Kampf gegen Malaria: Spenden ist besser als ein Hashtag oder „Amen“

Was sind wir in Zeiten von Social Media doch alle sozial. Da drücken wir schnell per Hashtag auf Twitter unser Mitgefühl für die entführten Schulmädchen in Nigeria aus (#BringBackOurGirls) oder beruhigen unser Gewissen mit einem dahingeschriebenen „Amen“ unter fürchterliche Facebook-Posts. Ist ja ganz nett, hilft nur herzlich wenig. Wie wäre es statt ein paar Klicks mit echten Euros für den aktiven Kampf gegen Malaria?

Gerade erst komme ich von einem längeren Namibia Trip zurück. Eine große Rundreise durch das Land und natürlich der Besuch von Familie und Freunden im äußersten Nordosten Namibias, in der Sambesi-Region (früher Caprivi). Früher habe ich mich für das Thema Malaria nicht sonderlich interessiert. War alles so weit weg, hatte ich nichts mit zu tun. Allerdings, diesmal war das anders: Es war noch Regenzeit und damit Hochsaison für Stechmücken. Und diese Viecher lieben mich wirklich. Trotz Cremes, Sprays und Moskitonetzen sah ich schon nach einer Woche Nambia aus, als hätte ich die Beulenpest an den Beinen. Typisch Touri halt.

Glücklicherweise kassierte ich die Stiche noch alle in den für Malaria unbedenklichen Gebieten, wie etwa der Hauptstadt Windhuk oder am Rande der Namib Wüste. In der Sambesi-Region konnte ich mir diese Nachlässigkeit allerdings nicht mehr leisten. So gehörte natürlich auch eine Packung Malaria-Tabletten für alle Fälle mit ins Reisegepäck.

Während man Flusspferden und Krokodilen noch auf weite Sicht ausweichen kann, ist das mit Mücken nicht so einfach. Und gerade hier lauert eine tödliche Krankheit.

Während man Flusspferden und Krokodilen am Sambesi noch auf weite Sicht aus dem Weg gehen kann, ist das mit Mücken nicht so einfach. Und gerade in einem einzigen Stich lauert eine tödliche Krankheit. Foto: Sambesi-Fluss zwischen Namibia und Sambia. (c) 2014 Dennis Knake

Was ist aber mit den Menschen, die ihr ganzes Leben in einem Malariagebiet verbringen? Soviele Tabletten kann man gar nicht auf Vorrat halten. Sind die irgendwie immun gegen die Krankheit? Mitnichten. In vielen afrikanischen Staaten ist Malaria heute immer noch ein heimtückischer Killer. Das Robert-Koch-Institut schätzt jährlich rund 500 Millionen Neuansteckungen. Fast eine halbe Millionen Kinder fallen der Krankheit jährlich zum Opfer. Neunzig Prozent aller Fälle dabei auf dem afrikanischen Kontinent. Und alles nur wegen eines Mückenstichs.

Mit dem sich verändernden Klima und dem globalen Reiseverkehr könnte die Krankheit auch bald wieder nach Europa zurückkehren. Denn wer sich auf Reisen ansteckt, nach Hause kommt und dort abermals von einer Mücke gestochen wird, trägt die Krankheit in die Heimat.

Umso wichtiger, dass man sie dort bekämpft, wo sie heute am häufigsten auftritt.

Malaria ist heute gut zu behandeln, aber nur dann, wenn man es auch frühzeitig erkennt. Schon mit Moskitonetzen ließe sich die Krankheit eindämmen. Doch leider taucht das „Sumpffieber“ zuerst meist dort auf, wo die Menschen am wenigsten die Möglichkeiten einer Früherkennung oder gar Prophylaxe haben. Auch Moskitonetze sind immer wieder Mangelware.

Power of One: „Jeder Dollar rettet ein Leben“

Power Of One ist eine weltweite Online-Kampagne, die es sich zum Ziel gesetzt hat, für jeden gespendeten US-Dollar einen Schnelldiagnose-Test sowie Artemisinin-basierte Präparate zur Bekämpfung der Malaria für je ein Kind in bereit zu stellen.

Man setzt dabei ganz auf den Effekt sozialer Netzwerke: Spenden geht schnell und einfach via Kreditkarte, PayPal oder den Online-Bezahldienst Venmo. Die Spender können dabei ihren „Impact“ online verfolgen und sehen dabei auch, ob sie Freunde und Bekannte über die sozialen Netzwerke zum mitmachen animieren konnten.

Zunächst begrenzt sich die Aktion auf die Entdeckung und Behandlung von Malariafällen in Sambia im südlichen Afrika. Dort ist die Kindersterblichkeit durch Malaria mit rund 40 Prozent besonders hoch.

 

Power Of One ist eine Aktion der Non-Profit-Organisation „Malaria No More“ mit Hauptsitz in New York. Dort hat man sich das hehre Ziel gesetzt, die Sterberate von Malaria bis 2015 auf Null zu reduzieren. Ob dies Umsetzbar ist, gilt abzuwarten. Die Zeit drängt.

Woher kommen die Medikamente?

Die Aktion wird unter anderem vom schweizer Pharmaunternehmen Novartis sowie dem US-Unternehmen Alere, einem Anbieter medizinischer Diagnostika, unterstützt. Novartis liefert für die Aktion das Malariamedikament, während Alere die Schnelltests bereitstellt. Novartis kündigte zudem Anfang April mit, zusätzlich zu den durch Spendengeldern finanzierten Behandlungseinheiten noch einmal eine Millionen weitere Malariabehandlungen bereit zu stellen, so dass ingesamt nun über zwei Millionen Einheiten bereit stehen.

Das Unternehmen hat außerdem versprochen, die bis 2015 eingehenden Spenden aus der Öffentlichkeit noch einmal bis zu einer Millionen Behandlungseinheiten zu verdoppeln.

Spenden statt Klicken!

Also, statt Hashtag oder „Amen“, einfach mal ein paar Dollar für die Malariabekämpfung springen lassen, tut sicherlich nicht weh.

Ich freue mich über jeden der mitmacht. Und wenn es nur ein Dollar ist.

Spende jetzt!

 

 

 

 

 

 

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