Mehr Durchblick im Garten: TP-Link LTE-Router und tapo Kameras C310 und C100 im Test

Kameraüberwachung im Schrebergarten muss nicht teuer sein. Ob Wildtiere beobachten oder Einbrecher auf frische Tat ertappen: Die tapo IP-Kameras von TP-Link liefern für wenig Geld erstaunlich gute Qualität bei Tag und Nacht. Zusammen mit einem günstigen LTE-Router vom gleichen Hersteller bleibt ihr stets informiert, was im Garten oder ums Haus passiert. Die tapo Wi-Fi IP-Kameras C310 und C100 zusammen mit dem TL-MR6400 LTE-Router von TP-Link im Test.

Nachts sind alle Katzen grau: Dieser Ausspruch bekommt einmal mehr Bedeutung, wenn man die vierbeinigen Fellbälle mal vor das Infrarotlicht einer Überwachungskamera bekommt. Ob nun Katze, Fuchs oder Marder: Seit einem Jahr habe ich meinen Garten mit Wildkameras ausgestattet um zu sehen, was sich Nachts dort alles so abspielt. Der Nachteil: Die Kameras sind zwar recht günstig, speichern ihre Daten aber immer nur Lokal auf eine SD-Karte. Ich muss also regelmäßig die Karten auslesen um zu schauen, was in den letzten Tagen so geschehen ist. Geht das nicht einfacher?

Mit IP-Kameras Garten, Wohnwagen oder Ferienhaus immer im Blick

Die Alternative sind Überwachungskameras mit Internetanschluss, so genannte IP-Kameras. TP-Link hat mit der „tapo“-Reihe jetzt aber eine ganze Reihe von In- und Outdoor Sicherheitskameras für den schmalen Geldbeutel veröffentlicht, die über umfangreiche Funktionen verfügen und dabei sogar noch günstiger als herkömmliche Stand-Alone Wildkameras sind. Aufnahmequalität in HD bei Tag und Nacht, WLAN-Anbindung, speichern auf lokale SD-Karte, eingebautes Mikrofon, Alarmfunktion, Unterstützung durch die Sprachassistenten von Google und Amazon aber auch ohne Cloud oder irgendein Abo nutzbar. Einen Haken hat die ganze Sache allerdings: Ein Internetzugang sollte schon vorhanden sein, um den Funktionsumfang zu nutzen.

Dafür habe ich noch ein paar Euro draufgelegt einen günstigen LTE-Router des gleichen Herstellers erstanden. Ausgestattet mit einer SIM-Karte mit ausreichend Datentarif steht der Rund-um-die-Uhr Überwachung des Schrebergartens nichts mehr im Weg.

tp-link tapo c310 outdoor Kamera

Die tapo C310 Outdoor Kamera kann direkt per LAN-Kabel oder WLAN an einen Router angeschlossen werden.

tapo C310 Outdoor Wi-Fi Kamera im Test

Für weniger als 50 Euro bietet die TP-Link Outdoor Kamera tapo C310 erstaunlich gute Qualität. Die IP-Kamera ist Ip66 Spritzwasser geschützt und wird mit drei Schrauben an der Wand befestigt. Dübel und Schrauben sind der Packung beigelegt. Auffällig sind an der Kamera die beiden Wi-Fi Antennen, die wie hochgeklappte Flügel links und rechts der Kamera angebracht sind. Die C310 kann entweder per WLAN oder aber mit einem Ethernetkabel direkt mit dem Internetrouter verbunden werden. Rund 30cm Kabel für die Stromversorgung und den LAN-Anschluss werden fest hinten aus der Kamera heraus geführt. Um die Kamera an der Wand zu befestigen müssen also nicht nur 3 Löcher für die Schrauben gebohrt werden, sondern auch ein Loch mit ca. 1cm Durchmesser, durch das die Kabelenden ins innere des (Garten-)hauses geführt werden können. Das mitglieferte Netzteil verfügt über ein recht langes Stromkabel, eine Steckdose sollte sich jedoch in rund zwei Metern Entfernung  befinden, sonst muss das Kabel manuell verlängert werden.

Funktionsumfang der tapo C310 IP-Kamera im Überblick

Die tapo C310 Outdoor Kamera liefert bei Tag und Nacht klares HD Bildmaterial. Über die tapo-App kann vom Smartphone oder Tablet jederzeit auf das Livebild der Kamera zugegriffen werden. Zudem besteht die Möglichkeit, auch mit Drittanbieter-Software wie etwa iSpy oder dem VLC Player vom PC aus direkt auf den Videostream der Kamera via onvif- oder rstp-Stream zuzugreifen. Die Kamera reagiert auf Bewegungen und schickt Benachrichtigen über die App direkt an das Smartphone. Wer aber nicht nur das Livebild sehen möchte, sondern die letzten Tage auch rückblickend anschauen will, kann die Kameras mit einer SD-Karte (nicht im Lieferumfang enthalten) mit bis zu 128 Gigabyte Speicherkapazität ausstatten. So wird das Video von der Kamera rund um die Uhr aufgezeichnet. Ist die Speicherkarte voll, überschreibt die Kamera das älteste Videomaterial. Diese Funktion ist perfekt, um auch im Nachinhein zu schauen, welche Tiere sich beispielsweise im Garten umhergeschlichen haben. Die Aufzeichnung lässt sich über die App abrufen und Teile daraus lokal abspeichern.

Die tapo C310 als Alarmanlage

Zusätzlich zur reinen Kamerafunktion kann die Kamera auch hörbaren Alarm auslösen, wenn sie eine Bewegung erkennt. Diese Funktion sollte man aber mit Vorsicht genießen, da die Kamera recht empfindlich ist und bereits ein nah vorbeifliegendes Insekt, ein Regenschauer oder Nachbars Katze einen Bewegungsalarm auslöst. Ob man dann auch jedes Mal einen Warnton, der nicht übermäßig laut ist, auslösen möchte, sei dahingestellt. Dennoch lässt sich die Empfindlichkeit, mit der die Kamera Alarm ausläst über die App grob in „niedrig“, „mittel“ und „hoch“ einstellen. Hier geht probieren über studieren.

Als Nutzer sollte man sich zudem entscheiden, ob man Einbrecher lieber abschreckt oder möglichst unauffällig filmt. So lässt sich die LED der Kamera über die App ausschalten. Die Kamera fällt vor allem in der Nacht dann weniger auf. Das hat den Vorteil, dass sich ein Einbrecher unentdeckt wähnt, während man in aller Ruhe Aufnahmen sichern und die Polizei verständigen kann. Fällt die Kamera auf, könnte sie entdeckt und zerstört werden. Auch die lokale SD Karte mit dem gespeicherten Videomaterial wäre dann unter Umständen verlorgen. Gerade ein Gartenhaus ist ja in der Regel nicht so groß, dass man die Kamera in unerreichbare Höhen befestigen kann.

Über das eingebaute Mikrofon nimmt die Kamera zudem alle Umgebungsgeräusche recht gut verständlich auf. Auch das Surren einer vorbeirauschenden Hummel oder Vogelgezwitscher ist gut zu hören. Wer möchte, kann über das Smartphone auch mit der Person vor der Kamera kommunizieren oder Nachbars Lumpi mit einem „Schleich dich!“ vertreiben.

TP-Link tapo c100 Kamera Test

Die tapo C100 Kamera kostet keine 30 Euro und liefert gestochen scharfe Bilder bei Tag und Nacht.

tapo C100 Innenkamera im Test

Für unter 30 Euro ist die tapo C100 Innenkammera ein echter Schnapper. Sie ist die kleine Schwester der C200, die mit unter rund 35 Euro ebenfalls recht günstig ist, zusätzlich aber noch aus der Ferne gedreht werden kann. Die Kamera kann entweder auf einem Regal oder der Fensterbank platziert oder aber an einer Wand, auch kopfüber angebracht werden. Seitlich befindet sich ein SD-Kartenslot, mit der auch diese Kamera dann rund um die Uhr ihr Videomaterial aufzeichnet. Auch die C100 lässt sich über die Sprachassistenten von Google oder Amazon ansprechen und zeigt so ihr Livebild auf Zugruf entweder auf einem Echo Show oder dem Fire TV. Die tapo C100 liefert ähnlich wie die große Outdoor Variante ein erstaunlich klares Bild bei Tag und auch bei Nacht. Die Kamera kann ohne weiteres einen Raum von rund 30 Quadratmetern erfassen und auch Nachts per Infrarot gut ausleuchten.

Funktionsumfang der tapo C100 Wi-Fi Kamera

TP-Link gibt eine Reichweite von bis zu 9 Metern für die Nachtsicht der tapo C100 an. Das verstehe ich in meinem Test jedoch als Maximalwert. Aber auch diese Kamera glänzt mit sehr guter Bildqualität die wahlweise auch hochauflösend aufnimmt, was dann aber mehr Bandbreite und Datenvolumen bei der Liveübertragung beansprucht. Wie auch bei der Außenkamera C310 kann die Innenkamera mit einer SD-Karte ausgestattet werden, die das Geschehen im Raum dann permanent auch lokal speichert. Die Aufnahmen können dann jederzeit über die App abgerufen werden. Auch die Innenkamera verfügt über eine Alarmfunktion. Die macht hier schon mehr Sinn, da in Innenräumen eher selten Windbewegungen oder Tiere an der Kamera vorbeigehen und diese unter Umständen triggern. Allerdings: Der Alarm ist nicht übermäßig laut. Auch hier sollte man entscheiden, ob man nicht lieber heimlich weiterfilmt, statt jemanden auf die Kamera aufmerksam zu machen.

Weitere Kamerafunktionen

Wer sein Grundstück oder seinen Garten mit Video überwacht, muss darauf achten, dass kein öffentlicher Grund mit auf dem Bild zu sehen ist. Mit der Tapo App kann der User daher die Aufnamhebereiche einschränken, falls sich die Kamera nur so installieren lässt, dass auch öffentliches Gebiet sichtbar ist.  Auch ist es möglich, die Aufnahmezeiten der Kamera so einzustellen, dass diese nicht permanent, sondern nur zu bestimmten Zeiten, wie etwa Nachts, über die Umgebung wacht.

Ist man selbst gerade zugegen können die Kameras über die App in den Privatsphäre-Modus versetzt werden. Dann schalten sie so lange ab und nehmen kein Bildmaterial auf. Wer die Videofeeds ohne die TAPO App, sondern mit freier Software am PC anschauen möchte, kann zudem Kamerakonten mit Passwortschutz anlegen. Somit bleibt gewährleistet, dass kein fremder Nutzer, der Kenntnis über die korrekte IP-Adresse der Kamera erlangt hat, zugriff auf den Bildstream bekommt. Die tapo App erlaubt zudem das Teilen der Zugriffsrechte auf die Kamera für Familienmitglieder oder Freunde.

tapo Kameras und Alexa Sprachassistent

Mit der Alexa Sprachassistentin von Amazon auf dem Echo Show oder auf dem Fire TV Stick lässt sich jederzeit per Sprachbefehl eine Videoverbindung zu den Kameras erstellen. Dazu werden die Kameras in der tapo App zuvor eindeutig benannt – z.B. „Gartencam“ – und können dann mit dem Sprachbefehl „Alexa, zeige meine Gartencam“ aufgerufen werden. Lediglich auf dem Fire TV Stick und der Anzeige auf dem Fernseher gab es ein Problem mit dem Overlay. Das sind verdunkelte Bildbereiche am oberen und unteren Bildrand, die nach ein paar Sekunden verschwinden sollten. Während es auf dem Echo Show im Test einwandfrei funktionierte, blieb das Overlay auf dem Fernseher bestehen.

Der TP-Link TL-MR6400 LTE-Router im Test

Last but not least gilt es noch ein paar Worte zum verwendeten LTE-Router in meiner Installation zu erwähnen. Ich habe mich hier bewußt nicht für ein Flaggschiffmodell entschieden, sondern einen günstigeren Router um die 70 Euro, der aber seiner Aufgabe im Garten für ausreichend WiFi-Versorgung zu sorgen und die Kameras zu verbinden, völlig gerecht wird. Der Router unterstützt den Mobilfunkstandard 4G/LTE, versorgt 32 Geräte gleichzeitig mit WLAN und bietet LTE-Downloadraten bis zu 150 Mbit/s. Das ist mehr, als meine heimische DSL Anbindung liefert. Das WLAN wird maximal mit 300 Mbit/s versorgt und bietet maximal WPA2 Verschlüsselung. Auch das ist in diesem Fall ok, das neuere WPA3 unterstützen auch die angeschlossenen Tapo-Kameras nicht.

Die Installation des Routers verlief recht simpel. SIM Karte einstecken, Router einschalten und dann entweder direkt per WiFi mit dem Smartphone oder auch direkt, z.B. über eines der vier LAN-Anschlüsse (Fast Ethernet, 100 Mbit/s) mit dem Laptop zunächst einmal auf die Administrationsoberfläche einloggen und die PIN der SIM Karte, falls diese über einen PIN verfügt, eingeben.

TP-Link LTE-Router TL-MR6400

Der TP-Link LTE-Router TL-MR6400 ist kein High-End Modell, für unter 70 Euro für den mobilen Einsatz aber völlig ausreichend.

Der Router bietet zwar nicht soviele Konfigurationsmöglichkeiten, wie man es beispielsweise von einer Fritz!Box gewohnt ist, aber auch hier lassen sich viele weitere Einstellungen wie eine Kindersicherung, ein Gäste-WLAN oder die Priorisierung von Daten (QoS) z.B. für Videofeeds, einstellen. Von unterwegs kann über die Tether-App von TP-Link auf einige Routerfunktionen zugegriffen werden.

Welchen Datentarif?

Einziger dauerhafter Kostenfaktor für die Videoüberwachung im Garten ist natürlich ein passender Datentarif. Hier sollte man nicht zu geizig sein und mindestens 10 GB im Monat veranschlagen. Nebenbei möchte man ja vor Ort auch mal im Internet surfen, Musik hören oder vielleicht mal ein Video streamen. Tarife gibt es hier aber schon je nach Anbieter ab 15 bis 20 Euro im Monat, manchmal gibt es Aktionen in denen die Pakete schon für 10 Euro oder weniger angeboten werden.

Fazit

Es ist gar nicht so teuer, die eigene Wohnung, den Garten oder das Wohnmobil mit moderner Videoüberwachung auszustatten. TP-Link liefert mit der tapo Reihe im untersten Preissegment wirklich gute Qualität. Das ganze Setup im Test hat keine 150 Euro gekostet. Lediglich der Datentarif für die LTE-Verbindung kommt noch obendrauf, wenn man die Kameras nicht zuhause am Hausanschluss betreibt.

Transparenzhinweis: Alle Geräte in diesem Test wurden von mir gekauft und bezahlt und nicht vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

 

Wie hat Dir dieser Beitrag gefallen?

4 Kommentare

  1. Danke für den informativen Testbericht. Haben Sie auch eine Idee, wie der Datenstram statt auf die SD in die Cloud, auf FTP, o.ä. umgeleitet werden kann, am besten auch mit der automatischen Überschreibmöglichkeit nach 128GB?
    Kann eine Kamera auf mehreren Handies (APPs) gleichzeitig angezeigt werden?
    Hoffentlich haben Sie etwas „input“ für mich. Vielen Dank und beste Grüße,

  2. Hallo Martin,

    der Datenstream ist per RTSP Protokoll abgreifbar, kann also jederzeit an anderer Stelle weiterverarbeitet werden. Daher muss eine SD Karte nicht zwingend eingesetzt sein. Eine Anleitung wie man das z.B. mit iSPy nutzt hat, TAPO hier veröffentlicht. Ggf. hilft das schon? https://www.tp-link.com/de/support/faq/2680/

    Die Kameras können über die TAPO App mit anderen Nutzern geteilt werden, so kann man anderen, die die App installiert haben, gleichzeitig auch Zugriff erteilen. Das sollte also relativ problemlos funktionieren.

    Besten Gruß!

  3. Hallo Dennis
    vielen dank für den Testbericht und die Infos.
    Verstehe ich das richtig; ich kann nur den Stream der Kamera auf eine Fremdsoftware realisieren, wenn ich mich im gleichen Netzwerk befinde – sprich im W-Lanbereich meines Routers?
    In Deinem geposteten Link hat es eine Zeile die sagt:
    „Hinweis: Vor dem Start stellen Sie sicher, dass der Computer mit iSpy und Ihre Kamera eine Verbindung im selben Netzwerk hergestellt haben.“
    D.h. also, wenn ich mich z.B. in den Ferien befinde dann habe ich keinen Zugriff auf die Kameradaten. Oder gibt es eine Möglichkeit dies zu realisieren?
    Vielen Dank für ein Feedback und noch eine erfolgreiche Gartenzeit :)
    Beste Grüsse.

  4. Hallo Christian,
    ich hab es selbst noch nicht ausreichend getestet um Dir hier eine eindeutige Antwort geben zu können. Wenn Du Dein Netzwerk mit den Kameras aber so einrichtest, dass Du von woanders mit iSpy drauf zugreifen kannst, müsste das im Grunde genauso gehen. Also deine aktuelle IP Adresse Deines Routers z.B. über einen DynDNS-Dienst von außern stets unter einer gleichen Adresse erreichbar machen und dafür sorgen, dass die benötigten Ports für die Videoübertragung vom Router durchgereicht werden. Dann müsste es klappen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.