Die #germanrevolution fällt vorläufig aus

Während in Spanien hunderttausende in den Straßen für mehr Demokratie auf die Straße gehen und auch trotz Demonstrationsverbots über das Wahlwochenende auf den Plätzen ausharren, fällt die Revolution in Deutschland wohl erstmal aus. Über Twitter und Facebook haben viele User versucht, auch hierzulande die  Massen zu mobilisieren. Das Hashtag #germanrevolution war in den Twitter-Trends zeitweise auf Platz 1. In Düsseldorf demonstrierte dann am Samstagnachmittag auf dem Burgplatz eine Gruppe mehrheitlich spanischstämmiger junger Menschen. Gegen eine von der Wirtschaft gesteuerte Politik und für mehr echte Demokratie. Doch die Teilnehmerzahl war überschaubar.

Die meisten Passanten sahen sich das Treiben im Vorbeigehen eher erstaunt an. Ab und an wurde – auch von älteren Menschen – Verständnis für die Demonstration geäußert. Die gleich nebenan stattfindende „Düsseldorfer Büchermeile“, ein dreimal jährlich stattfindender Büchermarkt entlang des Rheins, war hingegen proppevoll. Auch die anwesende Polizei hielt sich meist im Hintergrund und machte einen eher entspannten Eindruck.

Demonstranten auf dem Burgplatz Düsseldorf

Ein virtueller „retweet“ ist halt immer noch bequemer, als seinen Hintern wirklich auf die Straße zu bewegen. Warum auch, den Meisten dürfte es hierzulande ohnehin noch viel zu gut gehen, als das sie die warme Couch gegen kaltes Kopfsteinpflaster eintauschen würden. Somit bleibt #germanrevolution wohl vorläufig der Traum einiger bequemer Twitter- und Facebook-Revoluzzer, denen es noch ein wenig an wirklicher Not oder Ernsthaftigkeit fehlt. Aber vielleicht kann man von den Spaniern ja noch lernen…

Die Impressionen des Tages

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(hier zur vollständigen Galerie auf flickr)

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