
Die US3000 USV von Ugreen ist klein und unauffällig. Hier steht sie links neben dem NAS auf einer externen Festplatte. Bild: Autor
Ein Stromausfall trifft dein UGREEN NAS im dümmsten Moment: mitten im Schreibvorgang. Die USV US3000 hält das Gerät so lange am Leben, bis es sich sauber selbst abschaltet. Für rund 110 Euro sichert dieser Batteriepuffer die Datenintegrität deines NAS ab.
Zusammenfassung
- Die UGREEN US3000 schiebt sich als DC-Puffer zwischen Netzteil und NAS und fährt das Gerät bei Stromausfall geregelt herunter.
- Sie schützt vor Datenverlust, ersetzt aber keinen Blitzschutz und lässt extern versorgte Festplatten außen vor.
- Für rund 110 Euro eine sinnvolle Absicherung, sofern das NAS auf der Kompatibilitätsliste steht.
Warum überhaupt eine USV am NAS?
Fällt der Strom aus, während das NAS gerade in eine Datenbank schreibt, reißt der Vorgang mittendrin ab. Dateisysteme werden inkonsistent, halb geschriebene Datensätze bleiben zurück, im schlimmsten Fall ist eine Datei unbrauchbar. Das ist die häufigste Folge eines harten Stromabrisses. Seltener, aber möglich: der Schaden an der Hardware selbst. Klassische Festplatten drehen mit mehreren tausend Umdrehungen pro Minute. Moderne Modelle parken die Schreib-Lese-Köpfe zwar über eine Notabschaltung, die sich aus der Restrotation speist. Verlässlich ist das nicht in jeder Situation. Eine USV nimmt dem Zufall die Entscheidung ab und schaltet kontrolliert ab.
Was die UGREEN US3000 ist – und was nicht
Die US3000 ist keine klassische USV, wie man sie unter dem Schreibtisch kennt. Sie wandelt keinen Netzstrom, sondern arbeitet als Gleichstrom-Puffer. Das Original-Netzteil des NAS steckt weiter in der Steckdose und speist den DC-IN-Anschluss der USV. Von dort läuft der Strom über DC OUT ins NAS. Ein USB-Kabel überträgt allein die Statusdaten: Es meldet dem NAS, wann der Strom weg ist und wann es sich abschalten soll. Die Umschaltung erfolgt in null Sekunden. Das NAS bemerkt den Ausfall nicht, es läuft einfach weiter.
Die technischen Daten im Überblick
Im Kern steckt ein Lithium-Ionen-Akku mit 43,2 Wattstunden, ausgelegt auf 120 Watt Dauerlast. Das reicht für die unterstützten NAS-Modelle mit Reserve. Der Akku lädt sich im Normalbetrieb über das durchgeschleifte Netzteil selbst wieder auf. Der Puffer ist kaum größer als eine klassische externe Festplatte und steht unauffällig neben dem NAS.
Einrichtung in UGOS: sofort herunterfahren oder bis 15 Prozent warten?
Die Verkabelung dauert zwei Minuten, die Software erkennt die USV von selbst. Im Betriebssystem UGOS entscheidest du unter Systemsteuerung, wie das NAS auf einen Ausfall reagiert. Zwei Wege stehen zur Wahl.

In der UGOS Oberfläche wird das Verhalten der USV während eines Stromausfalls konfiguriert.
Entweder fährt das NAS sofort geregelt herunter, sobald der Strom wegbricht. Oder es läuft weiter und schaltet sich erst ab, wenn der Akku der USV unter 15 Prozent fällt oder nach benutzerdefinierter Zeit. Die zweite Variante überbrückt kurze Ausfälle, ohne dass du das NAS danach neu hochfahren musst. Bei längeren Ausfällen bleibt der geregelte Rückzug trotzdem garantiert.
Funktion „NUT-Server“ nicht zu Ende gedacht
In den USV-Einstellungen von UGOS sitzt ein Schalter namens NUT-Server. NUT steht für Network UPS Tools, einen offenen Standard, über den ein Gerät seinen USV-Status im Netzwerk teilt. Andere Rechner lauschen mit und fahren sich selbst herunter, sobald der Akku zur Neige geht. An der US3000 bringt das nichts. Die USV versorgt allein das NAS. Jedes andere Gerät im Haushalt hängt an seiner eigenen Steckdose und geht beim Stromausfall sofort aus, bevor ein Signal es erreicht. Dazu kommt eine technische Hürde: Ein Nutzer dokumentierte Ende 2025, dass UGOS den Dienst nur lokal anbietet und ein eigenes Protokoll statt echtem NUT spricht. Fremdgeräte wie Synology, Proxmox oder ein Raspberry Pi verbinden sich deshalb gar nicht erst. Bis Mitte 2026 nennt kein Firmware-Changelog eine Korrektur. Für ein einzelnes NAS bleibt der Schalter also zu Recht aus.
Reale Laufzeit: rund eine Stunde im Ruhezustand
Ich betreibe mein DXP4800 Plus mit mehreren Docker-Containern. Im Test hielt die US3000 das NAS nach einem simulierten Ausfall etwa eine Stunde am Laufen, im Ruhezustand, ohne aktive Zugriffe. Die Rechnung dahinter: Wer während des Ausfalls weiterarbeitet, große Transfers anstößt oder rechenintensive Container laufen lässt, leert den Akku schneller. Die eine Stunde ist also die getestete Obergrenze für den Leerlauf, nicht die Garantie für jeden Fall.
Die Grenzen: externe Platten und der Gewitter-Mythos
Zwei Punkte übersieht man leicht. Erstens: Externe Festplatten mit eigenem Netzteil hängen an ihrer eigenen Steckdose. Die USV versorgt nur das NAS. Bei einem Ausfall gehen diese Platten hart aus. Wer sie absichern will, braucht eine zweite Lösung oder nutzt bus-gespeiste USB-Platten, die ihren Strom direkt vom NAS beziehen. Zweitens der Blitz. UGREEN wirbt mit „sicher bei Gewittern“ und einem neunfachen Schutz samt Überspannungsschutz. Das klingt beruhigend, hält der Realität aber nur bedingt stand. Der Überspannungsschutz sitzt auf der Gleichstromseite, hinter dem Netzteil. Ein echter Blitzeinschlag ins Hausnetz trifft zuerst das Netzteil. Gegen diesen Schlag ist die US3000 kein Ersatz für einen netzseitigen Überspannungsableiter. Der praktische Nutzen liegt woanders und ist trotzdem groß: Zieht man bei Gewitter den Netzstecker, läuft das NAS auf Akku ruhig weiter, statt hart auszugehen. Nach dem Gewitter – sofern es nicht zu lange dauert – steckst du wieder ein, ohne das Gerät neu hochfahren zu müssen. Nur ausschalten und eingesteckt lassen schützt bei einem Einschlag nicht. Der Stecker muss raus.
Kompatibilität: Für welche NAS die US3000 passt
Vor dem Kauf lohnt der Blick auf die Liste. Die US3000 unterstützt die Modelle DXP2800, DXP4800, DXP4800 Plus, DXP480T, DH2300 und DH4300 Plus. Die großen Geschwister DXP6800 und DXP8800 unterstützt sie ausdrücklich nicht. Mein DXP4800 Plus steht auf der Liste, für die 6- und 8-Bay-Modelle brauchst du eine andere Lösung.
Fazit: 100 Euro für ruhigen Schlaf
Die UGREEN US3000 kostet 109,99 Euro und erledigt genau eine Aufgabe zuverlässig: Sie hält das NAS bei Stromausfall am Leben und schaltet es sauber ab, bevor Daten Schaden nehmen. Sie ist kein Allheilmittel, kein Blitzschutz und kümmert sich nicht um extern versorgte Platten. Als günstige Absicherung der Datenintegrität ist sie das Geld wert. Erhältlich direkt bei UGREEN oder bei Amazon. Wer während eines Stromausfalls im Netzwerk weiterarbeiten möchte, braucht ohnehin eine weitere USV um Router und WLAN am Laufen zu halten. Und wenn man die schon hat, stellt sich die Frage, ob das US3000 dann noch nötig ist.
Transparenzhinweis: Der Amazon-Link ist ein Affiliate-Link. Kaufst du darüber, erhalte ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Die US3000 habe ich selbst gekauft und getestet.
Sinnvoll ist sie vor allem bei klassischen Festplatten und Datenbanken. Ein plötzlicher Stromausfall kann Schreibvorgänge abreißen lassen und Daten beschädigen. Eine USV fährt das NAS kontrolliert herunter und beugt genau dem vor.
Der Akku hat 43,2 Wattstunden. In meinem Test hielt er ein DXP4800 Plus im Ruhezustand rund eine Stunde am Laufen. Aktive Zugriffe und rechenintensive Dienste verkürzen diese Zeit deutlich.
Nein, nicht zuverlässig. Der beworbene Überspannungsschutz sitzt auf der Gleichstromseite hinter dem Netzteil. Ein Blitzeinschlag ins Hausnetz trifft zuerst das Netzteil. Bei Gewitter hilft nur, den Netzstecker zu ziehen.
Unterstützt werden DXP2800, DXP4800, DXP4800 Plus, DXP480T, DH2300 und DH4300 Plus. Die Modelle DXP6800 und DXP8800 werden ausdrücklich nicht unterstützt. Vor dem Kauf lohnt der Blick auf die aktuelle Kompatibilitätsliste.

