entsteht, wenn auf Baktieren spezialisierte Viren, so genannte “Bakteriophage”, die harmlosen escherichia coli Bakterien infizieren, verändern und diese dann ein für den Menschen gefährliches Toxin produzieren lassen.
Soviel zum Laienwissen, dass sich jeder innerhalb weniger Minuten dank Internet zusammengoogeln kann. Falsch ist es aber, EHEC selbst als Virus zu bezeichnen. Denn Viren und Baktieren sind etwas vollkommen unterschiedliches. Antibiotika können beispielsweise nur bei einer Bakterieninfektion helfen, nicht bei einer viralen Erkrankung. Bakterien verfügen über eine eigene Zellstruktur und können sich selbst vermehren. Viren benötigen Wirtszellen. In vielen Zeitungsredaktionen scheint sich das aber nicht herumgesprochen zu haben. Besonders bei Lokalzeitungen ist das dieser Tage wieder auffällig.

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 Exklusivbild: Osama auf See bestattet
Die Medien überschlagen sich gerade mit den Todesmeldungen von Osama bin Laden. Knapp 10 Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center verkünden die USA am 1. Mai, der Terrorfürst sei tot. (Der 1. Mai ist für die Verkündung von Todesmeldungen von Terrorfürsten übrigens wie geschaffen: Am 1. Mai 1945 verkündete die BBC den Tod von Adolf Hitler.) Die Leiche bekommen wir übrigens nicht mehr zu Gesicht, die habe die Navy kurze Zeit später “im Meer bestattet” heißt es – oder mal eben aus dem Hubschrauber geworfen, man weiß es nicht.
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Die Verlage beschweren sich über Content-Klau im Internet und bedienen sich doch selbst gerne für lau im Netz
Weil man es bis heute nicht zu einem lohnenswerten Geschäftsmodell im Internet gebracht hat, sollen nun die User blechen. Die Axel Springer AG, in Person ihr “Chief Marketing Officer” – klingt ein bisschen wie ein Indianerhäuptling – Peter Würtenberger, möchte mit einer Zwangsabgabe auf Computer die gebeutelten Verlage subventionieren. Wenn die Marktwirtschaft versagt, muß halt der Staat eingreifen. Die Begründung ist einfach: Suchmaschinen wie Google würden journalistisch wertvolle Inhalte verwenden und damit Milliardenumsätze generieren von denen die Verlage nichts hätten. Warum sollen dann aber ausgerechnet Käufer eines Computers eine GEMA-ähnliche Zwangsabgabe leisten? Während sich Medienkonzerne über den angeblichen massenhaften “geistigen Diebstahl” im Internet beschweren, sind sie es doch, die sich gerne ungefragt an Text- und Bildmaterial aus dem Netz bedienen: Ob aus Twitter, Youtube, Facebook oder StudiVZ. Gerade die “Bild”-Zeitung – ich würde ja lieber das Wort “Zeitung” in Anführungsstrichen sehen – vergreift sich gerne mal am Internet und fragt nicht nach dem Urheberrecht.
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