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Zweierlei Maß

Nehmen wir mal folgendes, sich nicht zugetragenes Ereignis, an: Der Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) Udo Reiter hätte über seinen Twitter-Account anlässlich der Rede des Bundespräsidenten zur 20-Jahr-Feier der deutschen Einheit in Bezug auf da Bekenntnis zur christlich-jüdischen Geschichte Deutschlands, folgendes Statement über Twitter  losgelassen:

Einheitstag 2030: Bundespräsident Mosche Goldenstein ruft die Juden auf, die Rechte der Deutschen Minderheit zu wahren.

Die Reaktion auf diesen Satz hätte wohl einen Sturm der Entrüstung, gefolgt vom Rücktritt Reiters von seinem Posten zur Folge gehabt. Die Umzeichnung eines diffusen Bildes jüdischer Unterwanderung in Deutschland (Ja, davor wurde den Menschen hierzulande in der Tat mal Angst gemacht, ist aber schon ne Weile her). Allein die Nicht-Unterscheidung zwischen Religion und Staatsangehörigkeit  – sind denn jüdische Deutsche keine Deutschen – wäre schon ein Skandal. Aber Halt! Udo Reiter hat das ja gottseidank nicht gesagt. Nein, er hat folgendes geschrieben:

Einheitstag 2030: Bundespräsident Mohammed Mustafa ruft die Muslime auf, die Rechte der Deutschen Minderheit zu wahren.

Einheitstag 2030: Bundespräsident Mohammed Mustafa ruft die Muslime auf, die Rechte der Deutschen Minderheit zu wahren.

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger...

Wie war das jetzt? Horst Köhler ist zurückgetreten weil er sich verletzt fühlte? Verletzt vielleicht deswegen, weil man ihn nach seinem Afghanistan-Statement auch noch mit unserem Katastrophenpräsidenten (1959-1969) Heinrich Lübke in Verbindung brachte? Dabei liefert “unser Neuer”, Christian Wulff, doch gerade einen echten “Lübke” frei Haus auf seiner Homepage. Ein bisschen harmloser vielleicht, aber irgendwie ähnlich. Dort heißt es zur Begrüßung:

“Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Internetnutzer…”

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