Ach was waren das damals im Mittelalter doch für gute Zeiten. Da gab es sie noch, die gute alte Lynchjustiz. Irgend ein Bösewicht in der Nachbarschaft? Ein Gewaltäter? Ein Dieb? Vielleicht auch nur ein Gerücht? Egal. Der gute alte Mob konnte damals noch ungestraft mit Fackeln, Schaufeln und Spitzhacke bewaffent losziehen und den Delinquenten ungestraft zur Strecke bringen. Am besten in Stückchen hacken und die Überreste zur Abschreckung am nächsten Baum aufknüpfen. Das entlastete schon damals die Justiz ungeheuerlich. Klar, da erwischte es ab und an auch mal den Falschen. Gleiche Frisur, ähnliche Zahnlücke, was solls. Sowas würde man heute unter “Kollateralschäden” verbuchen. Mit seiner jüngsten Forderung, Gewalttäter im Internet mit Namen, Foto und Wohnort öffentlich an den Pranger zu stellen, scheint der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Rainer Wendt diesem “Outsourcing”-Gedanken staatlicher Gewalt wieder Auftrieb geben zu wollen.


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