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Schlecht für den Blutdruck

Die etwas andere “Presseschau”

Jungejunge, ich kann verstehen, warum manche Menschen lieber Big-Brother gucken als Nachrichten schauen. Nur ein einziger Tag mit Radio, Fernsehen, Zeitung und Internet kann einem ganz schön die Laune vermiesen. Kaum sitze ich im Auto auf dem Weg zur Arbeit höre ich schon von den 17.000 Stasi-Spitzeln die immer noch unbeschwert ihren Dienst bei Regierungsstellen und Polizei verrichten. Im Büro gehts gleich weiter: Aus dem Internet erfahre ich von einem Radiointerview mit Ursula von der Leyen. Sie ist ja nun nicht das erste Mal wegen kreativer Deutung von Statistiken in die Kritik geraten. Aber das scheint sie nicht davon abzuhalten, weiterhin “Dünnpfiff” zu verbreiten: Diesmal möchte sie den Hörern weismachen, Indien habe keine Gesetze gegen Kinderpornografie. Erst vor kurzem hatte sich die Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Martina Krogmann zu weit aus dem Fenster gelehnt, als sie auf der verzweifelten Suche nach einem Argument für Netzsperren suggerierte, in Kasachstan würde Kindesmissbrauch nicht strafrechtlich verfolgt. (Der kasachische Botschafter war da ganz anderer Meinung). Wer berät diese Leute eigentlich, etwa Borat?

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Wer hat uns verraten…

STOPP-SPD: Logo by SpreeblickEigentlich habe ich gar keine Lust, zum Thema “Internet-Sperren” oder “Zugangserschwerungsgesetz”, wie es jetzt offiziell heißt, noch irgend ein Wort zu verlieren. Es ist bereits alles gesagt, gedruckt, erklärt, gebloggt und getwittert worden. Vergebens. Doch die Ignoranz mit der die SPD heute das Gesetz zusammen mit den Stimmen der CDU/CSU durchgewunken haben, ist schon erstaunlich. Ironie der Stunde: Gerade die Internetgeneration wollte die SPD mit einem Wahlkampf in bester Obama Manier für die Bundestagswahl gewinnen. Doch mit der heutigen Aktion kann man sich solch ein hippes Online-Image wohl von der Backe putzen. Die Internetgeneration  hat von der SPD genug und fühlt sich einmal mehr an den Slogan aus der Weimarer Republik erinnert “Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten.” (Von der anderen Seite wusste man ja, was zu erwarten war). Auch im Diskussionsforum von heise.de lassen heute viele User ihrer Wut freien Lauf. Hier ein paar Auszüge…

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Nach Feierabend Klappe halten: Die Angst vor dem Pöbel aus dem Netz

Was hat die Macher der Süddeutschen Zeitung geritten, die Kommentarfunktion ihrer Artikel ab sofort nur noch Werktags zwischen 9 – 18 Uhr freizuschalten? War es das jüngste Urteil zur Forenhaftung des Hamburger Landgerichts oder steckt mehr, wie etwa die latente Internetfeindlichkeit der Printmedien, dahinter? Außerhalb dieser neuen “Öffnungszeiten” ist es den Online-Lesern nicht mehr möglich, einen Beitrag der SZ zu kommentieren. Der Imageschaden ist perfekt. Ein virtuelles Trauerspiel “made in Germany”.

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