Xiaomi Luftreiniger Test: Was taugt der „Air Purifier 2S“?

Xiaomi Air Purifier 2S Titelbild

Ordentliche Luftreiniger sind kostspielig. Da kommt plötzlich Xiaomi daher und bietet mit dem so gennanten „Air Purifier 2S“ einen kräftigen Luftreiniger für vergleichsweise günstige 150 Euro an. Da habe ich zugegriffen. Nach rund drei Monaten im Dauereinsatz ist die Zeit für ein Zwischenfazit gekommen: Mein Xiaomi Luftreiniger Test. 

Ich war es langsam leid, im Wochentakt dicke Staubschichten von meinen Möbeln wischen zu müssen. Meine Wohnung liegt an einer recht viel befahrenen Durchgangsstraße am Stadtrand von Düsseldorf. Umgeben von vielen großen Bäumen kommt zum Straßendreck im Frühjahr noch die Pollenflut dazu. Dagegen bin ich zwar nicht allergisch, aber doch gegen Hausstaub. Von einem Freund habe ich den Tipp bekommen, es mal mit einem Luftreiniger zu versuchen. Seine Familie stammt teilweise aus Singapur. Er sagte mir, dass diese Geräte in Asien weit verbreitet sind. Ja, klingt einleuchtend. Schaut man sich die weltweite Luftbelastung an, herrscht in vielen Gegenden dort viel dickere Luft als hier. Gesagt getan, also ran an den Luftreiniger Test. Doch zuvor noch einige Hinweise:

Das Luftreiniger ABC

Was macht ein Luftreiniger?

Aber nochmal von Anfang an: Wozu ist ein Luftreiniger eigentlich gut? Wie der Name schon sagt: Er reinigt die Luft. Je nach Modell können Luftreiniger nicht nur Staub, Pollen und Tierhaare entfernen. Sie können auch Gerüche und sogar giftiges Formaldehyd filtern, der in Wohnungen z.B. aus Kunststoffen oder Holz und damit aus Möbeln oder Böden ausströmen kann.

Welche Luftreiniger gibt es?

Schaut man sich das Angebotssprektrum an, gibt es eine Vielzahl von Luftreinigern oder auch Lufterfrischer, wie sie manchmal genannt werden. Einige können trockene Luft befeuchten, was besonders in der kalten Jahreszeit wenn oft die Heizung eingeschaltet ist, Krankheiten vorbeugen kann. Andere Lutfilter „ionisieren“ die Luft: Bei der Ionisation werden die Sauerstoffmoleküle elektrisch „aufgeladen“, den Molekülen werden die Elektronen entzogen, so dass positiv geladene Ionen zurück bleiben. Dies soll Staubteilchen durch elektrostatische Wechselwirkung besser in der Luft binden. Die in der Luft schwebenden Staubteilchen ziehen sich gegenseitig an, verklumpen und können von Filtern leichter eingefangen werden.

Darüber hinaus ensteht bei der Ionisierung der Luft auch Ozon. Dieses Molekül reagiert sehr schnell mit anderen, z.B. Geruchsmolekülen, und zersetzt diese. Allerdings ist das auch nicht ganz unumstritten, da zuviel Ozon in der Atemluft ebenfalls schädlich sein kann. In diesem Luftreiniger Test spielen diese Funktionen daher keine bewertende Rolle.

Filtern Luftreiniger Feinstaub?

Feinstaub ist spätestens seit der Diesel-Debatte um frische Atemluft in den Städten das neue Schreckgespenst. Was wenige wissen: Der Diesel selbst hat damit gar nicht so viel zu tun. Der meiste Feinstaub entsteht im Straßenverkehr durch den Abrieb von Reifen auf der Straße. Egal ob Benziner oder Diesel. Sogar Elektrofahrzeuge verursachen Feinstaub. Ein großer Verursacher sind aber auch die Holzöfen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Aber auch die Landwirtschaft ist ein großer Feinstaub-Verursacher. Wer also bislang glaubte, auf dem Land sicher vor Feinstaub zu sein, hat sich geirrt.

Als Feinstaub bezeichnet man sehr kleine, nicht unbedingt sichtbare Schwebstoffe in der Atemluft. Beim Grillen, am Kamin und selbst beim Kochen in der Küche stehen oft große Mengen an Feinstaub. Feinstaub wird in die Kategorien PM10 und PM2.5 eingeteilt. PM steht für „Particulate Matter“, also kurz „Partikel“. Dabei steht die 10 für etwa 10 Mikrometer kleine Teilchen, und 2.5 für etwa 2.5 Mikrometer kleine Teilchen. Feinstaubteilchen werden vom Menschen eingeatmet und können bei zu hoher Dauerbelastung chronische Lungenkrankheiten, Krebs oder Herzkrankheiten auslösen.

Für die Einordnung der Luftbelastung wird immer von einem 24-stündigen Mittelwert ausgegangen. Liegt der PM2.5 Wert in diesem Zeitraum durchschnittlich unterhalb 12, so ist alles auf grün. Zwischen einem Wert von 12.1-35.4 wird von einer moderaten Luftbelastung ausgegangen. Bleibt der Wert dauerhaft über 35.5 ist es für sensitive Menschen bereits ungesund. Ab einem Wert von 55.5 ist auf Dauer mit gesundheitlichen Einschränkungen zu rechnen.

Und also endlich die die Ausgangsfrage zu beantworten: Ja, viele Luftreiniger mit entsprechendem Filter sind in der Lage, die Luft von Feinstaub zu befreien. Dabei sollte man darauf achten, dass das Gerät über einen entsprechenden Feinstaubfilter verfügt.

Helfen Luftreiniger bei Allergien?

Auf jeden Fall. Ich selbst habe eine leichte Hausstaub und Tierhaarallergie. Aber auch Pollenallergiker werden einen Luftreiniger zu schätzen wissen. In einem Luftreiniger bleiben Partikel wie Blütenpollen, Hausstaub und Tierhaare zuverlässig hängen.

Worauf muss ich beim Kauf eines Luftreiniger achten?

Wer einen Luftreiniger kaufen möchte, sollte unbedingt auf die richtige Größe des Gerätes achten. Je nach Raum, den es zu reinigen gilt, muss der Luftreiniger ausreichend dimensioniert sein, um die Luft in dem Raum auch entsprechend umwälzen und filtern zu können. Kleine Tischreiniger zum Beispiel sind recht günstig zu haben, deren Wirkung sind aber begrenzt. Und: Wenn dann mal schnell durchgelüftet wird, ist es mit der staubfreien Luft gleich wieder vorbei. Die Hersteller geben die Reinigungsleistung ihrer Luftreiniger oft in m³, also Kubikmetern, an. Das ist die Menge an Luft, die das Gerät in einer Stunde zu reinigen vermag. 

Xiaomi Luftreiniger Test

Nach langem Suchen im Internet nach einem geeigneten Gerät und schließlich dem Tipp eines Freundes habe ich mich für in diesem Luftreiniger Test für den Xiaomi Air Purifier 2S entschieden. Bis vor kurzem nur als Importware, oft noch mit chinesischem Stecker zu bekommen, gibt es mittlerweile auch eine Europa-Version des Gerätes.

Bei Amazon ist der Xiaomi Air Purifier 2S aktuell für knapp über 140 Euro zu bekommen. Ein Kampfpreis gegenüber den oft deutlich teureren Konkurrenzprodukten dieser Größe. Der 2S filtert pro Stunde ca 310m³ Luft. Xiaomi gibt als maximale Grundfläche für den Luftreiniger Räume mit bis zu 37 m² an. Es gibt noch den „großen Bruder“, den Xiaomi Air Purifier Pro. Dieser kostet rund 190 Euro und für Räume mit bis zu 60m² Grundfläche geeignet.

Für mich war das immer noch 58cm große „kleinere“ Gerät aber völlig  ausreichend. Die Lieferung dauerte noch einige Tage länger, da der Luftreiniger extra aus einem Lager aus Frankreich angekarrt werden musste. Die Pro Version ist innerhalb eines Tages zu bekommen.

Xiaomi Air Purifier 2S

Der Xiaomi Air Purifier 2S ist der kleine Bruder des größeren „Pro“ aber dennoch schon 58 cm hoch. Er ist geeignet für Räume mit einer Fläche von bis zu 37m² und soll pro Stunde 310m³ Luft filtern. Foto: Autor

Ausstattung und Funktionalität

Die Luftreiniger von Xiaomi sind mit einem OLED Display für die Betriebsanzeige sowie Sensoren für Temperatur, Luftfeuchtigkeit und einem Laser-Sensor zur ungefähren Messung der Feinstaubpartikel (PM2.5) in der Luft ausgestattet. Ungefähr deshalb, weil mit der Lasermethode nur Schätzwerte erreicht werden können. Ein geeichtes Feinstaubmessgerät, wie sie etwa an Straßen verwendet werden, sind ungleich komplizierter.

Darüber hinaus kann der Luftreiniger von Xiaomi über das WLAN mit dem Internet verbunden werden. Dann ist die Steuerung mit der „Mi Home“-App auf dem iPhone oder Android Smartphone möglich. Zusätzlich lässt sich das Gerät über Sprachassistenten auf Zuruf steuern. Das geht dabei sowohl mit Googles Sprachassistent als mittlerweile auch über einen entsprechenden Skill für die deutschsprachige Version von Amazons Alexa.

Filtervarianten

Für den Luftreiniger von Xiaomi stehen drei verschiedene Filtertypen zur Auswahl. Ausgeliefert wird das Gerät mit einem blauen, runden Schwebstofffilter. (Beworben wird er mit der Filterklasse „HEPA 11“, und einer Filterleistung von >99,95%. Dabei muss es sich aber um den H13 Filter handeln, denn die Klasse 11 wäre nur ein EPA (E11) Filter und dann „nur“ eine Reinigungsleistung von >95%.) Darüber hinaus ist eine grüne Variante verfügbar, die zusätzlich mit einem Aktivkohlefilter ausgestattet ist und auch Formaldehyd filtern soll. Eine violette Filtervariante mit einer antibakteriellen Oberfläche ausgestattet, um Bakterien in der Luft abzutöten.

Die Original-Filter von Xiaomi kosten je nach Anbieter und Typ zwischen 30 und 45 Euro und halten je nach Gebrauch mindestens rund sechs Monate. Der Luftreiniger verfügt über eine aktuelle Verschleissanzeige des Filters. Die funktioniert allerdings nur mit Original-Zubehör, da die Filter jeweils mit einem RFID-Chip ausgestattet sind. Es gibt günstigere Nachbauten, die kommen allerdings dann ohne Chip und somit ohne Verschleissanzeige. Wer darauf verzichten kann, kann also mit den generischen Filtertypen noch etwas Geld sparen.

Bedienung am Gerät 

Die Bedienung des Gerätes ist denkbar einfach: Am Gerät selbst gibt es nur eine Taste. Über diese Taste wird der Xiaomi Luftreiniger ein- und ausgeschaltet. Jeweils mit einem etwas längeren Druck auf den Knopf. Ein kurzer Druck wechselt zwischen den verschiedenen Betriebsmodi Automatik, Nacht und Maximum. Solange der Feinstaubwert PM2.5 unterhalb des Wertes von 21 bleibt, ist der Luftreiniger im Automatikmodus kaum bis gar nicht zu hören. Nur wer die Hand über den Ventilator oben hält, spürt einen deutlichen Luftzug. Übersteigt der PM2.5 diese Grenze, schaltet der Luftreiniger je nach Wert auf eine stärkere Reinigung um. Im Nachtmodus reinigt der Luftfilter auf niedrigster Stufe und ist nicht zu hören. Sollte also keinen Schlaf stören. 

HEPA 11 Filter im Xiaomi Luftreiniger

Der mitgelieferte Standard HEPA 11 Filter im Xiaomi Luftreiniger verfügt wie alle Original-Filter über eine RFID Chip für die Verbrauchsanzeige auf dem OLED Display. Nach einigen Wochen der Nutzung sind schon deutliche Ablagerungen sichtbar. Dieser Filter ist aber noch für einige Monate gut. Foto: Autor

Fensteuerung im Smart Home

Feintuning und eine Fernsteuerung geht mit dem Xiaomi Luftreiniger ausschließlich mit dem Smartphone über die Mi Home App. Hier können Zeitpläne eingestellt werden, der Nutzer kann neben dem Feinstaubwert PM2.5 die aktuelle Raumtemperatur, Luftfeuchte und den Filterverschleiß einsehen. Über das Smartphone wird zudem bequem zwischen Automatik-, Nacht- und Manuellem-Modus gewechselt. Außerdem kann im manuellen Modus noch die Stärke des Luftfilters individuell nach Raumgröße über einen Schieberegler gesteuert werden. Mit dem digitalen Sprachassistenten Google Home lässt sich der Luftreiniger in Deutschland auch schon per Sprache steuern. Für Amazon Echo gibt es mittlerweile auch den passenden Alexa Skill. So kann der Luftreiniger auch per Sprache bequem gesteuert werden. 

Lautstärke

In meinem Luftreiniger Test ha sich der Xiamo Air Purifier 2S als angenehm leise herausgestellt. Im Nachtmodus ist er praktisch nicht zu hören. Auch der Automatikmodus wird erst hörbar, wenn die Verschmutzungswerte deutlich ansteigen. Bei voller Leistung ist er allerdings recht laut, etwa vergleichbar mit einer Umluft-Küchenhaube auf voller Leistung oder oder einem Handstaubsauger. Dafür schafft er dann aber auch ordentlich „was weg“. 

Empfindlichkeit

Der Laser-Sensor reagiert auf Verschmutzungen sehr empfindlich. An warmen, trockenen und damit staubreichen Tagen schoss der PM2.5 Wert beim Lüften von zuvor 6 im Raum innerhalb weniger Sekunden auf 20-25. Das stimmte in etwa auch mit den an diesen Tagen herrschenden Feinstaubwerten an meinem Ort überein. Eine etwas außer Kontrolle geratene Koch-Orgie in der angrenzenden Küche ließ dem Wert einmal kurz nach dem Öffnen der Tür zum Wohnzimmer sofort auf 151 ansteigen. Zu wenig für den Rauchmelder, genug für den Luftreiniger, der dann hörbar an Leistung zunahm. Auch wenn Gäste einmal auf dem Balkon rauchen und danach nur kurz durch die Tür zurück ins Wohnzimmer kommen: Zack, dem Luftreiniger entgeht nichts und die Werte gehen deutlich rauf.

Stromverbrauch

Nicht ganz unwichtig ist der Stromverbrauch. Für meinen Luftreiniger Test habe ich daher ein Messgerät zwischengeschaltet. Im Nacht- und ruhigen Automatikmodus zeigte dieses rund 2,8 Watt Leistung an. Bei maximaler Einstellung stieg der Energiehunger auf rund 28 Watt. Das Entspricht den Herstellerangaben, der von einer Nennleistung von etwa 29W spricht.

Stromverbrauch Xiaomi Luftreiniger

Bei voller Leistung benötigte der Xiaomi Air Purifier 2S rund 28 Watt. Im Nachtmodus oder bei geringer Luftbelastung auch im Automatikmodus zieht er nur knapp 2,5-2,8 Watt. Screenshot: Autor

Der Luftreiniger im Alltag

Wer einen Luftreiniger besitzt, kommt um das Lüften der Wohnung natürlich nicht drumrum. Das Gerät filtert ja nur die vorhandene Luft. Trotzdem sollte man täglich für frischen Austausch sorgen, indem man wenigstens einmal am Tag ein paar Minuten kräftig durchlüftet. Erstens normalisiert sich so das Raumklima und zweitens kommt wieder frischer Sauerstoff in die Bude. Regelmäßiges Stoßlüften verhindert überdies die Schimmelbildung.

Mit dem Lüften kommen aber nun auch all die Schwebeteilchen mit in die Wohnung. An trockenen, warmen Tagen mehr als bei Regenwetter, klar. Also heißt es nach dem Lüften: Luftfilter einschalten. Und siehe da: Nach dem Lüften ist der Wert, der sich am Tage und in der Nacht bei mir immer so zwischen 5-8 einpendelt an manchen Tagen deutlich erhöht. Jetzt nicht lange warten, bis sich der Staub gelegt hat, sondern direkt nach dem Schließen der Fenster den Luftfilter ein paar Minuten auf volle Leistung schalten. Liegt der Staub erstmal auf den Möbeln, kann ihn auch der Luftfilter nicht mehr einsaugen. 

Reinigungsleistung Xiaomi Air Purifier 2S

Nach kurzer Stoßlüftung am Morgen steigt die Feinstaubbelastung auf einen PM2.5 Wert von rund 21 im Wohnraum an. Auf voller Leistung reinigte der Xiaomi einen ca 25m² großen Raum mit ca. 2,40m Deckenhöhe in einer Viertelstunde auf einen Wert von 6. Screenshot: Autor

Troubleshooting

An dieser Stelle sammle ich in diesem Beitrag Probleme und Lösungsansätze für den Xiaomi Air Purifier 2S.

Verbindungsprobleme und Motor Error im Display

Nach rund einem halben Jahr im Betrieb stellte ich kürzlich fest, dass der Xioami Luftreiniger keine Verbindung mehr zum Router hatte und damit nicht mehr via App oder Alexa bzw. Google gesteuert werden konnte. Auch funktionierte die automatische An- und Abschaltung in der Nacht dadurch nicht mehr. Das WLAN Symbol auf dem Display des Gerätes leuchtete die gewohnt dauerhaft, so dass von außen keine Fehlfunktion erkennbar war.

Nun stellte sich auch die Wiedererkennung des Gerätes in der Xioami Home App als problematisch heraus. Das Gerät wurde vom Android Smartphone nicht mehr erkannt. Da sich der Luftreiniger nicht mehr per WLAN mit dem Router verbinden wollte, musste er also neu eingerichtet werden. Das geht „eigentlich“ am schnellsten per Reset. Dazu wird der Displayschalter auf der Rückseite des Gerätes sowie der Power-Button auf der Oberseite gleichzeitig für ca. 5 Sekunden gedrückt. Das Gerät bestätigt den Reset mit einem Piepsen. 

Schrecksekunde: Nach einem Reset meldet der Xiaomi Air Purifier „Motor Error“. Allerdings funktioniert das Gerät nach Drücken des Power-Knopfes anschließend einwandfrei. Mit dem Smartphone neu verbinden ließ sich der Luftreiniger jedoch erst, nachdem etwa 10-15 Sekunden der Netzstecker gezogen wurde.

Warum „eigentlich“? In meinem Falle wurde das Display nach dem Reset Schwarz und nach ein paar Sekunden tauchte die Fehlermeldung „Motor Error“ auf. Kaputt war der Motor allerdings nicht. Ein Neustart durch abermaliges Drücken auf den Powerknopf und das Gerät sprang wie gewohnt an. Aber halt immer noch ohne Verbindung zum Router und die App erkannte den Lüfter weiterhin nicht. Mehrfaches Wiederholen der Reset-Methode blieben erfolglos.

Die Lösung: Abhilfe brachte erst das Ziehen des Netzsteckers für 10-15 Sekunden. Noch während der Stecker draußen war, aktivierte ich am Smartphone Bluetooth und rief in der Xiaomi Home App den Menüpunkt „Gerät hinzufügen“ auf. Dort im Reiter „Manuell hinzufügen“ auf „Luftbehandlung“ tippen und dann den passenden Luftreiniger auswählen. Noch einmal auf „Weiter“ klicken und dem Fortschrittsbalken „Gerät hinzufügen“ zusehen.

In diesem Moment den Stecker des Luftreiniger einstecken und einige Sekunden warten. Zack, endlich wurden der Luftreiniger wieder gefunden und die WLAN Zugangsdaten aktualisiert. Anschließend meldete die App zudem ein Firmware-Update dass anschließend ohne weitere Fehler aufgespielt wurde.

Fazit: Ist ein Luftreiniger sinnvoll?

Wie lautet also mein Urteil in diesem Luftreiniger Test? Kann man sich mit so einem Gerät also künftig das Staubwischen sparen? Nein, so einfach ist es leider nicht. Schon nach wenigen Wochen waren deutliche Staubansammlungen auf dem Luftfilter des Xiaomi sichtbar. All der Staub wäre jetzt irgendwo in der Wohnung gelandet. Dennoch: Um das Staubwischen kommt man auch zukünftig nicht drum herum. Allerdings: Es dauert doch spürbar länger, bis sich eine unschöne Staubschicht ansammelt. 

Der Xiaomi Air Purifier 2S ist ein ordentlicher Luftreiniger und verbraucht selbst bei voller Leistung nur maximal 30 Watt, im Ruhemodus bei geringer Staubbelastung sparsame 2,8 Watt. Für nur rund 150 Euro für den 2S und knappe 190 Euro für den großen Pro ein echtes Schnäppchen im Vergleich zu anderen, sicherlich auch guten Modellen. Zugegeben, man darf die Folgekosten nicht außer acht lassen. Alle halbe Jahre ein neuer Filter schlägt mit rund 35 Euro zu buche. Dann war der Luftfilter aber auch rund um die Uhr im Betrieb. Wer das Gerät nur sporadisch einsetzt, etwa um die Atemluft vor dem Schlafengehen vor Staub und Pollen zu reinigen, kann sicherlich länger mit einem Filter auskommen.

Besonders für Allergiker kann so ein Luftreiniger ein echter Segen sein. Wenn es beim Luftreiniger Test des Xiaomi Air Purifier etwas negatives zu sagen gibt, dann vielleicht, dass ich mir persönlich das Anschlusskabel mit seinen nur etwa 1,45 Metern etwas länger gewünscht hätte. Für die meisten Platzierungen ist aber auch das ausreichend genug.

Transparenzhinweis: Für den Xiaomi Luftreiniger Test habe ich keinerlei Gegenleistung vom Hersteller oder einem Händler bekommen. Das Gerät ist von mir persönlich gekauft und bezahlt worden. 

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4 Kommentare

  1. Luftreiniger sind in Asien wesentlich mehr verbreitet als hierzulande. Weil dort die Luft auch wesentlich schlechter als im europäischen Raum ist.
    Anhand der sichtbar gemachten Messwerte kann man sich allerdings schon fragen, was hier auf politischer Ebene gerade diskutiert wird . . . .
    ich wohne außerhalb im innerstädtischen Bereich, die Luft ist wenig schadstoffbelastet. Trotzdem habe ich mir einen Luftreiniger und einen Luftbefeuchter gekauft. Beide Geräte stehen im Wohnzimmer an unterschiedlichen Stellen.
    Beide Geräte dienen mir weniger irgendwelche Zigaretten,- noch Kochgerüche zu filtern. Dafür sind sie mir zu schade, allein aufgrund der Folgekosten der Filter.
    Staub wischen und genauso Staubsaugen erübrigt sich mit diesen Geräten natürlich in keinster-weise .
    Trotzdem erhöht der Luftbefeuchter bei geschlossenem Fenster die Feuchtigkeit im Wohnzimmer. Der Reiniger macht halt das, was er soll.
    Trotzdem muss ich u.a. aufgrund meiner Teppiche im Wohnzimmer, mehrmals am Tage durch lüften, da die Luft im inneren Bereich auch als Nichtraucher doch relativ stark verbraucht.
    Beide Geräte erfordern einige Disziplin im Umgang und eigener Wartung der Geräte in punkto Sauberkeit.
    Beim Luftreiniger ist das Kabel zu kurz und muss per Verlängerung „kunstvoll“ zur Steckdose so verlegt werden, dass es nicht auffällt.
    Ich hatte an zwei kleinen Stellen meiner Haut immer einen leichten aber störenden Kratz Juckreiz wegen zu trockener Luftfeuchtigkeit innerhalb der Wohnung. Seitdem ich Beide Geräte im Verbund nutze, ist dieser fast vollständig verschwunden.

  2. Aber ich mein sorry….das Teil kostet so um die 150,00 €.
    Was aber genau macht das Teil?

    Es saugt mit einem Venitlator Luft ins Innere des Gehäuse und durch das Filterelement bläst es wieder die Luft – in den Raum zurück.

    Sonst macht das Gerät absolut überhaupt nichts. Das einzig funktionale daran ist das Display, was mir irgendwas suggeriert, die Luft könnte mit Staub verschmutzt sein. Ich kann es übers WLAN bedienen… okey.

    Aber:
    Weder nutzt das Gerät eine Befeuchtungsfunktion, noch hat es eine Plasma-Cluster-Technologie verbaut, die die Staubpartikel und Partikel negativ und positiv jeweils laden und so der Staub in der Luft gebunden wird und man das Gefühl hat vom Geruch, wie neben einem Wasserfall zu stehen.
    Auch bietet das Gerät keinen Ionisator und letztlich kann man bei dem Gerät noch nicht mal irgendwo ein ätherisches Öl oder so beimengen (solche Geräte gibt es auch, per kleider Schublade am Gerät, wo die Luft nah vorbei geleitet wird und so die Luft dann jeweils gewünscht riecht) kann.

    Das Gerät hat einen Ventilator, zieht die Luft oben an, bläst sie durch den Papier-/ Kohlefilter und – das war’s.

    Ganz ehrlich?
    Ist mir das keine 150 Euro wert.

    Da kann ich im Grunde genommen meinen alten Staubsauger nehmen, der auch einen HEPA Filter hat um die angesaugte Luft wieder in den Raum abzugeben. Da kauf ich mir nen neuen Filter, nehm das Rohr ab und lass einfach ab und an den Stausauger laufen, der übrigens neu nur 59,99 € gekostet hat und da schon ein HEPA und Aktivkohle-Filter mit dabei war.

    Ich bin von dem Gerät sehr enttäuscht, da es im Grunde genommen – nichts macht.

    Zudem ist das letztlich auch so ne Gewissens- und Glaubensfrage.

    Ich reinige also meinen 40qm² Raum schön fein und lass das Gerät 30 Minuten laufen. Dann möchte ich etwas Frischluft und Sauerstoff von außen haben, öffne das Fenster und – für die Katz !

    Das mit der sauberen Luft funktioniert nämlich nur – laut Anleitung – bei geschlossenen Fenstern !

    Ganz gruselige Vorstellung…

  3. Hallo Manfred, Danke für Deinen Beitrag.

    Ja, das Gerät ist kein Raumbefeuchter und kein Ionisator, richtig. Die können z.B. andere Nachteile haben, wie etwa Bakterienbildung in abgestandenem Wasser oder zu hohe Ozonwerte und Reizung der Atemwege.

    Es geht in diesem Fall darum, schnell Feinstaubpartikel aus der Luft zu filtern. Diese bleiben im Filter hängen. Das ist vor allem auch für Allergiker wichtig.

    Je nachdem welchen Filter man verwendet (es gibt antibakterielle Filter, Kohlefilter, Formaldehydfilter) werden auch weitere Duft-, Giftstoffe oder Krankheitserreger aus der Luft gefiltert. Der Xiaomi ist hier übrigens preislich weit unter seinen Wettbewerbern.

    Daher hatte ich mich auch für das Gerät entschieden. Ja, wenn man das Fenster öffnet (was man natürlich täglich auch machen sollte), kommt erstmal wieder Luft von außen rein. Und gerade dann ist es doch wichtig, vor allem wenn man in einer feinstaubbelasteten Region wohnt, dass die Luft anschließend wieder gereinigt wird. Denken wir z.B. in einer Umgebung in der viele Holzöfen im Winter betrieben werden. Wer dann lüftet, holt sich schnell den Feinstaub ins Haus. Was daran jetzt gruselig sein soll, den Feinstaub schnell wieder heraus zu filtern, erschließt sich mir nicht so ganz. ;)

  4. Hallo Manfred,
    irgendwie hört es sich für mich an, als ob du dieses Gerät gar nicht hast.
    Der Preis liegt aktuell z.B. über ebay bei knapp 121 €. Wer sich den Preisverlauf der letzten 12 Monate über idealo ansieht hat eine Preisspanne von rund 112 bis 162 € abgebildet. Ich habe es heute aufgestellt, bezahlt hab ich 129 €, Versandkostenfrei. Selbstverständlich werde ich es nur manuell betreiben, ich spare mir den firlefanz WLAN, der a, auch Energie braucht (ja, nicht viel, weiß ich auch) und b, ich vermeide es Geräte ans WLAN anzuhängen wenn es nicht sein muss, ich bin ja nicht Fußkrank und MEINE DATEN GEHÖREN MIR.
    Die Ersatzfilter kosten Geld, aber wenn einem bessere Luft das nicht Wert ist, ja dann lass es halt bleiben. 2 Filter pro Jahr ca 90 €, also 7,50 € im Monat. Ich hab keinen Dukatenesel zu Hause, aber das ist es mir als Raucher und Allergiker sowas von Wert. Dazu weniger Staub auf dem Parkett und den Möbeln. Das Ding wird bei mir dauerhaft eingeschaltet sein. Endlich weniger Niesen, Augenbrennen, Allergietabletten futtern müssen.
    Ja ich sollte einen Luftbefeuchter auch noch haben, allerdings kann man das auch recht einfach, günstig und ohne Energiehungernde Geräte bewerkstelligen. Ein feuchtes Handtuch in der Wohnung platzieren schafft wohl jeder. Günstiger gehts nicht und umweltschonender ist es sowieso. Im Übrigen, Ionisierer erhöhen den Ozongehalt nicht unerheblich in der Wohnung.
    Luft reinigen kann ich nicht manuell, da muss ich den sauren Apfel beißen, etwas Geld ausgeben und brauche Storm.
    Kurz und Gut, wer sein Hirn nicht ausschaltet, sich über längere Zeit informiert und nicht so viel Geld ausgeben kann, der wird – so wie ich – dankbar sein sich den Chinesen angeschafft zu haben. Und evtl. werde ich in ein paar Monaten hier nochmal einen Kommentar posten und mitteilen wie er läuft, es mir geht damit usw. usf.
    In diesem Sinne wünsch ich eine entspannte Winter-Weihnachtszeit. :-)

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