Regenwasser gehört dem Staat

Alles Gute kommt von oben. Soweit erstmal zur Redewendung. Ganz so falsch ist das ja auch nicht. Etwas besonders wertvolles, gerade in trockeneren Gebieten, ist Wasser. Und wer teures Leitungswasser zur Bewässerung seines Grundstückes sparen will oder sonst nicht weiß, wie er an das wertvolle Gut herankommen soll, der sammelt an günstigen Tagen den Regen, der von oben herab fällt. Wasser gratis. Am einfachsten geht das per Regentonne, die das herabfallende Gut von den Hausdächern aufsammelt und speichert. In vielen Staaten der USA, the land of the free, ist das aber schon gar nicht mehr so free: Dort braucht man nämlich eine Genehmigung zum Regenwasser sammeln. Denn der Regen gehört dem Staat.

Diese schmerzhafte Erfahrung machte jetzt auch ein Autohändler aus Salt Late City, im US Bundesstaat Utah. Mark Miller hat sich ein Regenauffangsystem installiert, um mit dem gespeicherten Wasser seine Wagen zu waschen. Warum auch nicht, eine umweltfreundliche Idee: Leitungswasser ist teuer und ohnehin ist Wasser in dem Bundesstaat rar. Da macht es doch nur sinn, den Regen aufzusammeln, wenn er denn mal über seinem Gelände herunterkommt.

Doch Miller hat seine Rechnung ohne den Staat Utah gemacht. Regenwasser sammeln ist dort illegal. Und nicht nur dort. Auch in Colorado und Washington ist das Sammeln von Regenwasser ohne Lizenz nicht erlaubt:


Das ganze geht auf Gesetze aus alten Zeiten zurück: Wenn jemand am oberen Teil des Flusses das Wasser abgreift, hat der Mensch am unteren Teil des Flusses nichts mehr. Aber so ganz zeitgemäß erscheinen diese Gesetze in der Tat nicht mehr.

Fragt sich nur, ob der Staat die Anwohner auch entschädigt, wenn „sein Regen“ mal den ein oder anderen Fluss über die Ufer treten lässt und die Häuser zerstört.

Ich habe da eine Idee…

Vielleicht lässt sich das Konzept ja für Deutschland verwenden: Eine Regenwassersammelsteuer. Aber weil’s hier doch recht viel regnet, drehen wir den Spieß lieber um:

Wer’s nicht tut muss zahlen: Denn der verschwendet das Wasser aus den Stadtwerken. Man könnte also den Bau von Regenwassersammelanlagen subventionieren, eventell das gesammelte Wasser zu einem vorher festgelegten Preis den Stadtwerken zuführen, die das Wasser dann auch abkaufen müssen. Damit kann sich derjenige, der Wasser sammelt, eine goldene Nase verdienen. Das Wasser wird dann zusätzlich an der Leipziger Wasserbörse höchstbietend vertickt. Überall werden Regenwassersammelstellen boomen. Eine ganze Industrie stellt dann Bottiche, Regenrinnen und Zisternen her. Das schafft Arbeitsplätze und wir tun was für die Umwelt. Nein, besser noch: Das Klima, irgendwie.

Na gut, der Wasserpreise wird dann wahrscheinlich steigen, aber das zahlen wir doch gern. Klingt bekloppt? Stimmt. Gibts aber schon beim Strom. Heisst EEG.

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2 Kommentare

  1. „Besser kann man das EEG nicht erklären!“ Ähmm naja.
    Eigentlich doch.
    Wie im Artikel erwähnt wird, ist Wasser in Deutschland (im Gegensatz zu elektrischer Energie) mehr als reichlich vorhanden. Wasser ist auch nicht gleich Wasser (Trinkwasser vs. Brauchwasser/Regenwasser). Und hinzu kommt, dass sich Strom deutlich schlechter speichern lässt als Wasser.
    Spricht nicht unbedingt dafür, dass es ein lukratives Geschäft wäre sein „eigenes“ Wasser zu verkaufen bzw. durch die Stadtwerke teuer aufkaufen zu lassen. Immerhin werden für den Strom nur noch rund 10c/kWh gezahlt, während man 25c/kWh zahlen muss, wenn man ihn braucht.

    Was den Punkt mit den USA angeht: man darf sehr wohl Regenwasser auffangen. Aber eben nur mit Genehmigung und wenn das Regenwasser entsprechend knapp ist, wäre es mir -ehrlich gesagt- auch ein Dorn im Auge, wenn sich einer hemmungslos bedient, um damit sein Geschäft zu betreiben (es geht ja in dem Beispiel offensichtlich um einen Autohändler) und es zum Autos waschen benutzt, während ringsherum die Natur verdorrt.

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