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Zugegeben, das Internet und vor allem das Web haben unsere Welt in den vergangen 20 Jahren revolutioniert. Wir sind jederzeit an jedem Ort umfassend informiert. Wir stehen dank Twitter, Facebook & Co. mit den Reichen, Schönen und Mächtigen direkter in Kontakt als je zuvor. Wir nehmen Teil an der Meinungbildung und beeinflussen gar die Staatenlenker. Das Internet bringt uns mehr Freiheit und mehr Demokratie. Hurra, es lebe die digitale Gesellschaft. Oder ist das alles nur ein Trugschluss? Werden wir vielleicht dümmer? Ich behaupte: Ja. Simples Indiz? Die anhaltende Flut an Spam und die unaufhaltsame Verbreitung dümmlicher Kettenmails über Soziale Netzwerke.Wir haben zwar die Chance uns besser zu informieren, doch wir nutzen sie nicht. So werden es auch digitale Politaktivisten schwer haben, die Gesellschaft zu erneuern.
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Ach herrjeh, darauf habe ich ja gewartet: Jugendliche vergreifen sich in einem Ferienlager sexuell an ihren noch jüngeren “Lagerkameraden” und es kommen wieder Politiker um die Ecke, die es sich einfach nicht verkneifen können, das Thema schamlos für ihre eigenen Politinteressen auszunutzen – Seitenhiebe gegen andere Parteien inbegriffen. Die bayerische Justizministerin Beate Merk schiebt den sexuellen Übergriff der Teenies doch jetzt tatsächlich dem nicht umgesetzten Internet-Kinderporno-Sperrschildchen-Gesetz in die Schuhe… und dem Koalitionspartner(!) FDP, der damals beim Sperrgesetz nicht so ganz mitziehen wollte.
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An dieser Stelle hätte ich jetzt wieder einiges zu den Ergüssen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) sagen können und dessen hirnrissiger Forderung, einen Reset-Knopf im Kanzleramt zum Ausschalten des Internets einzuführen. Mal ehrlich: Diese vollkommen realitätsferne, weltfremde und vor Unkenntnis der Materie nur so strotzende Verblödungsforderung ist sowas von dämlich, dass ich einfach keine Lust mehr habe, mich ellenlang darüber auszulassen. Entweder sind einige Leute so doof, oder sie wollen bewusst rumtrollen.
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Der Mai lieferte gleich drei Musterbeispiele medialer Tretminen, die sich eignen den so genannten „Streisand-Effekt“ – oder etwas platter ausgedrückt – einen ausgewachsenen „Shitstorm“ auszulösen. Unternehmen und Institutionen haben sich mit ihren Aktionen den Unmut im Web zugezogen und wurden netzgerecht abgestraft: Die Ralf Bohle GmbH, Inhaber der Reifenmarke Schwalbe, die einen eigenen Händler wegen nicht lizensierter Verwendung von Produktfotos abmahnte. Das Bistum Regensburg, das einen prominenten Blogger abmahnte, als dieser über einen anderen Blogger berichtete, der vom Bistum abgemahnt wurde. Und last but not least, Wolfgang Grupp, der Chef des Sportbekleidungsherstellers Trigema, der in einem Interview mit den Worten zitiert wurde, alle Twitter-User seien Idioten. Der Sturm der Entrüstung brachte Ralf Bohle und Trigema schnell dazu, öffentliche Statements abzugeben um die Wogen zu Glätten. Doch Trigema Chef Grupp trat gleich ins nächste Fettnäpfchen, als er sich in seinem offenen Brief an die „Social Media Gemeinde“ wandte. Das hört die „Gemeinde“ nämlich auch nicht immer gerne. Aber so wichtig man sich im Netz oft nimmt, meist sind die “webbasierten” Empörungswellen nur von kurzer Dauer. So schnell sie kommen, so schnell ebben sie auch wieder ab.
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Bitte nein, ich will nicht mehr, hört auf. Das darf doch alles nicht wahr sein. Vor 20 Jahren hat Tim Berners Lee die “HyperText Markup Language”, kurz HTML, entwickelt und damit den Grundstein für das heutige World Wide Web im Internet gelegt. Das ist das schöne Bunte, das wir täglich mit unseren “Webbrowsern” mittels “Hyper Text Transport Protocol” (die lustige Buchstabenfolge vor jeder URL) durch”surfen”. Für die FAZ ist das mit dem WWW und dem Internet aber offensichtlich alles eine Suppe und schwupps, gratuliert sie dem Internet und nicht dem WWW jetzt auch zum 20sten. Ich brech zusammen. Das Internet entwickelte sich aus dem 1969 entstandenem Arpanet, einem Militärnetz, das einen Atomschlag aushalten sollte (jetzt mal die ganz kurze Version). Seit 1971 konnte man so beispielsweise zum ersten Mal E-Mails verschicken. Über das “Internet” konnte man also schon lange vor dem World Wide Web über andere Applikationen Daten austauschen. Dann gabs u.a. noch Telnet, Usenet oder Dateiübertragung mittels FTP. Alles “Internet”. Aber ich weiß, Wikipedia ist ja auch Internet und irgendwie böse weil da jeder reinschreiben darf. Dabei hätte ein Blick hinein diesmal echt nicht geschadet.
 Und jetzt schnell das Wort "Internet" mit "World Wide Web" ersetzen. Vielleicht merkts ja keiner.
Das Manager-Magazin glaubt übrigens auch an 20 Jahre Internet. Richtig hingegen berichten u.a. die NZZ, die Netzeitung, die Nachrichtenagentur AFP, die Deutsche Welle und selbstverständlich heise-online.
Zum ersten Todestag von Joseph Weizenbaum
Kennen Sie “Eliza”? Eliza hört zu, stellt Fragen, gibt Ratschläge. Eliza ist aber keine Frau. Sie ist nichtmal ein Mensch. Sie ist ein Computerprogramm. Sie ist DAS Computerprogram. Ein Programm, das dem Anwender über einen gewissen Zeitraum künstliche Intelligenz vorgaukelt, aber in Wahrheit überhaupt nicht intelligent ist. Eliza ist das Produkt von Prof. Dr. Joseph Weizenbaum, Professor am M.I.T. ,Informatiker, Gesellschaftskritiker. Für mich der “Albert Einstein” des Computerzeitalters. Er war Genie, Tüftler und Entwickler aber zugleich ein großer Kritiker der Informationstechnologie. Berühmt wurde er 1972 in Deutschland mit einem Artikel in der Zeit: “Albtraum Computer“. Am 5. März 2008 ist Joseph Weizenbaum im Alter vom 85 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Vor 13 Jahren hatte ich die Gelegenheit, ihn bei einer Talkrunde auf der CeBIT Home persönlich kennen zu lernen… weiter »
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