Archiv


31. August 2010

Nachher ist man immer etwas schlauer

Ja, ihr habt ja recht. Manchmal muss das Kind erst in den Brunnen fallen, bis man sich aufrafft, etwas zu verändern. Das habe auch ich feststellen müssen, als mein Beitrag zu Google Streetview vor einigen Tagen plötzlich zu unerwartetem Ruhm aufstieg und sich in den Lesetipps von Carta und Bildblog wiederfand. Vorausgegangen war dem ganzen auch noch ein Retweet auf Twitter von Mario Sixtus, der mit seinen damals über 17.000 Followern (heute schon über 18.000 – wie macht er das bloß?) mein armes kleines Webhosting-Paket an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit brachte. Hey, versteht mich nicht falsch, ich habe mich riesig gefreut, aber was hilft es mir, wenn jeder den Beitrag lesen will, der Server aber wegen Überlast die Segel streicht. Es war also allerhöchste Eisenbahn, die Webseite serverfreundlicher zu gestalten: Ladezeit reduzieren, Datenbankaufrufe minimieren.

Herausgekommen ist neben der praktischen Umsetzung auch ein recht ausführliches Tutorial für das beliebte WordPress Plug-In WP Super Cache im Dr.Web Magazin von Smashingmedia. Also, für den Fall dass euer WordPress noch ein bisschen Tuning vertragen kann…

25. August 2010

Der ePost-Brief: Post AG stellt sich Fragen aus dem Netz

Der ePost-Brief hat im Internet für Kontroversen gesorgt. Um die Wogen zu glätten und auch ihre Dialogbereitschaft zu demonstrieren lud die Deutsche Post AG daher am Mittwoch zu einer Web-Konferenz, um den vorher ausgwählten Teilnehmern Frage und Antwort zu stehen. In Person stellte sich Dr. Georg Rau, Geschäftsbereichsleiter IT-Application bei der Deutschen Post AG und Leiter des Projekts ePost, den Fragen der versammelten Chatteilnehmer, vornehmlich freie Journalisten und Blogger. Hier mein Gedächtnisprotokoll:

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20. August 2010

Größenwahn

Für alle, die mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt werden müssen: Dieses Video führt uns anschaulich vor Augen, wie unbedeutend klein wir doch alle sind. Von wegen Mittelpunkt des Universums und so… Viel Spaß beim mickrig fühlen!

Quelle: morn1415 YouTube Channel. Erstellt mit Cinema4D und After Effects.

14. August 2010

Als die Ostfriesen ins Moor gingen...

Hoch oben im Nordwesten, im tiefen Ostfriesland, da liegt die Ortschaft “Moordorf” (bei Südbrookmerland). Das kleine Örtchen hat eine Besonderheit zu bieten: Das Moormuseum. Ein “Open-Air” Dorf, dass die 200-jährige Entwicklungsgeschichte der ersten Siedler anhand ihrer Lebensweise, besonders den Behausungen, dokumentiert. Von der einfachsten Siedlerhütte aus Torf und Stroh über winzige Lehmhäusen mit Reetdach, bis hin zum richtigen Bauernhaus aus gebrannten Tonziegeln. Wen immer es nach Ostfriesland verschlägt, ein Besuch im Moormuseum sollte dazugehören. Anbei ein paar Bilder meines letzten Besuches vor einigen Wochen:

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11. August 2010

Google Street View: Die Stunde der Hypokriten

Hui, da haben wir aber ein Thema gefunden, bei dem man sich als Politiker jetzt vorzüglich als Verfechter der Privatsphäre profilieren kann: Ogott, mein Haus ist im Internet zu sehen? Skandal! Dass die gleichen Leute, die sich jetzt wie ein Rudel Robin Hoods so wehement für den Schutz der Privatsphäre des Bürgers einsetzen, gleichzeitig so Dinge wie Vorratsdatenspeicherung, biometrische Reisepässe, Nacktscanner am Flughafen oder das SWIFT-Abkommen zum Transfer der Kontobewegungen in die USA aussprechen – um nur einiges zu nennen -  ist blanker Hohn! Auf der einen Seite können sie gar nicht genug Daten von uns bekommen, auf der anderen Seite führen sie mit Google Street View eine hervorragende Scheindebatte und geben sich als Hüter von Datenschutz und Privatsphäre aus. Hier mal ein paar Kostproben…

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10. August 2010

Deutsche Polizeigewerkschaft fördert Lynchjustiz

Ach was waren das damals im Mittelalter doch für gute Zeiten. Da gab es sie noch, die gute alte Lynchjustiz. Irgend ein Bösewicht in der Nachbarschaft? Ein Gewaltäter? Ein Dieb? Vielleicht auch nur ein Gerücht? Egal. Der gute alte Mob konnte damals noch ungestraft mit Fackeln, Schaufeln und Spitzhacke bewaffent losziehen und den Delinquenten ungestraft zur Strecke bringen. Am besten in Stückchen hacken und die Überreste zur Abschreckung am nächsten Baum aufknüpfen. Das entlastete schon damals die Justiz ungeheuerlich. Klar, da erwischte es ab und an auch mal den Falschen. Gleiche Frisur, ähnliche Zahnlücke, was solls. Sowas würde man heute unter “Kollateralschäden” verbuchen. Mit seiner jüngsten Forderung, Gewalttäter im Internet mit Namen, Foto und Wohnort öffentlich an den Pranger zu stellen, scheint der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Rainer Wendt diesem “Outsourcing”-Gedanken staatlicher Gewalt wieder Auftrieb geben zu wollen.

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30. Juli 2010

Regenwasser gehört dem Staat

Alles Gute kommt von oben. Soweit erstmal zur Redewendung. Ganz so falsch ist das ja auch nicht. Etwas besonders wertvolles, gerade in trockeneren Gebieten, ist Wasser. Und wer teures Leitungswasser zur Bewässerung seines Grundstückes sparen will oder sonst nicht weiß, wie er an das wertvolle Gut herankommen soll, der sammelt an günstigen Tagen den Regen, der von oben herabfällt. Wasser gratis. Am einfachsten geht das per Regentonne, die das herabfallende Gut von den Hausdächern aufsammelt und speichert. In vielen Staaten der USA, the land of the free, ist das aber schon gar nicht mehr so free: Dort braucht man nämlich eine Genehmigung zum Regenwasser sammeln. Denn der Regen gehört dem Staat.

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29. Juli 2010

Hauptsache die Krawatte sitzt

Die Süddeutsche Zeitung thematisiert in einem Beitrag heute studentische Unternehmensberatungen. Obwohl noch im Studium würden die Studenten ihren “ausgelernten” Kollegen bei McKinsey & Co. in kaum etwas nachstehen. Längst stünden sie Führungskräften großer Unternehmen erfolgreich beratend zur Seite. Bereits ab dem zweiten Semester könne man anfangen. Da fragt sich der geneigte Leser, was man denn als erfolgreicher Unternehmensberater so alles an Know-how mitbringen sollte? Die Süddeutsche hat dann auch gleich an erster Stelle ein passendes Zitat der Lufthansa parat. So zitiert sie den Referatsleiter der Abteilung EDV bei der Fluggesellschaft mit den Worten:

Die jungen Leute sind immer sehr professionell aufgetreten, sie waren oft besser angezogen als die Angestellten.