Schnäppchenschrauber im Test: Fixer mit Fixa?

Akkuschrauber für nur 8,90 Euro? Das schreit nach einem kleinen Selbsttest.

Akkuschrauber für nur 8,90 Euro? Das schreit nach einem kleinen Selbsttest.

Heute mal ein Beitrag aus der Rubrik „Hört mal wer da hämmert“, wobei es in diesem Fall wohl eher „schrauben“ heißen müsste: Bei meinem jüngsten Ausflug in die schwedische Möbelhölle* fiel mir für den unglaublichen Preis von 8,90 Euro der Akkuschrauber „Fixa“ ins Auge. Komplett mit Ladegerät und einem Schraubensatz. Taugt das Ding was? Aus den schnell herbeigegoogelten Suchergebnissen im Netz wurde ich nicht ganz schlau. Also bewies ich Mut und tat das, was tausende Kunden in den endlosen Gängen dieses Möbelriesen tagtäglich tun: Ich packte wieder was ein, was ich eigentlich gar nicht kaufen wollte. Falls Du, lieber Leser, also gerade wild googelnd zwischen drängelnden Familien am Fixa Grabbelkorb stehst: Hier mein Erfahrungsbericht.

Der Akkuschrauber Fixa ist ein kleiner kompakter Handschrauber „Made in China“. Vor gut einem Jahr wurde er noch für knapp 20 Euro angeboten, bei eBay heute für immerhin noch rund 15 Euro. Die Energie bezieht das Gerät von einem 3,6V Lithium-Ionen Akku mit einer Ladung von 1,3 Ah. Das ist schonmal die gute Nachricht: Lithium-Ionen-Akkus haben eine geringe Selbstentladung und auch der lästige Memoryeffekt, wie man es von alten Nickel/Cadmium-Akkus her kennt, bleibt aus.

Die Aufsätze werden einfach aufgesteckt. Rein- und rausschrauben geschieht über den Kippschalter. Oben raus, unten rein. Eine Geschwindigkeitsregelung ist bei dieser Preisklasse nicht drin. Auch erfährt der Käufer nichts über das Drehmoment.

Zwar heißt es in der Betriebsanleitung der Akku müsse vor dem ersten Gebrauch erstmal 5-8 Stunden aufgeladen werden, da die rote Diode jedoch nicht leuchtete, ging es sofort ans Eingemachte: Akkuschrauber ausgepackt und losgeschraubt. Als Testobjekt mussten Einbauschubladen für ein Regal herhalten. Ganze vier Stück galt es zu montieren.

Die Schraubsätze haben festen halt in der Fassung, das Gerät schraubte auch sofort und mit ordentlich Dampf los. Der Fixa liegt gut in der Hand. Ich mag gar nicht mehr an die Zeiten denken, als ich noch mit reiner Muskelkraft jedes einzelne Schräubchen in die Spanplatten treiben musste. Schraubarbeit mit Hornhaut-Garantie. Phase zwei war dann meine Bohrmaschine: Der große Schlagbohrer ließ sich zwar auch als Schraubendreher nutzen, nur werden einem bei dem kiloschweren Apparat schnell die Handgelenke lahm. Der kleine aber feine Akkuschrauber scheint da genau das Richtige zu sein.

Schraubt man mit dem FIXA in festes Material, dann macht er mitunter auf den letzten Millimetern schlapp.

Schraubt man mit dem FIXA in festes Material, dann macht er mitunter auf den letzten Millimetern schlapp.

Die gute Nachricht vorweg: Der Neun-Euro-Schrauber hat brav durchgehalten. Doch natürlich kommt ein Gerät dieser Preisklasse auch irgendwann an die Grenzen: So lange die Schrauben in vorgebohrte Löcher mussten, ging alles problemlos vonstatten. Die ersten Probleme kamen auf, als es galt, die Wände der Schubladen in der Regalwand zu fixieren. Dort müssen die Schrauben direkt ins Holz getrieben werden; ohne vorgefertigte Bohrlöcher. Am Anfang kein Problem, doch auf den letzten Millimetern machte der Akkuschrauber dann doch schlapp. Da half nur Rückwärtsgang einlegen, schraube ein Stück zurück, und dann mit Schmackes wieder rein. Passt. Hätte ich also doch den Akku vorher nochmal randvoll laden müssen? Vielleicht. Aber vielleicht ist der kleine Fixa eben doch nur dazu geeignet, überall dort zu schrauben, wo bereits alles für die Fassung vorbereitet ist. In eine Spanplatte oder massives Holz zu schrauben, das erschien mir für den Bohrer auf Dauer nicht allzu gesund. Kommt er an seine Grenzen schaltet er ab und es dauert ein paar Sekunden, bis die Tasten den Drehkopf wieder in Bewegung setzen. Hier hilft es, kurz die Vor- und Zurück-Position zu betätigen, damit es wieder weiter ging.

Mein Fazit: Wer den Akkuschrauber nicht dazu verwendet, tagtäglich Möbel zu montieren, macht sicherlich ein Schnäppchen. Die vier Schubladen und zwei weitere Regaltüren hat der Fixa problemlos gemeistert. Ich werde ihn in Zukunft aber weiterhin nur für diese „leichte“ Arbeit verwenden. So ist der Fixa auch für kleinere Schraubarbeiten am PC aufgrund seiner kleinen und kompakten Bauweise gut geeignet. Für Gelegenheitsschrauber also Daumen hoch. Für den Dauereinsatz ist man aber in einer hochwertigeren Preisklasse sicherlich besser aufgehoben.

* Nur Samstags, wenn Familienscharen mit Kind und Kegel die Gänge verstopfen.

9 Comments

  1. Daaaanke, habe nämlich gerade auch wild gegoogelt und weiß jetzt, dass mir das Teil reicht ;o)

  2. Hi – vielen Dank für den Textbericht, hab direkt das Video geschaut und festgestellt: das reicht ! wird demnächst gekauft….Gruß Jochen

  3. Ja, funktionierte(e) prima der Fixa. Nur sollte man erwähnen, was nicht ganz unerheblichist, dass es sich praktisch um ein EINWEGGERÄT handelt, welches wenn es denn mal ein Jahr nicht benutzt wurde nie wieder funktionsfähig zu bekommen ist.
    Für ein paar Tage Schraubaktionen bei Einzug gut, aber bei Auszug bereits nicht mehr zu gebrauchen.

    Hat jemand andere Erfahrungen gemacht?

  4. Also meinen, den ich hier für den Artikel vor nunmehr fast zwei Jahren getestet habe, habe ich immer noch und er funktioniert gut. Wird aber auch nur alle paar Monate mal gebraucht. Vielleicht überlebt der Akku eine Totalentladung nicht?

  5. Hallo,
    wer löten kann,der kann den Akku problemlos gegen einen neuen tauschen.Sehe jetzt das es für 20,-€ noch ein stärkeres Modell gibt bei Ikea mit gleichen Namen, mit 5 N und 7,2 V statt 3 N und 3,6 V. Dazu noch 3mm und 5mm Holzbohrer zum vorbohren.Des weiteren gibt es mehr Einstell Möglichkeiten beim Akku Schrauber.

  6. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich meinen Fixa gekauft habe, doch wenigstens fünf Jahre ist es bestimmt her, und ich habe recht viel mit ihm gearbeitet. Am Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es wahrlich nichts zu meckern und ich habe ihn schon zig mal komplett aufgeladen. Wenn ich das mit meinem Akkuschrauber von Bosch vergleiche (PSR 960 – eines der grünen Bosch-Amateurmodelle – seitdem nur noch blau, wenn es Bosch sein muß). Nach ein paar Aufladungen war dessen Akku praktisch hinüber, schaffte nur noch ein paar Schrauben und entleert sich auch bei Nichtnutzung binnen weniger Tage (nicht so der Fixa). Leider kein Einzelfall, sondern die Regel, wir mir bestätigt wurde

    Der Akku ist aber auch gleichzeitig ein Manko des Fixa, worüber man in dieser Preisklasse jedoch auch nicht zu sehr meckern sollte. Er ist fest verbaut und somit kein Austausch gegen einen Ersatzakku möglich (andererseits kostet ein zweiter Fixa inkl. Zubehör weniger als ein Akku eines Markenherstellers). Dann dauert das Aufladen einige Stunden. Drum habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und mir vor einigen Monaten einen Schrauber von Festool zugelegt. Den Fixa werde ich als Zweitgerät für alle Fälle aber behalten.

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