Farah Jean sitzt nun schon seit dem Wochenende in Ihrer Wohnung in PetÃonville fest, unweit der haitianischen Hauptstadt Port-Au-Prince. “Es ist zu gefährlich zur Arbeit zu gehen. Auf den Straßen herrscht das Chaos und auch kriminelle Banden machen sich die Situation zunutze”, schreibt sie mir online über den Yahoo-Messenger. Die Preise für Lebensmittel in dem ärmsten Land der westlichen Hemisphere sind in den letzen Monaten exorbitant gestiegen. Über das Internet kann ich mich nur sporadisch und für kurze Zeit mit der 25-jährigen Bankangestellten und früheren Moderatorin bei einem haitianischen Fernsehsender unterhalten und nach Neugikeiten aus ihrer krisengeschüttelten Heimat fragen. Strom gibt es in ihrer Wohnung nur für wenige Stunden am Tag: “Das ist Haiti”, meint Farah resigniert. weiter »

Das bislang recht stabile Kenia rutscht nach den offensichtlich manipulierten Wahlen ins Chaos. Seit 2002 wurde das ostafrikanische Land vom Kikuyu Mwai Kibaki und seiner PNU (Party of National Union) Partei regiert. Die Kikuyu bilden in Kenia die Größte Bevölkerungsgruppe. Sein Herausforderer, Raila Odinga, Angehöriger der vorwiegend im Westen des Landes beheimateten Luo und Anführer der ODM (Orange Democratic Movement) hat es jedoch geschafft, die vielen anderen Ethnien im Lande hinter sich zu vereinen um den amtierenden Präsidenten vom Thron zu stürzen. Kibaki wird Vetternwirtschaft und Korruption vorgeworfen, aber viele Kenianer wählen tendenziell immer noch nach Stammeszugehörigkeit, so dass die von den Kikuyu dominierte PNU ohne eine “Allianz” anderer Ethnien kaum abzuwählen ist. Die Situation ist verfahren und Komplex. Aber in westlichen Internetforen haben Islamhasser eine ganz einfache Lösung: Die Moslems sind schuld. 
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